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Samstag, 22. Juli 2017

München:
Erster Gewerbespeicher für Mietshaus


[2.5.2017] In einem Münchner Mietwohnungsbau soll erstmals ein Gewerbespeicher installiert werden. Hintergrund ist, dass der KfW-40-Plus-Standard hohe Speicherkapazitäten erfordert.

Die Zahl installierter Stromspeicher in Wohngebäuden ist laut dem Bundesverband Energiespeicher (BVES) im vergangenen Jahr um die Hälfte gestiegen. Wie der Münchner Ökoenergieversorger Polarstern meldet, wurden diese bislang als Hausspeicher in Ein- und Zweifamilienhäusern realisiert. Nun soll aber in einem Münchner Mieterstromprojekt der erste Gewerbespeicher zum Einsatz kommen. Dieser habe eine Kapazität von 79 Kilowattstunden (kWh), während das Speichervermögen herkömmlicher Hausspeicher bei fünf bis zehn kWh liegt.
Dass es bislang keine Gewerbespeicher in Mehrparteiengebäuden gibt, führt der Ökostromanbieter auf die geringe Zusatzrendite zurück. Florian Henle, Geschäftsführer des Energieversorgers und Mieterstrom-Dienstleisters, sagt: „Das Delta zwischen selbst erzeugtem und genutztem Strom und Strom aus dem öffentlichen Netz ist einfach zu gering. Das ändert sich mit der jetzt verabschiedeten Direktförderung von Mieterstrom und dem steigenden Interesse an KfW-40-Plus-Gebäuden, für die ein Speicher Voraussetzung ist.“ Ab Mitte des Jahres rechnet Polarstern deshalb auch bei Mieterstromprojekten mit einer zunehmenden Speichernachfrage.
Der erste Gewerbespeicher in einem Wohngebäude soll jetzt im Münchner Stadtteil Bogenhausen installiert werden. Auf dem Gelände der alten Prinz-Eugen-Kaserne entsteht hier ein neues Stadtquartier. In einer Wohnanlage mit 55 Mietwohnungen, die im Passivhaus-Standard gemäß KfW-40 Plus realisiert werden soll, wird den Großteil des Stroms eine Photovoltaikanlage auf dem Dach produzieren. Die Anlage mit einer Leistung von 79 Kilowatt Peak (kWp) soll rund 80.000 kWh Strom pro Jahr erzeugen. Zusammen mit dem Stromspeicher werde die Eigenverbrauchsquote nach Angaben von Polarstern bei 88 Prozent und die Autarkiequote bei über 40 Prozent liegen. Die Mieter sollen ihren Strom damit 15 Prozent billiger im Vergleich zum örtlichen Grundversorgungstarif beziehen können. Außerdem soll der vor Ort erzeugte Strom die Ladestationen für E-Autos in der Tiefgarage speisen.
Die größte Herausforderung bei der Installation von Gewerbespeichern ist nach Angaben von Polarstern deren Ausmaß. So wiege der in München verwendete Gewerbespeicher mehrere Tonnen bei einer Höhe von deutlich über zwei Metern. Einen solchen Speicher bringe man kaum durch eine normale Tür. Da die KfW-40 Plus-Förderkriterien aber hohe Speicherkapazitäten erforderlich machten, sei ein kleiner Speicher keine Option gewesen. Letztlich sei die Entscheidung auf einen modularen Speicher gefallen, der sich in Teilen transportieren lasse. Zur Installation in der Bauphase sei das zwar nicht nötig, für die Entfernung nach Beendigung der Lebensphase aber schon. Für Bestandsgebäude empfiehlt das Unternehmen, den Speicher außerhalb des Gebäudes zu installieren. (me)

www.polarstern-energie.de

Stichwörter: Energiespeicher, München, Polarstern



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