Samstag, 27. Mai 2017

Offshore-Windparks:
Kosten sinken drastisch


[23.3.2017] Immer leistungsstärkere Anlagen lassen die Kosten für Offshore-Windparks deutlich sinken. Laut dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen PwC wird die Einspeisevergütung für Offshore-Windräder auf unter zehn Cent je Kilowattstunde fallen.

Am 1. April 2017 erfolgt die erste Ausschreibung für Offshore-Windenergieanlagen nach dem neuen Windenergie-auf-See-Gesetz. Experten der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) schätzen, dass die Einspeisevergütung bei den Ausschreibungen für Offshore-Windparks bereits in den ersten beiden Jahren auf deutlich unter zehn Cent je Kilowattstunde (ct/kWh) fallen wird. Als Grund nennen sie die Installation größerer Windenergieanlagen, die zuletzt zu drastischen Kostendegressionen geführt habe. Angesichts der aktuell gezahlten Vergütung von bis zu 19,4 Cent je kWh bei allerdings kürzeren Laufzeiten würde dies einen enormen Rückgang darstellen.
Wie PwC meldet, hat sich die installierte Leistung von Offshore-Windenergieanlagen von 500 MW im Jahr 2013 auf aktuell rund 4.100 MW erhöht. Auch die Effizienzsteigerung sei immens. So liege die durchschnittliche Leistung aller Anlagen bei 4,3 MW, bei den im Jahr 2016 zugebauten Anlagen habe sie bereits 5,2 MW je Anlage betragen. Dieser Trend werde sich fortsetzen. Projekte mit bis zu acht Megawatt je Anlage seien bereits in Planung und Turbinen mit einer Leistung von mehr als zehn Megawatt in der Entwicklung.
Heiko Stohlmeyer, Leiter des Bereichs Renewables bei PwC, sagte zum Auftakt der 10. EROFORUM-Konferenz Offshore Windparks in Hamburg (21.-22. März 2017): „Die Zeiten, in denen bei Offshore-Projekten die Kosten explodierten, sind vorbei. Die zuletzt realisierten Windparks zeigen, dass sich solche Großprojekte inzwischen weitgehend plangemäß realisieren lassen.“ Angesichts dieser Entwicklung stelle sich auch die Frage, ob die Bundesregierung ihre Offshore-Ziele nicht wieder nach oben korrigieren solle. Ursprünglich hatte diese 25.000 MW bis 2030 anvisiert, wegen des schleppenden Ausbaus aber die Ziele dann auf aktuell 15.000 MW nach unten geschraubt.
Die Prognose des niedrigen Vergütungsniveaus stützt sich auch auf Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern. So erhielt der Weltmarktführer im Bereich Offshore-Windenergie Dong Energy im Sommer 2016 mit einem Angebotspreis von 7,27 ct/kWh den Zuschlag für die beiden Projekte Borssele 1 und 2 in den Niederlanden. Anfang Dezember erfolgte dann die Vergabe der Projekte Borssele 3 und 4 an ein Konsortium von Shell, Van Oord, Eneco und Mitsubishi/DGE für 5,45 ct/kWh. Und auch in Dänemark wurde der Zuschlag für den 600-MW-Park Kriegers Flak Anfang November 2016 für unter 5 ct/kWh an Vattenfall vergeben. „Diese Beispiele zeigen, in welche Richtung es geht – auch wenn sich die Kostenstrukturen natürlich von Projekt zu Projekt unterscheiden“, so Stohlmeyer. (me)

www.pwc.com

Stichwörter: Windenergie, PricewaterhouseCoopers, Offshore



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Windenergie

Onshore-Windkraft: Erste Zuschläge erteilt
[22.5.2017] Ein Großteil der bezuschlagten Gebote in der ersten Ausschreibungsrunde für Windenergieanlagen an Land ging an Bürgerenergiegesellschaften. mehr...
Die Bundesnetzagentur hat in der ersten Ausschreibungsrunde für Windenergie an Land vor allem Bürgerenergiegesellschaften bezuschlagt.
REWAG: Regenerativer Weg
[12.5.2017] Im Landkreis Tirschenreuth baut REWAG mit dem Projektierer Ostwind für 12 Millionen Euro einen neuen Windpark. Der Regensburger Versorger erhöht damit den Anteil an selbst erzeugtem Windstrom auf fast 100 Millionen Kilowattstunden im Jahr. mehr...
Windpark Albatros: EnBW fällt Investitionsentscheidung
[11.5.2017] Der EnBW-Aufsichtsrat hat jetzt der finalen Bau- und Investitionsentscheidung für den Offshore-Windpark Albatros zugestimmt. mehr...
Der EnBW-Windpark Baltic 1 ist der erste kommerzielle Offshore-Windpark Deutschlands.
Berliner Stadtwerke: Mehr Ökostrom dank neuem Windrad
[5.5.2017] Mit dem Erwerb eines weiteren Windrads auf Stadtgüter-Flächen können die Berliner Stadtwerke ihren Anteil an Ökostrom erhöhen. mehr...
In Bernau haben die Berliner Stadtwerke ein weiteres Windrad erworben.
Bremerhaven: Das größte Windrad der Welt
[4.5.2017] Immer weiter spannen sie ihre Flügel, die Offshore-Windräder der neuesten Generation. Das größte Windrad der Welt entsteht derzeit im Süden Bremerhavens. mehr...
Das größte Windrad der Welt entsteht derzeit im Süden Bremerhavens.

Suchen...

Sterr-Kölln mbH
79110 Freiburg
Sterr-Kölln mbH
PortfolioWerkStadt GmbH
70199 Stuttgart
PortfolioWerkStadt GmbH
SimpliVity (Germany) GmbH
80807 München
SimpliVity (Germany) GmbH

Aktuelle Meldungen