EUROFORUM

Mittwoch, 24. Januar 2018

Offshore-Windparks:
Kosten sinken drastisch


[23.3.2017] Immer leistungsstärkere Anlagen lassen die Kosten für Offshore-Windparks deutlich sinken. Laut dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen PwC wird die Einspeisevergütung für Offshore-Windräder auf unter zehn Cent je Kilowattstunde fallen.

Am 1. April 2017 erfolgt die erste Ausschreibung für Offshore-Windenergieanlagen nach dem neuen Windenergie-auf-See-Gesetz. Experten der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) schätzen, dass die Einspeisevergütung bei den Ausschreibungen für Offshore-Windparks bereits in den ersten beiden Jahren auf deutlich unter zehn Cent je Kilowattstunde (ct/kWh) fallen wird. Als Grund nennen sie die Installation größerer Windenergieanlagen, die zuletzt zu drastischen Kostendegressionen geführt habe. Angesichts der aktuell gezahlten Vergütung von bis zu 19,4 Cent je kWh bei allerdings kürzeren Laufzeiten würde dies einen enormen Rückgang darstellen.
Wie PwC meldet, hat sich die installierte Leistung von Offshore-Windenergieanlagen von 500 MW im Jahr 2013 auf aktuell rund 4.100 MW erhöht. Auch die Effizienzsteigerung sei immens. So liege die durchschnittliche Leistung aller Anlagen bei 4,3 MW, bei den im Jahr 2016 zugebauten Anlagen habe sie bereits 5,2 MW je Anlage betragen. Dieser Trend werde sich fortsetzen. Projekte mit bis zu acht Megawatt je Anlage seien bereits in Planung und Turbinen mit einer Leistung von mehr als zehn Megawatt in der Entwicklung.
Heiko Stohlmeyer, Leiter des Bereichs Renewables bei PwC, sagte zum Auftakt der 10. EROFORUM-Konferenz Offshore Windparks in Hamburg (21.-22. März 2017): „Die Zeiten, in denen bei Offshore-Projekten die Kosten explodierten, sind vorbei. Die zuletzt realisierten Windparks zeigen, dass sich solche Großprojekte inzwischen weitgehend plangemäß realisieren lassen.“ Angesichts dieser Entwicklung stelle sich auch die Frage, ob die Bundesregierung ihre Offshore-Ziele nicht wieder nach oben korrigieren solle. Ursprünglich hatte diese 25.000 MW bis 2030 anvisiert, wegen des schleppenden Ausbaus aber die Ziele dann auf aktuell 15.000 MW nach unten geschraubt.
Die Prognose des niedrigen Vergütungsniveaus stützt sich auch auf Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern. So erhielt der Weltmarktführer im Bereich Offshore-Windenergie Dong Energy im Sommer 2016 mit einem Angebotspreis von 7,27 ct/kWh den Zuschlag für die beiden Projekte Borssele 1 und 2 in den Niederlanden. Anfang Dezember erfolgte dann die Vergabe der Projekte Borssele 3 und 4 an ein Konsortium von Shell, Van Oord, Eneco und Mitsubishi/DGE für 5,45 ct/kWh. Und auch in Dänemark wurde der Zuschlag für den 600-MW-Park Kriegers Flak Anfang November 2016 für unter 5 ct/kWh an Vattenfall vergeben. „Diese Beispiele zeigen, in welche Richtung es geht – auch wenn sich die Kostenstrukturen natürlich von Projekt zu Projekt unterscheiden“, so Stohlmeyer. (me)

www.pwc.com

Stichwörter: Windenergie, PricewaterhouseCoopers, Offshore



Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

Diehl

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Windenergie

Baden-Württemberg: Wind machen im Bundesrat
[19.1.2018] Damit der Ausbau der Windkraft in Deutschland auch in den nächsten Jahren stattfinden kann, will die baden-württembergische Landesregierung eine Bundesratsinitiative starten. Die Ausschreibungsbedingungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz sollen geändert werden. mehr...
Mit einer Bundesratsinitiative will Baden-Württemberg den Ausbau der Windkraft weiter sicherstellen.
Offshore-Windenergie: Ausbau liegt im Plan
[18.1.2018] Windparks auf See tragen immer stärker zur Versorgungssicherheit Deutschlands bei. Im Jahr 2017 produzierten rund 1.170 Anlagen über 18 Terrawattstunden Strom, eine Steigerung um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. mehr...
EnBW Baltic 2: Windparks auf See tragen immer stärker zur Versorgungssicherheit bei.
BWE: Alternativen zum EEG
[17.1.2018] Wirtschaftliche Windparks ohne EEG: In einem Leitfaden stellt der Bundesverband Windenergie alternative Erlösquellen vor. mehr...
Windpark: In einem Leitfaden stellt der Bundesverband Windenergie alternative Erlösquellen ohne EEG vor.
Bundesverband Windenergie: Das Potenzial ist vorhanden
[15.1.2018] Eine Studie im Auftrag des Bundesverbands Windenergie kommt zu dem Ergebnis, dass Windparkprojekte mit einem Gesamtvolumen von 5.500 Megawatt eine BImSchG-Genehmigung besitzen und unmittelbar an Ausschreibungen teilnehmen könnten. mehr...
eno energy: Gutes Jahresendgeschäft
[11.1.2018] Der Anlagenhersteller eno energy hat vier Windparks in Deutschland an institutionelle Investoren verkauft. mehr...
Zum Jahresende hat eno energy mehrere Windparks mit einer Gesamtleistung von rund 80 Megawatt an institutionelle Investoren verkauft.

Suchen...

 Anzeige

 Anzeige

e-world
SLT Lichtsysteme GmbH
88677 Markdorf
SLT Lichtsysteme GmbH
VOLTARIS GmbH
67133 Maxdorf
VOLTARIS GmbH
KIRCHNER INGENIEURE
31655 Stadthagen
KIRCHNER INGENIEURE
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen