BDEW

Montag, 24. April 2017

Offshore-Windparks:
Kosten sinken drastisch


[23.3.2017] Immer leistungsstärkere Anlagen lassen die Kosten für Offshore-Windparks deutlich sinken. Laut dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen PwC wird die Einspeisevergütung für Offshore-Windräder auf unter zehn Cent je Kilowattstunde fallen.

Am 1. April 2017 erfolgt die erste Ausschreibung für Offshore-Windenergieanlagen nach dem neuen Windenergie-auf-See-Gesetz. Experten der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) schätzen, dass die Einspeisevergütung bei den Ausschreibungen für Offshore-Windparks bereits in den ersten beiden Jahren auf deutlich unter zehn Cent je Kilowattstunde (ct/kWh) fallen wird. Als Grund nennen sie die Installation größerer Windenergieanlagen, die zuletzt zu drastischen Kostendegressionen geführt habe. Angesichts der aktuell gezahlten Vergütung von bis zu 19,4 Cent je kWh bei allerdings kürzeren Laufzeiten würde dies einen enormen Rückgang darstellen.
Wie PwC meldet, hat sich die installierte Leistung von Offshore-Windenergieanlagen von 500 MW im Jahr 2013 auf aktuell rund 4.100 MW erhöht. Auch die Effizienzsteigerung sei immens. So liege die durchschnittliche Leistung aller Anlagen bei 4,3 MW, bei den im Jahr 2016 zugebauten Anlagen habe sie bereits 5,2 MW je Anlage betragen. Dieser Trend werde sich fortsetzen. Projekte mit bis zu acht Megawatt je Anlage seien bereits in Planung und Turbinen mit einer Leistung von mehr als zehn Megawatt in der Entwicklung.
Heiko Stohlmeyer, Leiter des Bereichs Renewables bei PwC, sagte zum Auftakt der 10. EROFORUM-Konferenz Offshore Windparks in Hamburg (21.-22. März 2017): „Die Zeiten, in denen bei Offshore-Projekten die Kosten explodierten, sind vorbei. Die zuletzt realisierten Windparks zeigen, dass sich solche Großprojekte inzwischen weitgehend plangemäß realisieren lassen.“ Angesichts dieser Entwicklung stelle sich auch die Frage, ob die Bundesregierung ihre Offshore-Ziele nicht wieder nach oben korrigieren solle. Ursprünglich hatte diese 25.000 MW bis 2030 anvisiert, wegen des schleppenden Ausbaus aber die Ziele dann auf aktuell 15.000 MW nach unten geschraubt.
Die Prognose des niedrigen Vergütungsniveaus stützt sich auch auf Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern. So erhielt der Weltmarktführer im Bereich Offshore-Windenergie Dong Energy im Sommer 2016 mit einem Angebotspreis von 7,27 ct/kWh den Zuschlag für die beiden Projekte Borssele 1 und 2 in den Niederlanden. Anfang Dezember erfolgte dann die Vergabe der Projekte Borssele 3 und 4 an ein Konsortium von Shell, Van Oord, Eneco und Mitsubishi/DGE für 5,45 ct/kWh. Und auch in Dänemark wurde der Zuschlag für den 600-MW-Park Kriegers Flak Anfang November 2016 für unter 5 ct/kWh an Vattenfall vergeben. „Diese Beispiele zeigen, in welche Richtung es geht – auch wenn sich die Kostenstrukturen natürlich von Projekt zu Projekt unterscheiden“, so Stohlmeyer. (me)

www.pwc.com

Stichwörter: Windenergie, PricewaterhouseCoopers, Offshore



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Windenergie

EEHH-Cluster: Windenergie aus Hamburg
[24.4.2017] Die Freie und Hansestadt Hamburg holt die Windkraft in die Stadt. Im Hamburger Hafen werden weitere hochmoderne Windkraftanlagen errichtet. mehr...
Windauptstadt Hamburg: Im Hamburger Hafen werden hochmoderne Windkraftanlagen errichtet, Anlagentechnik wird aus der Metropolregion in die Ostsee geliefert.
Landkreis Eichstätt: Vorzeigeprojekt Wind im Wald
[21.4.2017] Im oberbayerischen Landkreis Eichstätt entsteht ein großer Wald-Windpark. Der Bau wird von umfangreichen Ausgleichsmaßnahmen begleitet. mehr...
Spatenstich im neuen Wald-Windpark Workerszeller Forst.
Mecklenburg-Vorpommern: Wind-Wasserstoff-Projekt bestätigt
[20.4.2017] Das Wind-Wasserstoff-Projekt zur Erprobung der Schwarzstartfähigkeit von Windenergie und zur Speicherung des Windstroms in Wasserstoff der Firma Wind-Wasserstoff-Projekt ist einen Schritt weiter. mehr...
Offshore-Windkraft: Förderung sinkt auf 0,44 Cent
[19.4.2017] Die Zuschläge in der ersten Ausschreibung für Offsore-Windparks hat jetzt die Bundesnetzagentur erteilt. Die EEG-Förderung ist dabei von 19,4 auf 0,44 Cent gesunken. Einige der bezuschlagten Projekte kommen auch ohne Subventionen aus. mehr...
Die 78 Siemens-Windkraftanlagen des Nordsee-Offshore-Windparks Borkum Riffgrund 1 gingen im Oktober 2015 offiziell in Betrieb. Eigentümer ist Dong Energy.
Windenergie an Land: Ausreichend hohes Volumen gemeldet
[18.4.2017] Für die erste Ausschreibungsrunde Windenergie an Land wurde für 988,5 Megawatt eine Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz gemeldet. Das Ausschreibungsvolumen beträgt 800 Megawatt. mehr...

Suchen...

PortfolioWerkStadt GmbH
70199 Stuttgart
PortfolioWerkStadt GmbH
rku.it GmbH
44629 Herne
rku.it GmbH
Bsys GmbH
99086 Erfurt
Bsys GmbH

Aktuelle Meldungen