Samstag, 27. Mai 2017

Umfrage:
Industrieunternehmen liefern Strom


[24.4.2017] Viele Industriebetriebe können sich vorstellen, künftig selbst Strom zu produzieren und auf dem Strommarkt anzubieten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung des Digitalverbands Bitkom.

In den kommenden Jahren könnten in Deutschland Tausende neue Stromproduzenten entstehen. So könnten sich vier von zehn Industrieunternehmen vorstellen, künftig selbst Strom zu erzeugen und zu verkaufen. Bei größeren Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern stimmten dem sogar zwei Drittel der Unternehmen zu. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 506 Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder sagt: „Die Industrieunternehmen erkennen die Chancen aus der Digitalisierung der Energieversorgung. Für die Unternehmen bieten sich völlig neue Einnahmequellen durch die Energiewende.“
Eine gewisse Skepsis herrsche jedoch vor. Zwar können sich nur sieben Prozent überhaupt nicht vorstellen in die Stromproduktion einzusteigen, gleichzeitig geben aber 48 Prozent an, dass sie sich das eher nicht vorstellen können. Als Gründe dagegen nennen 64 Prozent der Unternehmen, dass sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen, die hohen Investitionskosten scheuen dagegen 41 Prozent. Ein Viertel der Betriebe schätzt das Vertragspotenzial als zu gering ein, während 22 Prozent fehlende rechtliche Voraussetzungen beklagen. Jedes zehnte Unternehmen, das sich eine eigene Stromproduktion nicht vorstellen kann, gibt als Grund fehlende Technologien zur einfachen Abrechnung an. „Unternehmen müssen nicht alles selbst machen. Die digitale Energiewende ist eine Chance für neue Dienstleistungen, gerade auch kleine und mittelständische Betriebe sollten dazu mit Spezialisten kooperieren“, so Rohleder. Eine Möglichkeit sieht der Digitalverband etwa darin, dass Betriebe die Dächer ihrer Produktionshallen für die Erzeugung von Solarstrom vermieten.
Ein weiteres Geschäftsmodell wird auch Gegenstand der Integrated Energy Plaza auf der Hannover Messe (24. bis 28. April 2017) sein: die kurzfristige Anpassung des Energieverbrauchs zur Stabilisierung des Stromnetzes. Immerhin zahlen Netzbetreiber rund 7.000 Euro je Megawatt flexibler Leistung. Hinzu kommt eine Vergütung für den tatsächlichen Abruf. Während bislang vor allem die energieintensive Industrie solche Ausgleichszahlungen beanspruchen konnte, sollen künftig auch Unternehmen mit einem geringeren Verbrauch über so genannte Aggregatoren als Dienstleister abschaltbare Lasten bereitstellen können. (me)

www.bitkom.org

Stichwörter: Smart Grid, Netze, Bitkom



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Netze | Smart Grid

Stuttgart Netze: Elektrischer Schlag vom Wasserhahn
[10.5.2017] In älteren Stuttgarter Gebäuden treten gehäuft Probleme bei der Erdung auf. Das haben Mitarbeiter des Netzbetreibers Stuttgart Netze bei routinemäßigen Überprüfungen festgestellt. mehr...
Baden-Württemberg: Verteilnetzstudie zeigt Ausbaubedarf
[5.5.2017] Der Ausbaubedarf für die Verteilnetze im Land wurde jetzt erstmals im Auftrag des Umweltministeriums Baden-Württemberg bestimmt. mehr...
Die Verteilnetze müssen ausgebaut und zu intelligenten Netzen weiterentwickelt werden.
Tennet / sonnen: Mit Blockchain das Netz stabilisieren
[5.5.2017] Tennet bindet künftig vernetzte Heimspeicher des Unternehmens sonnen über die Blockchain-Technologie in das Stromversorgungssystem ein. Eingriffe wie die Abregelung von Windkraftanlagen sollen dadurch vermindert werden. mehr...
Mit Blockchain-Technologie vernetzte Heimspeicher sollen künftig das Stromnetz stabilisieren.
Netzentwicklungspläne 2030: CSU kritisiert zweite Entwürfe
[4.5.2017] Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben die zweiten Entwürfe des Netzentwicklungsplans und des Offshore-Netzentwicklungsplans 2030 veröffentlicht. Alternativen zur Entlastung des Netzknotens Grafenrheinfeld haben darin nicht überzeugt. Bayern mahnte derweil eine umweltfachliche Bewertung der Maßnahmen an. mehr...
Die Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie Ilse Aigner (CSU) pocht beim Netzausbau weiterhin auf Alternativen.
Trafos: Regelbar und mit Pflanzenöl betrieben
[26.4.2017] Ein Projekt der Firma SBG und des Verteilnetzbetreibers Netze BW testet einen regelbaren und mit Pflanzenöl betriebenen Trafo im Kreis Ravensburg. mehr...
Der regelbare Trafo R-ONT der Firma SBG wird im Kreis Ravensburg erstmals mit Pflanzenöl betrieben.

Suchen...

regio iT GmbH
52070 Aachen
regio iT GmbH
IDS GmbH
76275 Ettlingen
IDS GmbH
GISA GmbH
06112 Halle (Saale)
GISA GmbH
Bsys GmbH
99086 Erfurt
Bsys GmbH

Aktuelle Meldungen