Montag, 13. April 2026

GießenStadtwerke nehmen TREA 2 in Betrieb

[09.12.2016] Mit der Inbetriebnahme der zweiten Thermischen Reststoffbehandlungs- und Energieverwertungsanlage TREA 2 verbessern die Stadtwerke Gießen weiter ihren Primärenergiefaktor für die Fernwärme.

Die Stadtwerke Gießen haben jetzt den ersten Anlagenteil ihrer zweiten Thermischen Reststoffbehandlungs- und Energieverwertungsanlage (TREA 2) in Betrieb genommen. Nach nur 16 Monaten Bauzeit produziert die Anlage nun Wärme und Strom. Wie die Stadtwerke mitteilen, sei dies ein Meilenstein für die Energiewende in Gießen und der gesamten Region. Seit dem Jahr 2010 produziert die erste TREA aus Abfällen Heizenergie für das Gießener Wärmenetz. Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, dass Gießen zu den Vorreitern in Sachen klimaschonende Energieversorgung zählt. Anders als TREA 1 produziert TREA 2 neben Wärme jetzt auch Strom. Dazu haben Ingenieure das ursprüngliche Funktionsprinzip der Anlage weiter entwickelt. Die größte Herausforderung sei aus der Tatsache entstanden, dass die Temperaturen, welche bei der Verbrennung mittelkalorischen Abfalls entstehen, nicht ausreichen, um einen Generator anzutreiben. Deshalb übernehmen jetzt zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) die nötige Temperatursteigerung. Die Abgase der Aggregate sind so heiß, dass sie den Dampf auf über 350 Grad Celsius erhitzen – heiß genug für die Stromproduktion. Die Festbrennstofflinie soll dann voraussichtlich zum Ende des kommenden Jahres in Betrieb gehen. Matthias Fink, Leiter der Abteilung Wärmeversorgung bei den Stadtwerken Gießen, hebt einen der wesentlichen Vorteile von TREA 2 hervor: „Die Gesamtanlage ist extrem variabel. Wir können sie im Bereich von 1,3 bis 5,5 Megawatt elektrische Leistung fahren und damit flexibel auf den jeweiligen Strombedarf beziehungsweise die aktuelle Marktsituation reagieren.“ Fink rechnet mit einer Jahreslaufleistung von etwa 7.400 Stunden. Damit könnte TREA 2 den Wärmebedarf von bis zu 4.200 Einfamilienhäusern und den Strombedarf von 13.500 Durchschnittshaushalten decken. Außerdem können die Stadtwerke ihre Strom-Eigenerzeugung von CO2-neutralem Strom auf jährlich 180.000 Megawattstunden erhöhen. Die direkt neben der ersten TREA entstehende Anlage werde zudem künftig 17 Prozent der benötigten Fernwärme bereitstellen. Der aktuelle und bereits sehr gute Primärenergiefaktor könnte damit von 0,28 auf deutlich unter 0,2 sinken. Der Primärenergiefaktor steht für das Verhältnis von eingesetzten fossilen Energieträgern zur damit produzierten Wärme. Das bedeutet: Künftig benötigen die Stadtwerke Gießen weniger als 0,2 Kilowattstunden Erdgas oder Heizöl, um eine Kilowattstunde Wärme zu produzieren. Auch erfülle TREA 2 alle Anforderungen in Sachen Umweltschutz: Die festen Verbrennungsrückstände seien frei von Giften und könnten im Straßenbau eingesetzt werden. Eine aufwendige Abgasreinigungstechnik sorge darüber hinaus dafür, dass keine gefährlichen Schadstoffe durch den Kamin in die Umwelt gelangen.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Kronshagen: Altlastenfläche wird zum Bürgerpark

[10.04.2026] Kronshagen erschließt Erdwärme unter einem ehemaligen Altlastenstandort und koppelt das Projekt mit einer Parkentwicklung. Die frühzeitige Wärmeplanung ermöglicht klimaneutrales Heizen und zeigt, wie Kommunen mehrere Ziele gleichzeitig erreichen können. mehr...

Dresden: Kommunale Wärmeplanung überarbeitet

[09.04.2026] Dresden bringt eine überarbeitete Fassung seines kommunalen Wärmeplans in den Stadtrat ein, mit klarem Fokus auf den Ausbau von Wärmenetzen und lokale Lösungen. Die Maßnahmen bis 2028 sollen den hohen Erdgasanteil senken und die künftige Rolle des Gasnetzes klären. mehr...

Alt-Text: Bürgerversammlung der Stadt Leverkusen zur kommunalen Wärmeplanung: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sitzen in einem Veranstaltungsraum und verfolgen einen Vortrag auf einer großen Leinwand, auf der „Heizen mit Zukunft“ präsentiert wird.

Leverkusen: Plan für klimaneutrale Wärme liegt vor

[08.04.2026] Nach der Auswertung von Bürgerhinweisen liegt nun der finale Bericht zur Wärmeplanung der Stadt Leverkusen vor. Dieser benennt Einsparpotenziale sowie mögliche Ausbaugebiete für Wärmenetze. Bei Zustimmung des Rates kann die schrittweise Umsetzung beginnen. mehr...

Deutschlandkarte mit kommunaler Wärmeplanung auf Kreisebene: In verschiedenen Blautönen sind alle Kommunen dargestellt, wobei dunkle Flächen jene Kommunen kennzeichnen, die bereits einen fertigen Wärmeplan vorliegen haben. Diese konzentrieren sich vor allem in Süddeutschland sowie in einzelnen Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet, während in vielen anderen Regionen – insbesondere in Teilen Ostdeutschlands und ländlichen Gebieten – noch überwiegend hellere Flächen ohne abgeschlossene Planung dominieren.

BBSR: Wärmeplanung kommt voran

[07.04.2026] In Deutschland leben immer mehr Menschen in Kommunen mit einem fertigen Wärmeplan. Laut dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung waren es Ende 2025 knapp ein Drittel der Bevölkerung. Besonders weit sind einzelne Bundesländer im Süden und Norden. mehr...

Mehrere Männer stehen und sitzen an einem großen Holztisch in einem repräsentativen Raum und unterzeichnen gemeinsam Dokumente. Zwei Männer sitzen in der Mitte und unterschreiben die Absichtserklärung, während andere Beteiligte daneben stehen und zuschauen. Im Hintergrund sind die Flaggen Deutschlands, der Europäischen Union und Polens zu sehen.

Stadtwerke Görlitz: Deutsch-polnisches Projekt United Heat

[01.04.2026] In Görlitz hat der Bau eines deutsch-polnischen Fernwärmeprojekts begonnen. Das Vorhaben sieht vor, die Wärmenetze von Görlitz und Zgorzelec zu verbinden und bis 2030 klimaneutral zu machen. Die Bundesregierung unterstützt das Projekt mit rund 80 Millionen Euro. mehr...

Deutscher Städte- und Gemeindebund: Umsetzung der Wärmewende in Gefahr

[30.03.2026] Deutschlands Kommunen warnen vor einem finanziellen Kollaps, der Investitionen in die Wärmewende ausbremst. Ohne grundlegende Reformen und verlässliche Förderstrukturen drohen Planung und Umsetzung vor Ort ins Stocken zu geraten. mehr...

Studie: Wärmenetze trotz knapper Kassen finanzieren

[25.03.2026] Eine neue Studie zeigt, wie Kommunen Wärmenetze trotz knapper Kassen finanzieren und wirtschaftlich betreiben können. Sie liefert konkrete Modelle, Planungswege und ein Berechnungstool – entscheidend angesichts milliardenschwerer Investitionen bis 2030. mehr...

Dresden: Intelligentes Fernwärmenetz in Betrieb gegangen

[23.03.2026] In Dresden-Friedrichstadt ist ein digital gesteuertes Fernwärmenetz mit modularer Großwärmepumpe in Betrieb gegangen. Das Projekt zeigt, wie sich erneuerbare Wärme und intelligente Datensteuerung für eine effizientere und klimafreundliche Versorgung kombinieren lassen. mehr...

Stadtwerke Tübingen: Förderung für Großwärmepumpe erhalten

[20.03.2026] Die Stadtwerke Tübingen erhalten 23 Millionen Euro Förderung für eine Großwärmepumpe am Klärwerk. Damit gewinnt die Transformation der Fernwärme an Tempo und ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung rückt näher. mehr...

Von links: Wolf-Thomas Hendrich (Versorgungsbetriebe Hoyerswerda), Katrin Bartsch (Stadtwerke Weißwasser) und Michael Schiemenz (Städtische Werke Spremberg) unterzeichnen eine Vereinbarung.

Kooperation: Klimaneutrale Wärme in der Lausitz

[16.03.2026] Drei Stadtwerke aus der Lausitz treiben ihre Wärmewende voran. Die Unternehmen aus Weißwasser, Hoyerswerda und Spremberg haben einen Planervertrag für ein gemeinsames Projekt zur Transformation der Wärmeversorgung unterzeichnet. Das Ziel ist eine weitgehend dekarbonisierte Wärmeversorgung bis Mitte der 2030er Jahre. mehr...

BEE: Positionspapier empfiehlt Holzenergie für die Wärmeversorgung

[09.03.2026] Ein neues Positionspapier des Bundesverbands Erneuerbare Energie stellt Holzenergie als zentralen Baustein der Wärmewende dar. Angesichts geopolitischer Risiken und steigender Preise für Öl und Gas fordert der Verband, heimische Holzwärme stärker in der Wärmeversorgung zu berücksichtigen. mehr...

Jade Hochschule: Vereinheitlichung der kommunalen Wärmeplanung

[04.03.2026] Die Jade Hochschule will die kommunale Wärmeplanung in Niedersachsen mit einem landesweit einheitlichen Daten- und Methodenstandard harmonisieren. Ein neues, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Forschungsprojekt soll Kommunen schneller zu belastbaren Entscheidungen über Wärmenetze oder dezentrale Lösungen führen. mehr...

Saarland: Studie analysiert Wärmeversorgung

[04.03.2026] Eine neue Studie analysiert die Wärmeversorgung im Saarland und zeigt Wege zur klimaneutralen Wärmewende auf. Die Untersuchung soll Kommunen eine belastbare Grundlage für ihre Wärmeplanung bis 2045 liefern. mehr...

Region Mitte Niedersachsen: Förderung dreier Klimaschutz-Projekte

[02.03.2026] Die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen fördert drei Projekte zu Mikrowärmenetzen, energetischer Sanierung und Abfallpädagogik mit rund 540.000 Euro. Die Bescheide übergab Landesbeauftragter Ottmar von Holtz in Rehburg-Loccum und setzte damit ein Signal für die interkommunale Zusammenarbeit in Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. mehr...

Braunschweig: Holzheizkessel in Betrieb genommen

[27.02.2026] BS Energy und SH Kraft & Wärme haben im Braunschweiger Energie Effizienz Quartier Gliesmarode/Querum einen zweiten Holzheizkessel in Betrieb genommen. Mit der Leistungssteigerung um 50 Prozent wächst der Anteil erneuerbarer Wärme im Quartiersnetz weiter und das Ziel einer vollständig regenerativen Versorgung bis 2040 rückt näher. mehr...