BonnSeit 70 Jahren mehr als heiße Luft

Bonn: Eine Übergabestation für Fernwärme an der Kennedyallee in Plittersdorf.
(Bildquelle: Stadtwerke Bonn/Magunia)
Ein ökologisches Traditionsprodukt ist die Fernwärme, welche die Stadtwerke Bonn Energie und Wasser (SWB EnW) liefern. Seit 70 Jahren entsteht sie in Bonn und kommt fertig ins Haus – die Abnehmer brauchen weder Heizkessel noch Schornstein oder Brennstofflager. Die Energieform ist somit nachhaltig, unabhängig und günstiger als andere – was momentan aktueller denn je ist.
Ihren Ursprung hat die Bonner Fernwärme nach Angaben der Stadtwerke Bonn im Jahr 1952. Damals fiel der Beschluss, das städtische Elektrizitätswerk an der Karlstraße in ein Heizkraftwerk (HKW) umzubauen. Bald kam Betriebsdirektor Erwin Hennessen eine Idee: Den während der Stromerzeugung im Heizkraftwerk anfallenden Dampf wollte er nutzen, um benachbarte öffentliche und private Gebäude zu versorgen. Schon 1953 konnten einige hundert Meter des neuen Bonner Fernwärmenetzes in Betrieb genommen werden, zwei Jahre später führten die mittlerweile rund 4,5 Kilometer langen Leitungen zu 40 Empfängern, davon acht Privathäusern. In den Genuss der Bonner Fernwärme kam auch Bundeskanzler Konrad Adenauer: Denn das Bundespresse- sowie das Bundeskanzleramt, welche an den äußersten Punkten des damaligen Netzes lagen, zählten zu dieser Zeit neben den Universitätsinstituten und dem Poppelsdorfer Schloss zu den größten Abnehmern.
Heute ist das Bonner Fernwärmenetz rund 121 Kilometer lang – und wächst weiter, wie die Stadtwerke Bonn berichten. Geplant ist etwa, in Kürze große Liegenschaften wie das Rhein-Sieg-Berufskolleg und das Helmholtz-Gymnasium anzuschließen. Auch in der Bonner Nord- und Weststadt verfolgen die SWB Anschlusspläne, und werden dabei von BonnNetz unterstützt. Bereits im Bau befindet sich der 4,4 Megawatt-Anschluss der LVR-Klinik am Kaiser-Karl-Ring, der voraussichtlich noch im August von BonnNetz fertiggestellt wird.
Besonders klimaschonend ist die Bonner Fernwärme nicht zuletzt deshalb, weil die Stadtwerke in ihrem Heizkraftwerk das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sowie Hausmüll als „nachwachsenden Rohstoff“ nutzen. Nach Informationen der Stadtwerke sorgt das für einen Primärenergiefaktor von 0,25 und ein CO₂-Äquivalent von ; das HKW Nord spare auf diese Weise rund 194.000 Tonnen CO₂ im Jahr ein.
Die SWB-Fernwärme erfülle so im Hinblick auf das Bestreben der Stadt Bonn, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu sein, eine Schlüsselrolle: Wärme effizient und nachhaltig bereitzustellen. Derzeit wird zudem eine neue Gas- und Dampfturbinenanlage am Heizkraftwerk Nord gebaut und die alte Anlage ertüchtigt, damit die Stadtwerke Bonn ab 2025 auch Wasserstoff nutzen können, um Strom und Fernwärme zu erzeugen.
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