Donnerstag, 3. April 2025

Stadtwerke HattingenPotenzialanalyse abgeschlossen

[02.04.2025] Die Stadtwerke Hattingen und das Gas- und Wärme-Institut Essen haben ihre Potenzialanalyse zur kommunalen Wärmeplanung abgeschlossen. Die Ergebnisse liefern eine fundierte Grundlage, um bis 2045 eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu entwickeln.

Ansicht des thermischen Bedarfs der Hattinger Gebäude (zusammengefasst auf Baublockebene) nach Berechnung des möglichen Sanierungspotenzials.

(Bildquelle: Stadtwerke Hattingen)

Die Stadtwerke Hattingen und das Gas- und Wärme-Institut Essen (GWI) haben einen wichtigen Meilenstein in der kommunalen Wärmeplanung erreicht: Die Potenzialanalyse ist abgeschlossen. Wie die Stadtwerke Hattingen mitteilen, wurden Anfang März die Ergebnisse im Klimaausschuss der Stadt Hattingen vorgestellt. Die Analyse identifiziert Einsparpotenziale sowie Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien. Darauf aufbauend entwickeln die Stadtwerke und das GWI nun Zielszenarien und Strategien für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045.

Bürgermeister Dirk Glaser betont die Bedeutung der Ergebnisse: „Die Potenzialanalyse zeigt uns nicht nur vielversprechende erneuerbare Energien auf, sondern auch die Basis für eine nachhaltige und bezahlbare Wärmeversorgung unserer Bürgerinnen und Bürger.“ Lars Tellmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Hattingen, hebt hervor: „Hattingen verfügt über ein erhebliches Potenzial für erneuerbare Energien. Wir haben geeignete Energiequellen für Strom- und Wärmeerzeugung ermittelt und entwickeln darauf basierend realistische Zielszenarien.“

Ein zentrales Element der Analyse war laut Auskünften der Stadtwerke die Untersuchung des Sanierungspotenzials von Gebäuden. Für fast 18.000 Objekte wurden Wärmebedarf, Heiztechnologien und Energieverbrauch ermittelt. Die Stadtwerke und das GWI berechneten, dass durch energetische Sanierungen der Wärmebedarf um bis zu 50 Prozent gesenkt werden kann. Parallel dazu wurde das Strompotenzial erneuerbarer Energien untersucht. Die Analyse von Photovoltaik- und Windkraftkapazitäten ergab, dass die theoretische Solarstromerzeugung den aktuellen Gesamtstrombedarf Hattingens sogar übersteigen könnte. Windkraftpotenziale konzentrieren sich auf wenige geeignete Flächen, könnten jedoch durch den Austausch veralteter Anlagen gesteigert werden.

Auch die Möglichkeiten zur nachhaltigen Wärmeerzeugung wurden umfassend analysiert. Neben Solarthermie und Geothermie wurde das Potenzial von Flusswärme aus der Ruhr untersucht. Eine Machbarkeitsstudie soll zudem klären, inwieweit Grubenwasser aus ehemaligen Bergbauanlagen als Wärmequelle genutzt werden kann. Weitere Prüfungen betreffen Biomasse, Abwärmenutzung und Wärmespeichertechnologien.

Die Ergebnisse der Potenzialanalyse liefern eine fundierte Grundlage für die nächsten Schritte. In den kommenden Wochen sollen konkrete Zielszenarien entwickelt werden, um den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung systematisch voranzutreiben.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Nürnberg: Zwei Studien zur Wärmespeicherung

[31.03.2025] Saisonale Wärmespeicher könnten eine zentrale Rolle in der zukünftigen Wärmeversorgung spielen. Zwei Studien der FAU Erlangen-Nürnberg und der TH Nürnberg Georg Simon Ohm analysieren, welche Technologien und Speichergrößen für den Energieversorger N‑ERGIE wirtschaftlich und technisch sinnvoll sind. mehr...

MVV: Flusswärmepumpe in Planung

[24.03.2025] Das Mannheimer Energieunternehmen MVV plant eine der größten Flusswärmepumpen Europas. Die neue Anlage soll ab 2028 bis zu 40.000 Haushalte mit klimafreundlicher Wärme versorgen und durch einen wasserstofffähigen Fernwärmenachheizer ergänzt werden. mehr...

Rheinland-Pfalz: Stand zur Wärmeplanung

[24.03.2025] Zwei Drittel der rheinland-pfälzischen Kommunen haben bereits mit der Erstellung eines kommunalen Wärmeplans begonnen. mehr...

GISA: Nutzung von Abwärme aus Rechenzentrum

[21.03.2025] Der IT-Dienstleister GISA nutzt künftig die Abwärme seines Rechenzentrums in Halle (Saale), um Büros zu temperieren. Dies spart Energie, reduziert den CO₂-Ausstoß und macht die Cloudleistungen des Unternehmens nachhaltiger. mehr...

Ibbenbüren: Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen

[20.03.2025] Die Stadt Ibbenbüren hat als eine der ersten Kommunen in Nordrhein-Westfalen ihre kommunale Wärmeplanung abgeschlossen und stellt damit die Weichen für die lokale Wärmewende. mehr...

Borkum: Wärmeplanung gestartet

[19.03.2025] Die Insel Borkum hat jetzt gemeinsam mit der Energielenker Gruppe die kommunale Wärmeplanung gestartet. Ziel ist eine nachhaltige und langfristig kosteneffiziente Wärmeversorgung, die sowohl den Tourismus als auch die Lebensqualität der Bewohner stärkt. mehr...

KEA-BW: Wärmeatlas BW ist online

[19.03.2025] Der neue Wärmeatlas Baden-Württemberg bietet Kommunen eine detaillierte Übersicht über den Wärmebedarf von Gebäuden und unterstützt sie bei der Planung ihrer zukünftigen Wärmeversorgung. mehr...

Frankfurt am Main: Wärmeplan soll 2026 vorliegen

[17.03.2025] Die Stadt Frankfurt hat den Energieversorger Mainova, das Fraunhofer-Institut IFAM, e-think-energy research und IREES mit der Erstellung eines kommunalen Wärmeplans beauftragt. Die Unternehmen sollen eine zukunftsweisende Strategie für eine klimaneutrale Wärmeversorgung der Mainmetropole entwickeln. mehr...

Schleswig-Holstein: Wärmekompetenzzentrum und -potenzialkarten gehen an den Start

[14.03.2025] Mit dem neuen Wärmekompetenzzentrum und den Wärmepotenzialkarten erhalten die Kommunen in Schleswig-Holstein gezielte Unterstützung bei der kommunalen Wärmeplanung. Während das Wärmekompetenzzentrum die Gemeinden beratend begleitet, bieten die Wärmepotenzialkarten eine wichtige Entscheidungsgrundlage für wirtschaftlich tragfähige Wärmenetze. mehr...

Eschwege: Vorreiter bei kommunaler Wärmeplanung

[14.03.2025] Eschwege nimmt in Hessen eine Vorreiterrolle in der kommunalen Wärmeplanung ein. Mit einer frühzeitigen Planung, innovativen Technologien und intensiver Bürgerbeteiligung setzt die Stadt Maßstäbe für eine klimafreundliche und zukunftssichere Wärmeversorgung. mehr...

Fraunhofer CINES: Zwischenbilanz zur kommunalen Wärmeplanung

[13.03.2025] Eine Umfrage des Fraunhofer-Exzellenzclusters CINES zeigt, dass Kommunen und Stadtwerke die kommunale Wärmeplanung als herausfordernd empfinden. Besonders der Mangel an qualifiziertem Personal, die Verfügbarkeit relevanter Daten und die Koordination zwischen lokalen Akteuren erweisen sich als kritische Faktoren. mehr...

Lübeck: Kommunalen Wärmeplan beschlossen

[10.03.2025] Die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck hat jetzt einen kommunalen Wärmeplan beschlossen. Das Konzept zeigt Wege auf, wie die Stadt bis 2040 eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung erreichen kann. mehr...

RheinEnergie: Leuchtturmprojekt für Deutschland

[07.03.2025] Der Kölner Energieversorger RheinEnergie hat mit MAN Energy Solutions einen Vertrag über die Lieferung einer Flusswasser-Wärmepumpe mit einer Leistung von 150 Megawatt unterzeichnet. mehr...

Schwerin: Auftaktveranstaltung zur Wärmeplanung

[06.03.2025] Schwerin hat mit einer Auftaktveranstaltung ihre kommunale Wärmeplanung gestartet. Ziel ist eine schrittweise Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien, um bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. mehr...