Mittwoch, 28. Oktober 2026

StudieNeue Basis für die Netzplanung

[10.02.2017] Laut einer aktuellen Fraunhofer-Studie zur Entwicklung der regionalen Stromnachfrage sinkt der Energieverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2030. Erst danach ist mit einem Anstieg zu rechnen.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat im Auftrag der deutschen Übertragungsnetzbetreiber die Stromnachfrage- und Lastentwicklung für den Zeitraum von 2013 bis 2030 und darüber hinaus analysiert. Das Forschungsteam entwickelte drei Szenarien, die sich hinsichtlich der Ausgestaltung der Energie- und Klimapolitik, dem Einsatz von Energieeffizienz-Technologien und dem Anteil von flexiblen Stromverbrauchern unterscheiden.

Regionale Stromnachfrage bis 2030

Wie das Fraunhofer-Institut mitteilt, ermittelten die Wissenschaftler auf der Basis aktueller Prognosen zur Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung, wie sich die regionale Stromnachfrage bis zum Jahr 2030 und auch darüber hinaus bis 2050 entwickeln könnte. Verglichen mit dem Stromverbrauch im Jahr 2013 in Höhe von 523 Terawattstunden (TWh) gehen die Forscher in allen Szenarien von einem Rückgang oder einem nahezu konstanten Niveau der Stromnachfrage aus: Im ersten Szenario führe eine weniger ambitioniert ausgestaltete Energiepolitik zu einem leichten Rückgang der Stromnachfrage bis 2030 auf etwa 504 TWh. Im zweiten Szenario sinkt die Nachfrage sogar auf etwa 490 TWh, was im Wesentlichen durch den Fortschritt bei Stromspar-Technologien bedingt sei. Den geringsten Rückgang der Stromnachfrage gebe es im dritten Szenario, weil sich die Effizienzsteigerungen und die Verbreitung neuer Technologien im Wesentlichen gegenseitig kompensieren und somit die Stromnachfrage im Jahr 2030 auf demselben Niveau liege wie 2013.

Bessere Netzentwicklungsplanung

Die Untersuchung zeige allerdings, dass sich die Stromnachfrage bis zum Jahr 2050 signifikant erhöhen könne. Der Grund dafür liege in der weiteren Sektorkopplung, etwa durch die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen und Wärmepumpen. Die Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklungen in Metropolen und im ländlichen Raum führten zudem dazu, dass sich die Stromnachfrage regional sehr unterschiedlich entwickeln kann. Rainer Elsland, Leiter der Studie am Fraunhofer ISI, hob die Bedeutung der Studie hervor: „Diese tiefgehende Analyse ist eine bessere Grundlage gegenüber vergangenen Netzentwicklungsplänen, um den Verbrauch und die Last in künftigen Netznutzungssituationen unter den erwarteten Veränderungen zu prognostizieren.“





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

Advertorial: Netzdigitalisierung für kleinere Netzbetreiber – Wie der Einstieg mit begrenzten Ressourcen gelingt

[28.10.2026] Steigende Anschlussanfragen, lückenhafte Netzdaten und wachsende Anforderungen fordern kleinere Netzbetreiber. Wie sich die Digitalisierung mit begrenzten Ressourcen angehen lässt, zeigt die envelio Roadshow im November 2026. Im Mittelpunkt stehen Praxisberichte, der Austausch mit anderen Netzbetreibern und konkrete Schritte für den eigenen Betrieb. mehr...

sw netz: Neues Umspannwerk in Wiesbaden

[27.10.2026] Der Wiesbadener Netzbetreiber sw netz baut im Stadtteil Amöneburg ein neues Umspannwerk. Die Anlage soll die Stromversorgung angesichts steigender Anforderungen durch Wärmewende, Elektromobilität und neue Gewerbeansiedlungen langfristig sichern. mehr...

Ultranet: TransnetBW schließt Leitungsbau für ab

[23.10.2026] Der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW hat den Leitungsbau für die Gleichstromverbindung Ultranet zwischen Mannheim-Wallstadt und Philippsburg abgeschlossen. Der erste Stromfluss ist für Ende 2026 vorgesehen. mehr...

Kisters: Neue Softwaregeneration für Messstellenbetreiber

[23.10.2026] Auf den metering days 2026 stellt Kisters neue webbasierte Anwendungen für das Messdatenmanagement und die Zählerfernauslesung vor. Weitere Schwerpunkte sind die Steuerung nach § 14a EnWG und die Integration intelligenter RLM-Messsysteme. mehr...

Baden-Württemberg: Task Force soll Netzausbau beschleunigen

[22.10.2026] Baden-Württemberg will den Ausbau der Stromverteilnetze deutlich beschleunigen. Eine neue Task Force soll Netzengpässe beseitigen, Anschlussverfahren verkürzen und die Infrastruktur für die Energiewende stärken. mehr...

Bundesnetzagentur: Netzengpässe verursachen höhere Kosten

[15.10.2026] Das Volumen der Maßnahmen gegen Netzengpässe ist im zweiten Quartal 2026 um rund zehn Prozent gesunken. Dennoch stiegen die Kosten auf 673 Millionen Euro, vor allem wegen höherer Vorhaltekosten für Reservekraftwerke. mehr...

Hager: Neue Lösungen für intelligente Netze

[12.10.2026] Hager erweitert sein Portfolio für die Energiewende. Im Mittelpunkt stehen netzdienlich steuerbare Lade-Infrastruktur, bidirektionales Laden und eine vereinfachte Spannungsversorgung intelligenter Messsysteme. Die neuen Lösungen reagieren unter anderem auf regulatorische Anforderungen an Elektromobilität und Smart-Meter-Infrastruktur. mehr...

Netzentgelte: Zahlen für das kommende Jahr veröffentlicht

[05.10.2026] Die vorläufigen Übertragungsnetzentgelte für 2027 liegen bei durchschnittlich 3,54 Cent je Kilowattstunde und damit über dem Wert von 2026. Ohne den vorgesehenen Bundeszuschuss von 5,525 Milliarden Euro würden sie nach Angaben der Netzbetreiber auf 6,52 Cent steigen. mehr...

SüdLink: Umplanung erforderlich

[01.10.2026] Beim Bau der Stromtrasse SüdLink sind im Raum Heilbronn in Baden-Württemberg Umplanungen erforderlich. Wegen neuer geologischer Erkenntnisse kann ein bereits gebauter Schacht bei Bad Friedrichshall-Kochendorf nicht wie vorgesehen genutzt werden. mehr...

Westnetz: Reaktion auf Kritik am Smart-Meter-Roll-out

[23.09.2026] Westnetz reagiert auf die Kritik der Smart-Meter-Initiative an Problemen beim Smart-Meter-Roll-out. Der Netzbetreiber räumt Einschränkungen bei der Marktkommunikation ein und will offene Vorgänge mit zusätzlichen Ressourcen und spezialisierten Teams schneller abbauen. mehr...

Smight: Kritische Netzsituationen erkennen

[15.09.2026] Der Anbieter Smight hat mit SMIGHT NeMS ein neues Netzmanagementsystem für die Niederspannung vorgestellt. Die Plattform soll Messdaten, Steuerung und Prognosen zusammenführen und Verteilnetzbetreiber bei der Umsetzung regulatorischer Vorgaben unterstützen. mehr...

Regensburg: Netzbetreiber modernisiert Schaltanlage

[11.09.2026] Regensburg Netz hat eine Mittelspannungsschaltanlage im Norden der Stadt umfassend modernisiert. Die neue Anlage kommt ohne das Isoliergas Schwefelhexafluorid aus und soll die Betriebssicherheit erhöhen. Zum Einsatz kommt Clean-Air-Technologie von Schneider Electric. mehr...

Konstanz: Erneuerung von Hochspannungsleitung

[08.09.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben eine grenzüberschreitende 110-Kilovolt-Leitung aus der Schweiz erneuert. Das Projekt ist Teil eines umfassenden Netzausbaus, mit dem sich der Versorger auf einen bis zu dreimal höheren Leistungsbedarf vorbereitet. In den kommenden Jahren sollen dafür mehr als 150 Millionen Euro investiert werden. mehr...

Netzplanung: Strom, Gas und Wasserstoff rücken enger zusammen

[08.09.2026] Die Bundesnetzagentur hat die Entwürfe für die neuen Szenariorahmen Strom sowie Gas und Wasserstoff zur Konsultation gestellt. Sie zeigen mögliche Entwicklungen von Energieerzeugung und -verbrauch bis 2040 und 2045 und bilden damit die Grundlage für die weitere Netzplanung. mehr...

Mitnetz Strom: Pilotprojekt zur Auswertung historischer Netzdaten

[04.09.2026] Künstliche Intelligenz soll bei mehreren Verteilnetzbetreibern historische Netzdaten zu Niederspannungskabeln besser nutzbar machen. Das Pilotprojekt Cable Age prüft, wie sich daraus belastbare Informationen für Datenmanagement, Netzplanung und Asset Management gewinnen lassen. mehr...