Mittwoch, 8. April 2026

HildenEnergiekommune dank Verkehrswende

[30.11.2021] Die Agentur für Erneuerbare Energien zeichnet im November 2021 die Stadt Hilden als Energiekommune des Monats aus. Ab 2022 geht hier Deutschlands größter Schnellladepark in Betrieb.
PV-Dachanlage auf der Schlosserei der Stadtwerke Hilden.

PV-Dachanlage auf der Schlosserei der Stadtwerke Hilden.

(Bildquelle: Stadtwerke Hilden)

Das nordrhein-westfälische Hilden begrüßt ab Dezember 2021 erstmalig eine Klimaschutz-Managerin im Team der Stadtverwaltung. Gemeinsam mit dem Klima-Management wird damit das Ziel der Stadt, in Zukunft klimaneutral zu werden, weiter vorangetrieben. Gleichzeitig investiert ein ortsansässiges Unternehmen massiv in den Klimaschutz. Bereits 2022 wird so am Autobahnkreuz Hilden Deutschlands größter Schnellladepark in Betrieb genommen. Dafür wurde die Stadt nun von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zur Energiekommune des Monats gekürt.

Neuer kommunaler Klimaschutzplan

Seitdem der Stadtrat 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat, müssen nicht nur alle kommunalen Entscheidungen kritisch auf ihren klimatischen Fußabdruck geprüft werden. Um dem eigenen Anspruch einer Transformation zur klimaneutralen Stadt gerecht zu werden, hat die Stadtverwaltung bereits zahlreiche Maßnahmen wie die Installation von Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden und die Beratung der Bürger angestoßen. Ab Dezember werden zukünftige Maßnahmen zentral von der Klimaschutz-Managerin erarbeitet, umgesetzt und überwacht. Dabei wird sie vom Klima-Management der Stadt unterstützt, welches sich aus erfahrenen Angestellten aus den klimarelevanten Bereichen Stadtplanung, Grünflächen und Forst sowie der Abfallentsorgung zusammensetzt.
„Die Umsetzung von klimawirksamen Maßnahmen und die Abrufung von Fördergeldern scheitern nicht zuletzt oft an den Kapazitäten der kommunalen Verwaltungen. Die Verstetigung von Kompetenz durch die Einstellung von dezidierten Klimaschutz-Managern ermöglicht eine strukturierte Umsetzung von Maßnahmen und verbessert die Kommunikation zwischen Kommunen und anderen Stakeholdern“, sagt Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE.

Bäcker Schüren reduziert den Energieverbrauch

Neben den Maßnahmen der Stadt sticht vor allem „Ihr Bäcker Schüren“ — ein lokales Bäckereiunternehmen — bei der Umsetzung der Energiewende heraus. Bereits seit Jahrzehnten engagiert sich das Unternehmen für den Klimaschutz. Heute wird in Hilden eines der seltenen gewerblichen Plusenergiegebäude durch die Bäckerei betrieben. Basierend auf einem Modell, welches Kälte- und Wärmenetze mit dem lokal produzierten Solarstrom und dem Elektrofuhrpark des Unternehmens koppelt, konnte der Betrieb bis heute seinen CO2-Ausstoß um über 95 Prozent reduzieren und den eigenen Energiebedarf halbieren. Eine 400 Quadratmeter große Photovoltaikdachanlage auf dem Carport des Kundenparkplatzes der Backstube versorgt bereits 18 Elektrofahrzeuge des Unternehmens.
Zukünftig soll die gesamte Fahrzeugflotte elektrisch mit lokal und nachhaltig produziertem Strom versorgt werden. Momentan wird geprüft, inwieweit sich die Fahrzeuge als mobile Energiespeicher eignen. Somit könnte in Zukunft auch der Strombedarf der Backstube in der Frühschicht durch lokal produzierten und in den Fahrzeugen gespeicherten Strom gedeckt werden.

Neuer Schnellladepark 2022

Zusätzlich zur Plusenergiebackstube können Anhänger der Verkehrswende ab 2022 umweltfreundliches Brot der Bäckerei auch auf Deutschlands größtem Schnellladepark erwerben. Gemeinsam mit zwei internationalen Partnern setzt das Unternehmen das Projekt am Autobahnkreuz Hilden um. Auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände können bis zu 114 Autos geladen werden. 62 davon per Schnelllader mit bis zu 300 Kilowatt Ladeleistung. Parallel dazu wird von der Stadt im Moment ein neues Verkehrskonzept erarbeitet. Das im März 2021 begonnene Projekt analysiert zunächst den Istzustand und die Vorstellungen der Bürger. Diese Analyse dient dann als Grundlage für die Erarbeitung eines nachhaltigen Verkehrsleitbildes, welches schrittweise in den nächsten Jahren umgesetzt werden wird.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz
bericht

Tübingen: Klimaschutz, der funktioniert

[07.04.2026] Mit der Fortschreibung ihres Klimaschutzprogramms hat die Stadt Tübingen für die Sektoren Strom, Wärme und öffentlichen Verkehr einen klaren Transformationspfad definiert. Das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, rückt damit in greifbare Reichweite. mehr...

BDEW/ZSW: 53 Prozent des Stromverbrauchs stammen aus Erneuerbaren

[07.04.2026] Erneuerbare Energien deckten im ersten Quartal 2026 erstmals 53 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Vor allem ein kräftiger Zuwachs bei der Windkraft treibt den Anteil nach oben und unterstreicht die wachsende Bedeutung für Versorgungssicherheit und Klimaziele. mehr...

Wolfsburg: Maßnahmenkatalog für Treibhausgasneutralität vorgelegt

[01.04.2026] Wolfsburg legt mit dem „Masterplan 100% Klimaschutz“ einen konkreten Fahrplan zur Treibhausgasneutralität bis 2040 vor. Der Maßnahmenkatalog soll zentrale Bereiche wie Verkehr, Gebäude und Energieversorgung neu ausrichten und steht im Mai zur politischen Entscheidung. mehr...

Difu: Studie zu Förderprogrammen

[30.03.2026] Eine Studie des Difu empfiehlt pauschale Klimabudgets und weniger Bürokratie für Kommunen. Damit sollen stockende Projekte beschleunigt werden, die bisher an komplexen Förderverfahren scheitern. mehr...

Klimaschutzprogramm: Stellungnahmen von VKU, BSW-Solar und BDEW

[26.03.2026] VKU, BSW-Solar und BDEW haben das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bewertet und fordern Nachbesserungen. Die Verbände sehen Fortschritte, warnen aber vor Umsetzungsdefiziten und widersprüchlichen Signalen für zentrale Sektoren der Energiewende. mehr...

Wiesbaden: Bilanz zu CO₂-Emissionen zeigt Fortschritte

[20.03.2026] Wiesbaden senkt Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen deutlich unter das Vor-Corona-Niveau. Eine neue Bilanz zeigt Fortschritte und macht zugleich den Handlungsdruck bei Wärmeversorgung und Verkehr sichtbar. mehr...

Sachsen: Studie zeigt Dekarbonisierungsoptionen

[19.03.2026] Eine neue Studie zeigt konkrete Dekarbonisierungsoptionen für zentrale Branchen der sächsischen Wirtschaft auf. Sie richtet sich vor allem an mittelständische Unternehmen und soll ihnen Orientierung bei technologischen und wirtschaftlichen Entscheidungen auf dem Weg zur Klimaneutralität geben. mehr...

Düsseldorf: Energie-Kommune dank Wärme- und Verkehrswende

[11.03.2026] Die Stadt Düsseldorf möchte ihre Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren. Dabei spielen Fachkräfte, die Wärmewende und neue Mobilitätsangebote eine zentrale Rolle. Für ihr Engagement wurde die Stadt nun von der AEE zur Energiekommune des Monats Februar gekürt. mehr...

Rheinland-Pfalz: Ein Drittel ist mit Wärmeplanung fertig

[10.03.2026] Rund ein Drittel der Kommunen in Rheinland-Pfalz hat die gesetzlich vorgeschriebene kommunale Wärmeplanung bereits abgeschlossen. Die Pläne sollen den Weg zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung weisen und entscheiden mit darüber, wo künftig Wärmenetze entstehen oder dezentrale Lösungen dominieren. mehr...

AEE: Greifswald ist Energie-Kommune 2025

[02.03.2026] Die Stadt Greifswald hat die bundesweite Abstimmung zur „Energie-Kommune des Jahres 2025” gewonnen. Dies teilte die Agentur für erneuerbare Energien mit. 42,3 Prozent der Stimmen entfielen auf die Universitäts- und Hansestadt. mehr...

Region Mitte Niedersachsen: Förderung dreier Klimaschutz-Projekte

[02.03.2026] Die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen fördert drei Projekte zu Mikrowärmenetzen, energetischer Sanierung und Abfallpädagogik mit rund 540.000 Euro. Die Bescheide übergab Landesbeauftragter Ottmar von Holtz in Rehburg-Loccum und setzte damit ein Signal für die interkommunale Zusammenarbeit in Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. mehr...

bericht

Würzburg: Fahrplan zur ­Klimaneutralität

[23.02.2026] Bis 2028 soll die Stadtverwaltung Würzburg treibhausgasneutral werden. Dabei stützt sie sich unter anderem auf einen kapazitätsoptimierten Sanierungsfahrplan für städtische Liegenschaften. mehr...

Anklam: Bioenergie-Cluster und H2-Kraftwerk

[17.02.2026] Die Hansestadt Anklam setzt auf Bioenergie, Wasserstoff und kommunale Wärmeplanung. Im Mittelpunkt stehen zwei Projekte: das Innovationsbündnis biogeniV und ein geplantes Verbundkraftwerk. Das Ziel ist Klimaneutralität bis 2040. mehr...

Mannheim: Phosphorrecyclinganlage in Betrieb gegangen

[16.02.2026] MVV Energie hat in Mannheim eine Phosphorrecyclinganlage in ihre bestehende Abfallverbrennung integriert. Damit gewinnt das Unternehmen aus Klärschlamm bis zu 90 Prozent des enthaltenen Phosphors zurück und stärkt die regionale Kreislaufwirtschaft in Baden-Württemberg. mehr...

Kreis Nienburg: Land fördert modulare Thermolyseanlage

[13.02.2026] Niedersachsen fördert den Bau einer modularen Thermolyseanlage des Unternehmens Waste2Value im Landkreis Nienburg mit 6,05 Millionen Euro. Die Anlage soll schwer recycelbare Kunststoffe chemisch verwerten, 27 Arbeitsplätze schaffen und den Strukturwandel in der Region vorantreiben. mehr...