HildenEnergiekommune dank Verkehrswende

PV-Dachanlage auf der Schlosserei der Stadtwerke Hilden.
(Bildquelle: Stadtwerke Hilden)
Das nordrhein-westfälische Hilden begrüßt ab Dezember 2021 erstmalig eine Klimaschutz-Managerin im Team der Stadtverwaltung. Gemeinsam mit dem Klima-Management wird damit das Ziel der Stadt, in Zukunft klimaneutral zu werden, weiter vorangetrieben. Gleichzeitig investiert ein ortsansässiges Unternehmen massiv in den Klimaschutz. Bereits 2022 wird so am Autobahnkreuz Hilden Deutschlands größter Schnellladepark in Betrieb genommen. Dafür wurde die Stadt nun von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zur Energiekommune des Monats gekürt.
Neuer kommunaler Klimaschutzplan
Seitdem der Stadtrat 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat, müssen nicht nur alle kommunalen Entscheidungen kritisch auf ihren klimatischen Fußabdruck geprüft werden. Um dem eigenen Anspruch einer Transformation zur klimaneutralen Stadt gerecht zu werden, hat die Stadtverwaltung bereits zahlreiche Maßnahmen wie die Installation von Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden und die Beratung der Bürger angestoßen. Ab Dezember werden zukünftige Maßnahmen zentral von der Klimaschutz-Managerin erarbeitet, umgesetzt und überwacht. Dabei wird sie vom Klima-Management der Stadt unterstützt, welches sich aus erfahrenen Angestellten aus den klimarelevanten Bereichen Stadtplanung, Grünflächen und Forst sowie der Abfallentsorgung zusammensetzt.
„Die Umsetzung von klimawirksamen Maßnahmen und die Abrufung von Fördergeldern scheitern nicht zuletzt oft an den Kapazitäten der kommunalen Verwaltungen. Die Verstetigung von Kompetenz durch die Einstellung von dezidierten Klimaschutz-Managern ermöglicht eine strukturierte Umsetzung von Maßnahmen und verbessert die Kommunikation zwischen Kommunen und anderen Stakeholdern“, sagt Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE.
Bäcker Schüren reduziert den Energieverbrauch
Neben den Maßnahmen der Stadt sticht vor allem „Ihr Bäcker Schüren“ — ein lokales Bäckereiunternehmen — bei der Umsetzung der Energiewende heraus. Bereits seit Jahrzehnten engagiert sich das Unternehmen für den Klimaschutz. Heute wird in Hilden eines der seltenen gewerblichen Plusenergiegebäude durch die Bäckerei betrieben. Basierend auf einem Modell, welches Kälte- und Wärmenetze mit dem lokal produzierten Solarstrom und dem Elektrofuhrpark des Unternehmens koppelt, konnte der Betrieb bis heute seinen CO2-Ausstoß um über 95 Prozent reduzieren und den eigenen Energiebedarf halbieren. Eine 400 Quadratmeter große Photovoltaikdachanlage auf dem Carport des Kundenparkplatzes der Backstube versorgt bereits 18 Elektrofahrzeuge des Unternehmens.
Zukünftig soll die gesamte Fahrzeugflotte elektrisch mit lokal und nachhaltig produziertem Strom versorgt werden. Momentan wird geprüft, inwieweit sich die Fahrzeuge als mobile Energiespeicher eignen. Somit könnte in Zukunft auch der Strombedarf der Backstube in der Frühschicht durch lokal produzierten und in den Fahrzeugen gespeicherten Strom gedeckt werden.
Neuer Schnellladepark 2022
Zusätzlich zur Plusenergiebackstube können Anhänger der Verkehrswende ab 2022 umweltfreundliches Brot der Bäckerei auch auf Deutschlands größtem Schnellladepark erwerben. Gemeinsam mit zwei internationalen Partnern setzt das Unternehmen das Projekt am Autobahnkreuz Hilden um. Auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände können bis zu 114 Autos geladen werden. 62 davon per Schnelllader mit bis zu 300 Kilowatt Ladeleistung. Parallel dazu wird von der Stadt im Moment ein neues Verkehrskonzept erarbeitet. Das im März 2021 begonnene Projekt analysiert zunächst den Istzustand und die Vorstellungen der Bürger. Diese Analyse dient dann als Grundlage für die Erarbeitung eines nachhaltigen Verkehrsleitbildes, welches schrittweise in den nächsten Jahren umgesetzt werden wird.
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