Dienstag, 10. Februar 2026

OldenburgEnergiekommune dank Klimabildung

[30.11.2020] Die Agentur für Erneuerbare Energien zeichnet im November Oldenburg als Energie-Kommune des Monats aus. Die Stadt setzt auf Sektorenkopplung, Klimabildung und den Ausbau der erneuerbaren Energien.
Die Solarstadt Oldenburg wurde AEE-Klimakommune im November.

Die Solarstadt Oldenburg wurde AEE-Klimakommune im November.

(Bildquelle: Stadt Oldenburg)

Die Pro-Kopf-Emissionen liegen unter dem deutschen Durchschnitt, Wind, Sonne, Wasser und Biomasse werden zur Stromerzeugung genutzt und ein nachhaltiges Wohnquartier wird derzeit aufgebaut: Oldenburg ist in vielerlei Hinsicht eine Energie-Kommune. Und auch in Zukunft will die Stadt mit den Bürgern die Energiewende aktiv gestalten. Von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) wurde sie deshalb als Energie-Kommune des Monats November ausgezeichnet. „Mit der sinnvollen Verbindung verschiedener Sektoren profitieren Menschen und Umwelt durch eingesparte Emissionen und die Region von der lokal erzeugten Wertschöpfung“, beschreibt AEE-Geschäftsführer Robert Brandt die Leistung der Stadt. Oldenburg liegt laut AEE heute mit einer Pro-Kopf-Emission von 6,9 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr unter dem deutschen Durchschnitt. Bundesweit werden im Schnitt über neun Tonnen CO2-Äquivalent pro Person emittiert.
Zwischen 1990 und 2015 wuchsen Bevölkerung sowie Wirtschaft in Oldenburg beständig, sodass die Pro-Kopf-Abnahme zwischen 1990 und 2015 19 Prozent betrug. Besonders stark gingen die Emissionen privater Haushalte zurück und auch im Bereich der Wirtschaft kann ab Mitte der neunziger Jahre ein Rückgang festgestellt werden. Dass trotz eines dynamischen Bevölkerungswachstums von 15 Prozent zwischen 1990 und 2015 ein absoluter Rückgang der ausgestoßenen Treibhausgase realisiert werden konnte, liegt am Ausbau der erneuerbaren Energien und an der geringeren Nutzung fossiler Energieträger, berichtet die AEE.

Ausbau der Erneuerbaren

Ab 2003 wurde in Oldenburg mit dem großflächigen Ausbau der erneuerbaren Energien begonnen. Die lokale Produktion von nachhaltigem Strom konnte von anfangs jährlich 0,6 Gigawattstunden (GWh) auf 66 GWh im Jahr 2015 vervielfältigt werden. Heute produziere die Stadt Strom aus Wind, Sonne, Biomasse und Wasser. Zukünftig soll vor allem die Windenergie aus der Region auch für die Herstellung von grünem Wasserstoff genutzt werden. Oldenburg unterstütze diese Entwicklung zusätzlich durch Investitionen in den ÖPNV und die Tankinfrastruktur.

Energiewende auf dem Lehrplan

Attraktiv als Standort für Unternehmen und Verbände im Bereich erneuerbare Energien bündelt Oldenburg seit nunmehr 15 Jahren Wissen im Oldenburger Energiecluster (OLEC). Aktuell vernetze der Verein über 60 kleine und große Unternehmen, Universitäten sowie staatliche Institute. Aber auch die Zivilgesellschaft beteilige sich aktiv an der Gestaltung der Energiewende. Hier haben Mitglieder von Fridays for Future zusammen mit der Stadt 106 Maßnahmen zur Umsetzung der Energie- und Wärmewende erarbeitet. Als Generationenprojekt spiele der Klimaschutz auch bei Schülern eine Rolle. Projekte wie die Mobile Klimaschutzschule Oldenburg oder die Sonnenwoche setzten die Energiewende direkt auf den Lehrplan, berichtet die AEE weiter.

Klimafreundliches Wohnen durch Sektorenkopplung

Unter dem Motto „Energie von Nachbarn für Nachbarn“ wurde das besonders ambitionierte und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Energetisches Nachbarschaftsquartier Fliegerhorst Oldenburg“ entwickelt (wir berichteten). Ziel ist die Vernetzung individueller Erzeuger und Verbraucher lokal erzeugter Energie, deren Speicherung sowie Umwandlung. Die Energieversorgung des Bauprojekts soll erzeugerseitig voraussichtlich über eine Kombination aus PV-Anlagen, Blockheizkraftwerken, Wärmepumpen sowie Geothermie und Windenergie gedeckt werden. Bis Ende 2024 will das Wohnungsunternehmen GSG Oldenburg das Projekt in zwei Bauabschnitten errichten. Neben der Nutzung verschiedener nachhaltiger Erzeugungstechnologien spielt die Vernetzung und Regelung der Energie im Wohnquartier eine entscheidende Rolle. Laut AEE wird die so entstandene Energie-Community dadurch in die Lage versetzt, die erzeugte Energie möglichst kosten- und klimaschonend einzusetzen.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Trianel: evm entwickelt Strategie für erneuerbare Stromversorgung

[09.02.2026] Die Energieversorgung Mittelrhein entwickelt mit Trianel eine Gesamtportfoliostrategie für eine vollständig erneuerbare Stromversorgung. Ziel ist es, Planung, Betrieb und Vermarktung so zu verzahnen, dass Klimaziele, Wirtschaftlichkeit und Marktrisiken zusammenpassen. mehr...

Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert

[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...

Energie-Kommune des Jahres: Drei Finalisten stehen fest

[04.02.2026] Greifswald, der Landkreis Regensburg und Schwalmtal stehen im Finale um den Titel „Energie-Kommune des Jahres 2025“. Die Entscheidung fällt am 26. Februar bei einer digitalen Auszeichnungsveranstaltung nach öffentlicher Abstimmung. mehr...

Hamburg: Forschungsgebäude für Energiewende geplant

[03.02.2026] Die Freie und Hansestadt Hamburg plant am Energie-Campus der HAW Hamburg ein neues Forschungsgebäude für die Energiewende. Rund 20 Millionen Euro fließen in Labore, Büros und einen Showroom für Zukunftstechnologien, der 2028 in Betrieb gehen soll. mehr...

Rheinland-Pfalz: Ausbau der Erneuerbaren nimmt zu

[27.01.2026] Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Rheinland-Pfalz hat 2025 deutlich zugelegt, insbesondere bei Windenergie-Genehmigungen und Photovoltaik-Zubau. Nach Angaben des Klimaschutzministeriums sieht sich das Land damit auf Kurs in Richtung Klimaneutralität bis 2040. mehr...

KlimaAgentur Hamm: Auf vier weitere Jahre

[22.01.2026] Die KlimaAgentur Hamm wird für weitere vier Jahre beauftragt und setzt ihren Beratungs- und Unterstützungsauftrag für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen fort. Neue Schwerpunkte liegen auf sozialverträglicher Energiewende, klimaneutraler Mobilität und dem Ausbau des Beratungsangebots. mehr...

Rhein-Lahn-Kreis: Klimaschutzportal bündelt Daten

[22.01.2026] Der Rhein-Lahn-Kreis stellt mit einem regionalen Klimaschutzportal eine zentrale Online-Plattform für klimarelevante Daten, Förderangebote und Aktivitäten bereit. Das Portal soll Transparenz schaffen, Information bündeln und perspektivisch mehr Beteiligung ermöglichen. mehr...

Verbandsgemeinde Schweich: Maßnahmenpaket für Energiewende

[21.01.2026] Die Verbandsgemeinde Schweich baut ihre Eigenstromerzeugung massiv aus und organisiert die Energiewende künftig über eine neue Anstalt des öffentlichen Rechts. Photovoltaik, Strombilanzkreis und geplante Wärmenetze sollen den Weg zur klimaneutralen kommunalen Energieversorgung beschleunigen. mehr...

Kreis Borken: Positive Bilanz zu Beratungsangeboten

[21.01.2026] Der Klimakreis Borken zieht für 2025 eine positive Bilanz seiner Informationsangebote zur energetischen Sanierung und kündigt für 2026 neue Beratungstage und Veranstaltungsformate an. Nach Angaben des Netzwerks stießen insbesondere Vorträge, Klimawochen und Energiechecks auf große Resonanz in der Bevölkerung. mehr...

Enzkreis: Bis 2040 treibhausgasneutral

[19.01.2026] Der Landkreis Enz setzt auf den Ausbau von Solar- und Windenergie sowie auf Beratung und Beteiligung. Dafür wurde er von der AEE zur Energie-Kommune des Monats gekürt. mehr...

Klimaaktive Kommune: Aufruf zur Teilnahme an Wettbewerb

[09.01.2026] Das Deutsche Institut für Urbanistik ruft Kommunen zur Teilnahme am Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2026 auf. Ausgezeichnet werden erfolgreich umgesetzte Klimaschutzprojekte, die mit jeweils 40.000 Euro Preisgeld gefördert werden. mehr...

Sächsische Energieagentur: Energieportal erweitert

[06.01.2026] Das Energieportal Sachsen der Sächsischen Energieagentur wird um mehrere neue Kategorien erweitert. Ziel ist es, Kommunen, Unternehmen und Bürgern einen noch besseren Überblick über qualifizierte Akteure im Bereich Energie und Klimaschutz zu geben. mehr...

Stadtwerke Rostock: Waldaktie als Goodie

[12.12.2025] Die Stadtwerke Rostock verknüpfen ab 2026 neue Regionaltarife für Strom und Gas mit dem Erwerb der Waldaktie. Damit steigt nach Angaben des Klimaschutzministeriums die Nachfrage nach dem seit fast zwei Jahrzehnten erfolgreichen Ökowertpapier weiter. mehr...

BDEW/ZSW: Erneuerbare decken 2025 fast 56 Prozent des Stromverbrauchs

[11.12.2025] Erneuerbare Energien lieferten 2025 nach Berechnungen von ZSW und BDEW knapp 56 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Trotz schwachem Windjahr stützte vor allem der starke Photovoltaikzubau das Plus. mehr...

Stuttgart: Energiekommune dank Bildung und Sparen

[09.12.2025] Stuttgart will spätestens 2035 klimaneutral sein. Die Stadt arbeitet seit vielen Jahren an ihrem Energiemanagement und unterstützt auch Bürger beim Energiesparen. Schulen spielen dabei eine zentrale Rolle. mehr...