Samstag, 5. April 2025

Stadtwerke Nienburg/WeserEigene Anlage für Wasserstoffproduktion

[04.04.2025] Die Stadtwerke Nienburg/Weser setzen auf klimafreundliche Mobilität und produzieren Wasserstoff für ihre Busse selbst. Die neue Anlage nutzt Solarstrom zur Wasserstofferzeugung und versorgt künftig den öffentlichen Nahverkehr vor Ort.

Die Anlage der Stadtwerke Nienburg/Weser ist modular aufgebaut.

(Bildquelle: Stadtwerke Nienburg)

Die Stadtwerke Nienburg/Weser stehen kurz vor der Inbetriebnahme einer eigenen Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mitteilt, nutzt die im Gewerbegebiet Südring errichtete Einrichtung erneuerbare Energien, um Wasserstoff für den öffentlichen Personennahverkehr und den Schwerlastverkehr bereitzustellen. Eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit einer Leistung von 2,1 Megawatt liefert den Strom für den Elektrolyseur, der den Wasserstoff produziert. Dieser wird in speziellen Speichern gelagert und an einer neu errichteten Tankstelle für Brennstoffzellenfahrzeuge verfügbar gemacht.

Die Installation der technischen Komponenten – darunter Elektrolyseur, Speicher und Tankstelle – wurde im Jahr 2024 abgeschlossen. Der Betriebsstart ist für das Frühjahr 2025 vorgesehen. In der ersten Phase sollen zwei Brennstoffzellenbusse der Nienburger Stadtbusgesellschaft mit dem lokal erzeugten Wasserstoff betrieben werden. Dadurch lassen sich jährlich bis zu 266 Tonnen CO2 einsparen, was einen wesentlichen Beitrag zur Emissionsreduktion im städtischen Verkehr leistet.

Ein zentrales Merkmal des Projekts ist die standortintegrierte Umsetzung: Die gesamte Wertschöpfungskette von der Stromerzeugung bis zur Betankung erfolgt an einem Ort. Dies reduziert Transportverluste und -kosten und steigert die Effizienz. Darüber hinaus ist die Anlage modular aufgebaut und kann bei wachsender Nachfrage erweitert werden.

Thomas Breer, Geschäftsführer von Stadtwerke Nienburg/Weser, hebt die strategische Bedeutung hervor: „Wir produzieren vor Ort nachhaltigen Wasserstoff und fahren regional mit Wasserstoff.“ Das Unternehmen verfolgt mit diesem Vorhaben das Ziel, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern und eine klimaneutrale Mobilitätslösung für die Region zu schaffen.

Das Projekt gilt als wegweisendes Beispiel für nachhaltige Verkehrskonzepte und zeigt, wie mittelständische Unternehmen durch innovative Technologien und regionale Kooperationen zur Energie- und Verkehrswende beitragen können.





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