Samstag, 26. September 2026

HeidelbergBürgerwindkraft aus dem Forst

[27.03.2023] Drei Energiegenossenschaften und die Stadtwerke Heidelberg haben als Bietergemeinschaft ein Konzept für einen Bürgerwindpark bei Forst BW eingereicht.
Vorstellung des geplanten Leuchtturmprojekt zum Bau und Betrieb von Windkraftanlagen auf der Forst BW-Fläche oberhalb von Heidelberg und Schönau.

Vorstellung des geplanten Leuchtturmprojekt zum Bau und Betrieb von Windkraftanlagen auf der Forst BW-Fläche oberhalb von Heidelberg und Schönau.

v.l.: Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie; Frank Volk, Bürgermeister der Stadt Neckargemünd; Peter Kania, BürgerEnergieGenossenschaft (BEG) Kraichgau; Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg; Eckart Würzn

(Bildquelle: SWHD)

Zwischen Schönau und dem Heidelberger Stadtteil Ziegelhausen liegt eine der größten Flächen in der Region, die für Windkraft gut geeignet ist. Der Eigentümer, Forst BW, möchte den Höhenzug am Lammerskopf bestmöglich zur Errichtung von Windkraftanlagen verpachten.
Vier regionale Partner haben sich nun zu einer Bietergemeinschaft zusammengeschlossen: Die Energiegenossenschaft Starkenburg, die Bürgerenergiegenossenschaft Kraichgau, die Heidelberger Energiegenossenschaft und die Stadtwerke Heidelberg haben am Dienstag, den 21. März, ein Konzept für einen Bürgerwindpark Lammerskopf eingereicht und sich damit um den direkten Zuschlag des Landes als innovatives Leuchtturmprojekt beworben.
„Die gemeinsame Stärke der Bieter ist ihre regionale Verbundenheit. Nicht nur der Klimaschutz wird von ihrem Vorhaben profitieren. Auch für die Region und ihre Bürgerinnen und Bürger wird das Leuchtturmprojekt auf vielen Ebenen einen Nutzen bringen“, betont Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Heidelberg. Die Alternative zum direkten Zuschlag wäre eine öffentliche Ausschreibung. Zu 70 Prozent bestimmen dann finanzielle Kriterien die Auswahl der Betreiber. Im Klartext: Wer die größte Pacht bietet, hätte die besten Chancen auf den Zuschlag.

Planungen für und mit der Region

„Zusammen mit den Energiegenossenschaften wollen wir an den windreichsten Stellen des Gebiets sowie auf einer kleinen Neckargemünder Fläche rund zehn bis 15 Anlagen bauen“, berichtet Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg. „Dabei werden wir mit Augenmaß vorgehen und uns über einen Planungsbeirat mit den Anrainer-Kommunen abstimmen.“ Planungsbüros und Umweltverbände aus der Region sollen ebenfalls einbezogen werden. Zudem wird die ESM aus Heppenheim, ein Gründungsmitglied der Bürgerenergiegenossenschaft Starkenburg, eingebunden. Der Weltmarktführer für Schwingungselemente arbeitet mit Anlagenbetreibern an neuen Konzepten zur Schallreduzierung. So ist das Konsortium auch bei diesem wichtigen Thema gut aufgestellt.

Lokaler Wind bringt grüne Wärme voran

Innovativ ist das Projekt, weil der geplante Bürgerwindpark intelligent in das regionale Energiesystem integriert wird. „Wir werden nicht nur mehr erneuerbare Energien erzeugen, sondern mit lokalem Wind die grüne Wärme vor Ort voranbringen. Eine Brücke dazwischen ist unser Energie- und Zukunftsspeicher. Damit können wir erneuerbare Energien in Form von heißem Wasser speichern und den Strom aus lokalem Wind optimal nutzen“, betont Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie. Heidelberg arbeitet daran, eine vollständig klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 zu erreichen. Fernwärme spielt bei der beschleunigten Wärmewende eine entscheidende Rolle. Die Stadtwerke Heidelberg bauen ihr Netz kontinuierlich aus und steigern ihre Eigenerzeugung. In diesem Jahr nehmen sie drei große Luftwasserwärmepumpen mit einer Leistung von 4,5 Megawatt (MW) in Betrieb. In Planung sind außerdem eine Fluss- sowie eine Abwasserwärmepumpe. Der klimaneutrale Strom aus dem Bürgerwindpark soll diese Anlagen antreiben.

Nutzen für die Menschen im Fokus

Doch nicht nur der Klimaschutz, auch die Bürger werden von dem Leuchtturmprojekt profitieren. „Wer auf ein Windrad schaut, soll auch den Nutzen haben – das ist der zentrale Leitgedanke bei unserer Projektidee“, sagt daher auch Micha Jost, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft Starkenburg. Der Nutzen für die Menschen in der Region liegt auf mehreren Ebenen: „Wir bieten Bürgerinnen und Bürgern sowie Gewerbetreibenden an, über unseren genossenschaftseigenen Energieversorger Bürgerwerke eG einen dauerhaft vergünstigten Lokal-Windstrom-Tarif zu beziehen“, stellt Andreas Gißler, Vorstand der Heidelberger Energiegenossenschaft in Aussicht.
„Bürgerinnen und Bürger an den Standortkommunen können sich unkompliziert über unsere Genossenschaften an der Projektgesellschaft beteiligen und so einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten“, betont Peter Kania, Vorstand der BürgerEnergieGenossenschaft Kraichgau.
Die Erlöse aus dem Projekt bleiben unmittelbar in der Region und werden in Energiewende und Klimaschutz vor Ort reinvestiert. Im neuen Gebäude der Heidelberger Energiegenossenschaft soll ein „Informationszentrum Windenergie“ am Beispiel des Bürgerwindparks Lammerskopf entstehen, das transparent die Entstehung und Wirkung des Windparks zeigen wird.
Die Kommunen Heidelberg und Neckargemünd unterstützen das Vorhaben der Projektpartner. Wie auch das Bieter-Konsortium betonen sie, dass das Konzept einen überregionalen Vorbildcharakter hat. Sie fordern deshalb vom Land, dass es der lokalen Allianz in einem vereinfachten Verfahren den Zuschlag gibt.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Windenergie

RWE: Zuschläge für 119 Megawatt Windenergie erhalten

[25.09.2026] RWE hat bei der jüngsten Ausschreibung der Bundesnetzagentur Zuschläge für zwei Onshore-Windprojekte mit zusammen 119 Megawatt erhalten. Die Anlagen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sollen vorbehaltlich der finalen Investitionsentscheidung 2028 in Betrieb gehen. mehr...

50Hertz: LanWin3-Konverter wird in Rostock gebaut

[24.09.2026] 50Hertz hat den Auftrag für den Bau des Offshore-Konverters für das Nordsee-Netzanbindungsprojekt LanWin3 vergeben. Wesentliche Komponenten der Zwei-Gigawatt-Anlage sollen in Rostock-Warnemünde entstehen. mehr...

ABO Energy: Zuschläge für drei Windenergieprojekte erhalten

[23.09.2026] ABO Energy hat in der August-Ausschreibung der Bundesnetzagentur Zuschläge für drei Windenergieprojekte mit insgesamt 102,2 Megawatt erhalten. Die Windparks in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sollen zwischen Mitte 2028 und Anfang 2029 in Betrieb gehen. mehr...

Windenergie: Verbände fordern Südquote

[22.09.2026] Bei der jüngsten Ausschreibung für Windenergie an Land sind nach Angaben von Erneuerbaren-Verbänden nur knapp fünf Prozent der bezuschlagten Leistung auf Bayern und Baden-Württemberg entfallen. Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg und der Landesverband Erneuerbare Energien Bayern fordern deshalb Änderungen am Ausschreibungssystem und eine Südquote im EEG. mehr...

bericht

EnBW: Offshore-Windpark He Dreiht eingeweiht

[18.09.2026] Der Offshore-Windpark He Dreiht in der Nordsee ist offiziell eingeweiht worden. Mit 64 Windenergieanlagen und 960 Megawatt Gesamtleistung handelt es sich um den bislang größten Offshore-Windpark Deutschlands. mehr...

Blick auf einen im Bau befindlichen Offshore-Windpark auf dem Meer. In der Bildmitte steht ein Installationsschiff neben einer Windenergieanlage, weitere Anlagen sind am Horizont zu sehen.

Offshore-Windpark Gennaker: Finanzierung steht

[15.09.2026] Der Offshore-Windpark Gennaker in der Ostsee geht in die Realisierungsphase. Die Stadtwerke München sind mit 25 Prozent an dem Projekt beteiligt. Mit einer Leistung von bis zu 976,5 Megawatt soll Gennaker Ende 2028 in Betrieb gehen. mehr...

Mehrere Windenergieanlagen stehen im dichten Nebel. Im Vordergrund hebt ein großer Kran Bauteile für die Montage einer Windenergieanlage an.

Berliner Stadtwerke: Windprojekt von JUWI übernommen

[14.09.2026] Die Berliner Stadtwerke erweitern ihre Windenergie-Erzeugung in Brandenburg. Zwei neue Anlagen bei Eisenhüttenstadt sollen ab 2027 jährlich rund 40 Gigawattstunden Strom erzeugen. mehr...

Österreich: Windkraft erreicht im August Rekordwert

[10.09.2026] Die Windkraft hat in Österreich im August 2026 so viel Strom erzeugt wie noch nie in diesem Monat. Auch im Juli lag die Produktion deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. In den beiden Sommermonaten deckten Windenergieanlagen knapp 14 Prozent des österreichischen Stromverbrauchs. mehr...

Artenschutz: Erprobung von Anti-Kollisionssystem

[03.09.2026] Das ZSW erprobt ein mobiles, KI-gestütztes Anti-Kollisionssystem für Vögel und Fledermäuse an Windenergieanlagen. Gemeinsam mit ABO Energy soll der Bird- und BatRecorder 2.0 unter realen Bedingungen Daten für einen artenschutzgerechteren Windparkbetrieb liefern. mehr...

Bundesregierung: Windenergie-auf-See-Gesetz beschlossen

[03.09.2026] Das Bundeskabinett hat die Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes beschlossen. VKU und BDEW begrüßen wichtige Änderungen, fordern aber Nachbesserungen bei Ausschreibungen, Netzanbindung und bereits vergebenen Projekten. mehr...

Luftaufnahme einer Windenergieanlage inmitten einer ländlichen Landschaft mit Feldern und Waldflächen. Im Hintergrund sind weitere Windräder zu sehen.

JUWI: Fünf neue Anlagen am Netz

[01.09.2026] Im Landkreis Warendorf speisen fünf neue Windenergieanlagen Strom ins Netz ein. Der Windpark Sassenberg-Füchtorfer Moor II soll jährlich knapp 70 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. mehr...

Trianel: Windpark Borkum stabilisiert Stromnetz

[31.08.2026] Der Trianel Windpark Borkum I nimmt mit rund 70 Megawatt Leistung am Regelenergiemarkt teil. Seit Juli 2026 stellt der Offshore-Windpark negative Sekundärregelleistung bereit und kann dafür seine Einspeisung auf Anforderung des Übertragungsnetzbetreibers automatisch reduzieren. mehr...

Schleswig-Holstein: Zehn GW Windenergieleistung an Land

[27.08.2026] Schleswig-Holstein hat erstmals mehr als zehn Gigawatt Windenergieleistung an Land installiert. Das Land will den Ausbau nun mit Blick auf die geplante EEG-Novelle weiter absichern. mehr...

bericht

Windenergie: Richtung tragfähiger Märkte

[25.08.2026] In einem schwierigen Marktumfeld stellt sich das Unternehmen JUWI neu auf und setzt auf Effizienz und internationale Wachstumsprojekte. Dazu gehören eine neue Organisationsstruktur sowie die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle. mehr...

Windenergie-auf-See-Gesetz: VKU fordert Ausbau mit Augenmaß

[19.08.2026] Der VKU fordert für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie mehr Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Stromertrag. Zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes schlägt der Verband unter anderem ein niedrigeres Ausbauziel und kleinere Ausschreibungsflächen vor. mehr...