Dienstag, 6. Oktober 2026

BundorfBürgerenergie im ländlichen Raum

[31.10.2024] Die AEE zeichnet im Oktober 2024 die Gemeinde Bundorf als Energie-Kommune des Monats aus. Einer der Gründe ist eine schon in großen Teilen regenerative Wärmeversorgung sowie Solarstrom.
Das Bild zeigt einen Wärmespeicher der Gemeinde Bundorf. Diese wurde Energie-Kommune des Monats auch wegen der schon nachhaltigen und innovativen Wärmeversorgung. Das Foto ist von der EGIS eG.

Die Gemeinde Bundorf wurde Energie-Kommune des Monats auch wegen der schon nachhaltigen und innovativen Wärmeversorgung.

(Bildquelle: EGIS eG)

Die unterfränkische Gemeinde Bundorf zeigt, wie die Einbindung der Bevölkerung, innovative Ansätze der regenerativen Energieerzeugung und der Naturschutz durch ein Gesamtkonzept erfolgreich miteinander verbunden werden können. Erhebliche Solarstromüberschüsse werden hier auch für eine klimafreundliche Wärmeversorgung genutzt.

Strombedarf für gesamten Kreis

Die dünn besiedelte Gemeinde am nördlichen Rand des Landkreises Haßberge setzt auf den intensiven Ausbau erneuerbarer Energien und fördert aktiv die Beteiligung der 915 Bürgerinnen und Bürger. Seit letztem Jahr ist hier einer der größten Solarparks Deutschlands in Betrieb. Auf einer Fläche von 125 Hektar erzeugen rund 250.000 Solarmodule jährlich etwa 131 Millionen Kilowattstunden Strom. Rechnerisch kann damit der Energiebedarf der privaten Haushalte im gesamten Landkreis und darüber hinaus gedeckt werden.

Derzeit halten Bürger rund 30 Prozent der Gesamtfläche des Photovoltaikparks. Diese finanzielle Beteiligung stärkt die Akzeptanz und sorgt dafür, dass ein Teil der Wertschöpfung in der Region bleibt. Neben der Versorgung von Haushalten und kommunalen Liegenschaften liefert die Anlage auch Strom für mittlerweile sechs Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Innovatives Nahwärmenetz

Ein Teil des Solarstroms wird für die Fernwärmeversorgung in Bundorf genutzt. Parallel zum Solarpark entstand 2023 ein überwiegend stromgeführtes Nahwärmenetz, das derzeit rund 20 Privathaushalte und kommunale Gebäude mit Wärme versorgt. Die innovative Anlage kombiniert Luftwärmepumpen, einen Warmwasserspeicher und einen Biomassekessel. Rund 70 Prozent des Energiebedarfs der Anlage werden durch Solarstrom gedeckt. Dieses Konzept sichert dem Ort eine nachhaltige und kostengünstige Wärmeversorgung und reduziert gleichzeitig den CO₂-Ausstoß.

„Bundorf ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine sektorenübergreifende Energieversorgung gelingen kann, denn so werden die Potenziale der erneuerbaren Energien optimal genutzt“, sagt Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). „Die breite Bürgerbeteiligung macht Bundorf zudem zu einem Vorbild für ländlich geprägte Kommunen in ganz Deutschland.“

Durch die frühzeitige und umfassende Einbindung der Bürger kann die Akzeptanz der Projekte erhöht werden – die Gemeinde maximiert so den ökonomischen und ökologischen Nutzen der Energiewende.





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