Dienstag, 10. Februar 2026

HessenAnteil an grünem Strom wächst

[07.01.2020] Knapp ein Viertel des in Hessen verbrauchten Stroms stammt inzwischen aus erneuerbaren Energien. Das ergab der aktuelle Monitoring-Bericht zur Energiewende des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen.
Der Aufwärtstrend für Solarenergie in Hessen setzte sich auch 2019 fort.

Der Aufwärtstrend für Solarenergie in Hessen setzte sich auch 2019 fort.

(Bildquelle: HMWEVW/Christof Mattes)

Der Monitoring-Bericht zur Energiewende des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen ist erschienen. Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) kommentierte: „Das ist ein Meilenstein. Knapp 25 Prozent des Stroms, der in Hessen verbraucht wird, stammt inzwischen aus hessischen erneuerbaren Energien. Damit haben wir ein sehr wichtiges Etappenziel auf dem Weg der Energiewende in Hessen erreicht.“ Im Jahr 2013 hätte der Anteil in Hessen erzeugter erneuerbarer Energien am hessischen Stromverbrauch noch 12,5 Prozent betragen. Im ersten Halbjahr 2019 lag dieser nun bei 24,5 Prozent. „Wir haben die richtigen energiepolitischen Weichen gestellt und in den vergangenen fünf Jahren das Verdoppelungsziel beim Strom erreicht, und wir arbeiten kontinuierlich weiter: Wir wollen und werden Energiewendeland bleiben“, erklärte Al-Wazir.
Zum inzwischen fünften Mal legte das Wirtschafts- und Energieministerium laut eigenen Angaben einen Energiemonitoring-Bericht vor. Dieser nehme den gesamten Markt der erneuerbaren Energien in Hessen in Bezug auf Energieerzeugung und -verbrauch in den Blick und analysiere Netzausbau, Versorgungssicherheit sowie einzelne Sektoren wie den Verkehr. Auch die Entwicklung der CO2- und Treibhausgasemissionen sowie gesamtwirtschaftliche Effekte der Energiewende würden darin beleuchtet. „Das Monitoring ist ein wichtiges Instrument für uns. Es erlaubt einen genauen Blick auf die Fortschritte der hessischen Energiewende. Wir sind auf einem wirklich guten Weg: Im Jahr 2018 wurde in Hessen erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als aus Kohle und Gas zusammen“, berichtete Al-Wazir. Laut Bericht stammen inzwischen 48 Prozent der Bruttostromerzeugung in Hessen aus regenerativen Quellen, dahinter folgen Erdgas (29 Prozent) und Kohle (17 Prozent).

Rekordjahr für Solarenergie

„Für Strom aus Sonne war 2018 ein Rekordjahr“, sagte Al-Wazir. „Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend im Jahr 2019 fortsetzt.“ Im ersten Halbjahr 2019 waren bereits 74 Megawatt neu installiert – so viel wie im gesamten Jahr 2017. Mit dem hessischen Solarkataster habe das Land ein Instrument geschaffen (wir berichteten), das nicht nur intensiv genutzt wird, sondern auch bei der Entscheidung für eine Photovoltaikanlage hilft.
Der Minister verwies zudem auf die Entwicklung der CO2-Emissionen: „Ohne eine erfolgreiche Energiewende können wir unsere Klimaziele nicht erreichen. Nun sehen wir eine positive Tendenz: Zwar sind die CO2-Emissionen 2016 noch leicht gestiegen, im Jahr 2017 aber zurückgegangen.“ Insgesamt sind laut dem Bericht die CO2-Emissionen seit 1990 bis 2017 um 15 Prozent, die Treibhausgasemissionen um knapp 20 Prozent zurückgegangen. Der Endenergieverbrauch sei in fast allen Sektoren weiter rückläufig. Eine große Ausnahme bilde jedoch weiterhin der Verkehr. „Am Frankfurter Flughafen ist und bleibt der Verbrauch fossiler Brennstoffe hoch. Positiv aber ist im Verkehrssektor, dass erstmals seit zehn Jahren ein leichter Rückgang des Energieverbrauchs im Straßenverkehr erkennbar ist“, sagte Al-Wazir.

Gebäude verbrauchen weniger Energie

Beim Endenergieverbrauch durch Gebäude gebe es ebenfalls einen positiven Trend zu verbuchen. Auch witterungsunabhängig sei die Tendenz beim Anteil von Gebäuden am gesamten Endenergieverbrauch rückläufig. Wie das Ministerium mitteilt, war erstmals in mehr als der Hälfte (53,1 Prozent) der neu gebauten Wohngebäude die primäre Energiequelle erneuerbar – drei Jahre zuvor seien es noch 43 Prozent gewesen. Bei Wohnungen sei der Anteil geringer, aber auch hier gebe es einen Anstieg von 26,9 Prozent (2015) auf 32,3 Prozent (2018). „Im Gebäudesektor liegen große Potenziale für Einsparungen, denn 84 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs von Privathaushalten kommt durch das Heizen. Hier müssen wir alle weiter daran arbeiten, denn die beste Energie ist die, die nicht verbraucht wird“, so der Minister. Auch die Energieproduktivität sei erneut gestiegen. Diese umschreibe, mit wie viel Endenergie wie viele Waren und Dienstleistungen hergestellt werden können. Al-Wazir kommentierte: „Wir erkennen, dass Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch in Hessen weiter entkoppelt werden. So ist die Endenergieproduktivität 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent gestiegen. Inzwischen können knapp 22 Prozent mehr Produkte und Dienstleistungen mit derselben Menge an Energie produziert werden als noch im Jahr 2000.“

Stärkung der Landesenergieagentur

„Wir haben mit der Entscheidung, die Landesenergieagentur (wir berichteten) zu stärken, rechtzeitig wichtige Weichen gestellt, um weiter konsequent an der Energiewende zu arbeiten“, erklärte Al-Wazir abschließend. Die Ausgründung der LEA zur Gesellschaft des Landes stehe kurz bevor. Geplant seien unter anderem eine intensivere Beratung bei Gebäudesanierungen und bei der Wärmeplanung von Städten und Gemeinden, beim Schutz von gewerblichen Bauten vor Wärme und Hitze im Sommer sowie zur seriellen Sanierung. „Das Ziel ist, klimafreundlich zu wohnen. Hier kann noch viel Energie eingespart werden. Die Wärmewende ist daher einer der Schwerpunkte, die wir gemeinsam mit der LEA in Zukunft angehen werden“, berichtete der Minister. „Dazu müssen die angekündigten Fördermöglichkeiten des Bundes endlich auf den Tisch, damit wir ergänzend unterstützen und informieren können.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert

[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...

Steinbeis: Neue AG für Konfliktkommunikation

[02.02.2026] Eine neue Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Konflikte bei Energie- und Infrastrukturprojekten zu verringern. Sie richtet sich an Verantwortliche aus Unternehmen und Kommunen. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger stärker in Planungen einzubeziehen. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

KRITIS-Dachgesetz: BDEW fordert Tempo

[30.01.2026] Der Bundestag hat gestern das KRITIS-Dachgesetz zur Umsetzung der CER-Richtlinie verabschiedet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft fordert nun Tempo, klare Zuständigkeiten und eine praxisnahe Ausgestaltung, um die Resilienz kritischer Infrastrukturen wirksam zu erhöhen. mehr...

Gebäudeenergiegesetz: Spitzenverbände fordern Reform

[29.01.2026] Mehrere Spitzenverbände aus Energie-, Kommunal- und Immobilienwirtschaft fordern eine schnelle und grundsätzliche Reform des Gebäudeenergiegesetzes hin zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie verlangen klare, investitionsfreundliche und praxistaugliche Regeln, die nationale und europäische Vorgaben zusammenführen. mehr...

VKU: Kurskorrektur beim Offshore-Ausbau gefordert

[28.01.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen fordert anlässlich des Nordsee-Gipfels eine Kurskorrektur beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Ziel sei ein Ausbaupfad, der Systemkosten begrenzt, Netze besser auslastet und Investitionen wirtschaftlich tragfähig macht. mehr...

BSW-Solar: Bündnis fordert Fortsetzung der Photovoltaik-Förderungen

[28.01.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschafts- und Zivilgesellschaftsverbänden warnt vor geplanten Kürzungen bei der Förderung von Photovoltaik auf Gebäuden. Nach Ansicht der Unterzeichner würde ein Abbau der Förderung den Solarausbau bremsen, Strompreise verteuern und die Klimaziele gefährden. mehr...

Rheinisches Revier: Gigawattpakt erreicht Ausbauziele

[26.01.2026] Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier erreicht schneller als geplant zentrale Ausbauziele: Die installierte Leistung erneuerbarer Energien ist seit Ende 2020 auf 4,4 Gigawatt gestiegen. Damit rückt die für 2028 vorgesehene Marke von fünf Gigawatt bereits nach knapp vier Jahren in greifbare Nähe. mehr...

Schleswig-Holstein: Erhöhung des Bürgerenergiefonds

[20.01.2026] Schleswig-Holstein erhöht den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro und stärkt damit die Finanzierung von Energieprojekten in Bürgerhand. Das Gesamtvolumen des Fonds steigt auf 15 Millionen Euro und soll neue Wind-, Solar- und Wärmeprojekte anschieben. mehr...

BDEW: Stellungnahme zur Kraftwerksstrategie

[19.01.2026] Bundesregierung und EU-Kommission haben sich auf Eckpunkte der Kraftwerksstrategie verständigt und damit den Weg für neue Ausschreibungen und zusätzliche gesicherte Leistung geebnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sieht darin ein wichtiges Signal für Versorgungssicherheit und Investitionen in steuerbare Kapazitäten. mehr...

BDEW: Zehn-Punkte-Papier für mehr Resilienz

[14.01.2026] Nach dem mehrtägigen Stromausfall infolge eines Brandanschlags in Berlin fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rasche politische und rechtliche Konsequenzen. Ein Zehn-Punkte-Papier soll die Resilienz Kritischer Energie- und Wasserinfrastrukturen gegen Sabotage, Ausfälle und Krisen stärken. mehr...

Deutscher Landkreistag: Änderungen an KRITIS-Dachgesetz gefordert

[12.01.2026] Ein mehrtägiger Stromausfall nach einem Anschlag im Berliner Südwesten hat aus Sicht der Landkreise gravierende Schwachstellen in der Krisenvorsorge offengelegt. Der Deutsche Landkreistag dringt deshalb auf einen umfassenderen Schutz Kritischer Infrastrukturen und auf Nachbesserungen beim geplanten KRITIS-Dachgesetz. mehr...

Sachsen: Fortsetzung der zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle

[12.01.2026] Sachsen setzt die Arbeit seiner zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle fort und beauftragt die bisherige Trägergemeinschaft erneut. Damit soll der Aufbau einer durchgängigen Wasserstoffwirtschaft bis 2030 weiter unterstützt werden. mehr...

Niedersachsen: Gewerbesteueraufkommen für Offshore-Windparks gesichert

[07.01.2026] Niedersachsen ordnet die Gewerbesteuer für Offshore-Windparks neu und sichert damit dauerhaft hohe Einnahmen für seine Kommunen. Kern der Regelung ist die Zuweisung der Hebeberechtigung an Wilhelmshaven ab 2026, mit umfangreichen Umverteilungseffekten über den Kommunalen Finanzausgleich. mehr...

AEE: Fortschritte bei Flächen-Ausweisungen

[07.01.2026] Die Bundesländer kommen bei der Ausweisung von Flächen für Windenergie voran, erreichen die gesetzten Zwischenziele jedoch bislang nur teilweise. Ein Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen den Ländern sowie Fortschritte bei Genehmigungen und Photovoltaik-Freiflächen. mehr...