Samstag, 7. November 2026

HessenAnteil an grünem Strom wächst

[07.01.2020] Knapp ein Viertel des in Hessen verbrauchten Stroms stammt inzwischen aus erneuerbaren Energien. Das ergab der aktuelle Monitoring-Bericht zur Energiewende des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen.
Der Aufwärtstrend für Solarenergie in Hessen setzte sich auch 2019 fort.

Der Aufwärtstrend für Solarenergie in Hessen setzte sich auch 2019 fort.

(Bildquelle: HMWEVW/Christof Mattes)

Der Monitoring-Bericht zur Energiewende des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen ist erschienen. Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) kommentierte: „Das ist ein Meilenstein. Knapp 25 Prozent des Stroms, der in Hessen verbraucht wird, stammt inzwischen aus hessischen erneuerbaren Energien. Damit haben wir ein sehr wichtiges Etappenziel auf dem Weg der Energiewende in Hessen erreicht.“ Im Jahr 2013 hätte der Anteil in Hessen erzeugter erneuerbarer Energien am hessischen Stromverbrauch noch 12,5 Prozent betragen. Im ersten Halbjahr 2019 lag dieser nun bei 24,5 Prozent. „Wir haben die richtigen energiepolitischen Weichen gestellt und in den vergangenen fünf Jahren das Verdoppelungsziel beim Strom erreicht, und wir arbeiten kontinuierlich weiter: Wir wollen und werden Energiewendeland bleiben“, erklärte Al-Wazir.
Zum inzwischen fünften Mal legte das Wirtschafts- und Energieministerium laut eigenen Angaben einen Energiemonitoring-Bericht vor. Dieser nehme den gesamten Markt der erneuerbaren Energien in Hessen in Bezug auf Energieerzeugung und -verbrauch in den Blick und analysiere Netzausbau, Versorgungssicherheit sowie einzelne Sektoren wie den Verkehr. Auch die Entwicklung der CO2- und Treibhausgasemissionen sowie gesamtwirtschaftliche Effekte der Energiewende würden darin beleuchtet. „Das Monitoring ist ein wichtiges Instrument für uns. Es erlaubt einen genauen Blick auf die Fortschritte der hessischen Energiewende. Wir sind auf einem wirklich guten Weg: Im Jahr 2018 wurde in Hessen erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als aus Kohle und Gas zusammen“, berichtete Al-Wazir. Laut Bericht stammen inzwischen 48 Prozent der Bruttostromerzeugung in Hessen aus regenerativen Quellen, dahinter folgen Erdgas (29 Prozent) und Kohle (17 Prozent).

Rekordjahr für Solarenergie

„Für Strom aus Sonne war 2018 ein Rekordjahr“, sagte Al-Wazir. „Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend im Jahr 2019 fortsetzt.“ Im ersten Halbjahr 2019 waren bereits 74 Megawatt neu installiert – so viel wie im gesamten Jahr 2017. Mit dem hessischen Solarkataster habe das Land ein Instrument geschaffen (wir berichteten), das nicht nur intensiv genutzt wird, sondern auch bei der Entscheidung für eine Photovoltaikanlage hilft.
Der Minister verwies zudem auf die Entwicklung der CO2-Emissionen: „Ohne eine erfolgreiche Energiewende können wir unsere Klimaziele nicht erreichen. Nun sehen wir eine positive Tendenz: Zwar sind die CO2-Emissionen 2016 noch leicht gestiegen, im Jahr 2017 aber zurückgegangen.“ Insgesamt sind laut dem Bericht die CO2-Emissionen seit 1990 bis 2017 um 15 Prozent, die Treibhausgasemissionen um knapp 20 Prozent zurückgegangen. Der Endenergieverbrauch sei in fast allen Sektoren weiter rückläufig. Eine große Ausnahme bilde jedoch weiterhin der Verkehr. „Am Frankfurter Flughafen ist und bleibt der Verbrauch fossiler Brennstoffe hoch. Positiv aber ist im Verkehrssektor, dass erstmals seit zehn Jahren ein leichter Rückgang des Energieverbrauchs im Straßenverkehr erkennbar ist“, sagte Al-Wazir.

Gebäude verbrauchen weniger Energie

Beim Endenergieverbrauch durch Gebäude gebe es ebenfalls einen positiven Trend zu verbuchen. Auch witterungsunabhängig sei die Tendenz beim Anteil von Gebäuden am gesamten Endenergieverbrauch rückläufig. Wie das Ministerium mitteilt, war erstmals in mehr als der Hälfte (53,1 Prozent) der neu gebauten Wohngebäude die primäre Energiequelle erneuerbar – drei Jahre zuvor seien es noch 43 Prozent gewesen. Bei Wohnungen sei der Anteil geringer, aber auch hier gebe es einen Anstieg von 26,9 Prozent (2015) auf 32,3 Prozent (2018). „Im Gebäudesektor liegen große Potenziale für Einsparungen, denn 84 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs von Privathaushalten kommt durch das Heizen. Hier müssen wir alle weiter daran arbeiten, denn die beste Energie ist die, die nicht verbraucht wird“, so der Minister. Auch die Energieproduktivität sei erneut gestiegen. Diese umschreibe, mit wie viel Endenergie wie viele Waren und Dienstleistungen hergestellt werden können. Al-Wazir kommentierte: „Wir erkennen, dass Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch in Hessen weiter entkoppelt werden. So ist die Endenergieproduktivität 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent gestiegen. Inzwischen können knapp 22 Prozent mehr Produkte und Dienstleistungen mit derselben Menge an Energie produziert werden als noch im Jahr 2000.“

Stärkung der Landesenergieagentur

„Wir haben mit der Entscheidung, die Landesenergieagentur (wir berichteten) zu stärken, rechtzeitig wichtige Weichen gestellt, um weiter konsequent an der Energiewende zu arbeiten“, erklärte Al-Wazir abschließend. Die Ausgründung der LEA zur Gesellschaft des Landes stehe kurz bevor. Geplant seien unter anderem eine intensivere Beratung bei Gebäudesanierungen und bei der Wärmeplanung von Städten und Gemeinden, beim Schutz von gewerblichen Bauten vor Wärme und Hitze im Sommer sowie zur seriellen Sanierung. „Das Ziel ist, klimafreundlich zu wohnen. Hier kann noch viel Energie eingespart werden. Die Wärmewende ist daher einer der Schwerpunkte, die wir gemeinsam mit der LEA in Zukunft angehen werden“, berichtete der Minister. „Dazu müssen die angekündigten Fördermöglichkeiten des Bundes endlich auf den Tisch, damit wir ergänzend unterstützen und informieren können.“





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