Dienstag, 26. Mai 2026

LudwigshafenIndustrieabwärme nachhaltig genutzt

[31.05.2024] Ludwigshafen nutzt Know-how und Energiepotenziale der Industrie für eine nachhaltige Wärmeversorgung. Dafür wurde die Stadt als Energie-Kommune des Monats durch die AEE ausgezeichnet.
Ludwigshafen nutzt energetische Potenziale von BASF für die Wärmeversorgung und die künftige Mobilität in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Ludwigshafen nutzt energetische Potenziale von BASF für die Wärmeversorgung und die künftige Mobilität in der Metropolregion Rhein-Neckar.

(Bildquelle: Stadt Ludwigshafen / Martin Hartmann)

Als größte Stadt der Pfalz steht Ludwigshafen am Rhein vor der Herausforderung, die lokale Energiewende zu meistern und in Zusammenarbeit mit der ansässigen Industrie gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu sichern. Um diese Aufgabe zu bewältigen, nutzen die Akteure auch energetische Potenziale der BASF-Chemiewerke für die Wärmeversorgung und die künftige Mobilität in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeichnet im Mai die Stadt dafür als Energie-Kommune des Monats aus.
Bei der kommunalen Wärmeplanung arbeitet die Stadt wie bei so vielen Projekten mit ihrer Tochtergesellschaft, den Technischen Werken Ludwigshafen (TWL), zusammen. Als Stadtwerke können die TWL wichtige Daten zu Energieformen, -bedarf und -potenzialen bereitstellen und auch das künftige lokale Energiesystem prognostizieren. Bis 2045 soll Fernwärme die Hälfte der Haushalte im Stadtgebiet mit klimafreundlicher Ab-, Erd- und Umweltwärme versorgen. Der Ausbau der Fernwärmenetze und die Nutzung von Großwärmepumpen stehen dabei im Fokus.

Stabsstelle Klimaschutz koordiniert

Seit 2022 koordiniert die neu eingerichtete Stabsstelle Klimaschutz die Klimaschutzmaßnahmen der Stadt. Dazu zählen unter anderem eine Richtlinie zur klimaneutralen und sogar klimapositiven Gestaltung kommunaler Gebäude, etwa durch den Einsatz von Photovoltaik (PV) und thermischen Solaranlagen sowie der Masterplan Green City von 2018. Dieser soll öffentliche Verkehrsmittel und den Radverkehr effizient und attraktiv gestalten. Dazu gehören auch die Umrüstung des kommunalen Fuhrparks auf E-Fahrzeuge und die Installation von Ladepunkten.
„Die gut abgestimmte Zusammenarbeit lokaler Akteure ist entscheidend für eine gelingende Energiewende vor Ort. In Ludwigshafen führt natürlich kein Weg um die Chemiewerke, die wiederum auch wirtschaftlich vom Einsatz erneuerbarer Energien profitieren werden“, weiß AEE-Geschäftsführer Robert Brandt.

Erneuerbare Energien für Chemieproduktion

Der Chemiekonzern BASF, der am Stammwerk in Ludwigshafen über 40.000 Mitarbeitende beschäftigt, spielt eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung der Industrie. BASF strebt die Klimaneutralität bis 2050 an und setzt dabei auf die Elektrifizierung der Produktion und den Einsatz erneuerbarer Energiequellen wie grünen Wasserstoff. Das Unternehmen plant den Bau eines Solarparks mit einer Leistung von bis zu 130 Megawatt peak auf einer Fläche von 100 Hektar nördlich des Werksgeländes. Der klimafreundliche Strom soll zusätzlich für die Wärmeversorgung der Region genutzt werden.
Neben der geplanten Energieproduktion ist auch die Nutzung bisher verlorengehender Wärme aus der werkseigenen Kläranlage ein Ansatz für die Zusammenarbeit der lokalen Akteure. Mit rund 300.000 Litern Ausfluss pro Tag ist die BASF-Kläranlage eine der größten Anlagen Europas. Die anfallenden Abwässer bieten ein nicht zu vernachlässigendes Wärmepotenzial und könnten etwa 18.000 Haushalte mit einer Gesamtleistung von etwa 50 Megawatt versorgen. Zudem kündigte BASF an, H2 für die Verkehrswende in der Metropolregion Rhein-Neckar zur Verfügung stellen zu wollen.

Guter Innovationsstandort

Ludwigshafen hat eine lange Tradition in der Entwicklung innovativer Technologien. Die Stadt ist Heimat von Unternehmen, die weltweit führend in der Herstellung von Dämmstoffen sind. Pilotprojekte wie das europaweit erste Drei-Liter-Haus im Bestand, Ein-Liter-Häuser, -Liter-Bürogebäude und das -Heizkosten-Haus in Ludwigshafen machten bereits vor vielen Jahren Schlagzeilen.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Advertorial: Wie Stadtwerke die Wärmewende erfolgreich umsetzen

[21.05.2026] Bei der Wärmewende gibt es keine Standardlösungen. Deshalb macht die Steag Iqony Group individuelle Bedürfnisse von Stadtwerken und Kommunen finanzierbar und umsetzbar. mehr...

Böhlen: Klimaneutrale Wärme

[20.05.2026] In der sächsischen Stadt Böhlen soll die Wärmeversorgung künftig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Das Projekt umfasst den Bau einer neuen Energiezentrale und die Modernisierung des bestehenden Wärmenetzes. mehr...

Zwei große, zylindrische Wärmespeicher mit dem Schriftzug „BS|ENERGY“ stehen hinter Bäumen unter blauem Himmel. Im Vordergrund sind herbstlich gefärbte Blätter und eine Straßenlaterne zu sehen.

BS Energy: Plan für klimaneutrale Wärme

[18.05.2026] BS Energy hat einen Transformationsplan für die Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung und den Ausbau der Fernwärmeversorgung in Braunschweig veröffentlicht. Nach Angaben des Unternehmens erfüllt der Energieversorger damit Vorgaben des Bundesgesetzes für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze. mehr...

E.ON: Wärmepumpe spart Energiekosten

[13.05.2026] Eine Analyse von E.ON beziffert das Einsparpotenzial von Wärmepumpen in deutschen Einfamilienhäusern für die Heizsaison 2025/26 auf rund 2,28 Milliarden Euro. Zugleich zeigt die Berechnung, wie stark der Wechsel von Öl und Gas zu elektrischen Heizsystemen auch den CO2-Ausstoß senken könnte. mehr...

Blick auf den Energiestandort Süd der Stadtwerke München mit dem neuen Wärmespeicher. Der große, zylindrische Speicher steht neben mehreren Schornsteinen des Heizkraftwerks am Ufer der Isar. Im Vordergrund sind Bäume und das Flussufer zu sehen, im Hintergrund Teile des Münchner Stadtgebiets.

Stadtwerke München: Wärmespeicher startet Betrieb

[12.05.2026] Mit einem Wärmespeicher wollen die Stadtwerke München die Fernwärmeversorgung flexibler gestalten und die Wärmewende vorantreiben. Der Speicher ist nun in Betrieb gegangen, zwei Fernwärmenetze sind bereits angeschlossen. mehr...

Mannheim: Wärmewende Akademie ist jetzt ein Verein

[04.05.2026] Die Mannheimer Wärmewende Akademie hat sich als eingetragener Verein neu aufgestellt. Damit erhält das bisherige Netzwerk aus Stadt, Energieversorgern und Handwerk eine dauerhafte Organisationsform, die Qualifizierung und Umsetzung der kommunalen Wärmewende verstetigen soll. mehr...

Augsburg: Wärmeplanung liegt öffentlich aus

[04.05.2026] Augsburg hat den Entwurf seiner kommunalen Wärmeplanung veröffentlicht und legt damit erstmals ein konkretes Szenario für die künftige Wärmeversorgung der Stadtteile vor. Bürger, Unternehmen und Verbände können den Plan nun prüfen und bis 20. Mai Hinweise einreichen, bevor die Stadt den Kurs bis 2040 festsetzt. mehr...

Nexiga: Dashboard zum Wärmebedarf

[29.04.2026] Eine frei zugängliche Internet-Plattform zeigt Daten zum Heizwärme- und Warmwasserbedarf auf Postleitzahl- und Gemeindeebene. Nach Angaben des Anbieters Nexiga soll das Angebot Kommunen, Energieversorgern und weiteren Akteurinnen bei der Wärmeplanung helfen. mehr...

Oldenburg: Dialogprozess fließt in Wärmeplanung ein

[28.04.2026] Oldenburg passt seinen kommunalen Wärmeplan nach einem breit angelegten Bürgerdialog an drei zentralen Stellen an. Der jetzt vorliegende Dialogbericht zeigt, welche Beratungs- und Umsetzungsangebote die Stadt für Wärmepumpe, Heizungstausch und energetische Sanierung nachschärfen will. mehr...

SAENA: Broschüre zur Abwärmenutzung aktualisiert

[28.04.2026] Die Sächsische Energieagentur hat ihre Broschüre zu Technologien der industriellen Abwärmenutzung grundlegend aktualisiert und in dritter Auflage veröffentlicht. Der Leitfaden zeigt Unternehmen, wie sich ungenutzte Prozesswärme technisch erschließen lässt, um Energiekosten zu senken und den Umbau hin zu klimaneutralen Prozessen abzufedern. mehr...

Infografik mit einer stilisierten Karte von Konstanz und markierten Projektgebieten für den Ausbau von Wärmenetzen. Farbig hervorgehobene Stadtteile zeigen unterschiedliche Planungsstände: Hafner und Bodensee-Therme in Dunkelgrün (fortgeschrittene Projektentwicklung), Berchengebiet, Paradies und Altstadt in Hellgrün (Machbarkeitsstudie abgeschlossen), Petershausen West in Gelb (Voruntersuchungen), Petershausen West/Königsbau sowie Klinikum in Grau (Voruntersuchungen in Planung). In Sprechblasen stehen jeweils die vorgesehenen Energiequellen wie Seethermie, Außenluft, Abwärme aus Kläranlage oder Kehrichtverwertungsanlage. Rechts oben erklärt eine Legende die Farben und Symbole.

Konstanz: 30 Millionen Euro für Wärmenetze

[27.04.2026] Der Gemeinderat in Konstanz hat den Ausbau klimafreundlicher Wärmenetze beschlossen. Die Stadt will die Stadtwerke über 15 Jahre mit insgesamt 30 Millionen Euro stärken. Damit sollen neue Projekte in geeigneten Stadtgebieten ermöglicht werden. mehr...

Ein großer Autokran hebt auf einer Baustelle einen zylinderförmigen Industriebehälter aus Metall an. Das Bauteil liegt auf Schienen und ist mit mehreren Rohranschlüssen versehen. Im Hintergrund sind Baugeräte, Fahrzeuge und freie Flächen zu sehen. Darüber spannt sich ein blauer Himmel mit dünnen Wolken.

enercity: Großwärmepumpe ersetzt Kohleblock

[23.04.2026] In Hannover hat der Bau einer 30-Megawatt-Großwärmepumpe am Klärwerk Herrenhausen eine neue Phase erreicht. Nach Angaben von enercity hat die Montage zentraler Bauteile begonnen. Die Anlage soll bis Ende 2026 in Betrieb gehen und Wärme für bis zu 13.000 Haushalte liefern. mehr...

Münster: Finaler Entwurf der Wärmeplanung liegt vor

[21.04.2026] Münster plant den Umbau seiner Wärmeversorgung mit mehr Fernwärme und Wärmepumpen. Der jetzt vorliegende Wärmeplan zeigt, wie die Stadt bis 2045 klimaneutral werden will, und steht im Mai zur politischen Entscheidung. mehr...

Frontansicht des Bremer Rathauses mit reich verzierter Backsteinfassade, großen Fenstern und historischem Giebel. Über dem Gebäude wehen die deutsche Flagge sowie weitere Fahnen. V

Freie Hansestadt Bremen: Kommunaler Wärmeplan beschlossen

[16.04.2026] Der Bremer Senat hat den kommunalen Wärmeplan beschlossen. Er soll den Umbau der Wärmeversorgung hin zu klimafreundlichen Lösungen steuern und Bürgerinnen und Bürgern Orientierung geben. mehr...

Industrielle Hochtemperatur-Wärmepumpe von Evonik in Herne auf Containerbasis mit Lüftungseinheiten und Rohrleitungen auf Werksgelände.

Uniper / Evonik: Wärmepumpen-Projekt in Herne

[15.04.2026] In Herne geht eine Hochtemperatur-Wärmepumpe in Betrieb, die industrielle Abwärme für die Fernwärmeversorgung nutzt. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen können damit rund 1.000 Haushalte im Ruhrgebiet versorgt werden. Zudem sollen jährlich bis zu 1.750 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. mehr...