RostockAus Wind wird Wärme

Oliver Brünnich, Maria Kröger, Ute Römer, Reinhard Meyer, Dr. Dirk Biermann bei der Einweihung der Power-to-Heat-Anlage (v. l. n. r.).
(Bildquelle: SWRAG / Sascha Schwarze)
Am 6. September 2023 haben die Stadtwerke Rostock gemeinsam mit dem Stromübertragungsnetzbetreiber 50Hertz die neue Power-to-Heat-Anlage (PtH) auf dem Gelände der Stadtwerke in Marienehe in Betrieb genommen. Der Elektrokessel mit einer Leistung von 20 Megawatt nutzt zukünftig überschüssigen Strom aus Windenergie und erzeugt daraus klimaneutrale Wärme für Rostock.
„Wir setzen heute einen wichtigen Meilenstein auf unserem Transformationspfad hin zu einem CO2-neutralen Rostock“, sagte Oliver Brünnich, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Rostock.
Wenn die erneuerbaren Energien im Norden viel Strom erzeugen und dieser weder vor Ort verbraucht noch aufgrund fehlender Stromleitungen nach Süden weitertransportiert werden kann, müssen oftmals Windräder abgeregelt und die Betreiber für die Verluste entschädigt werden. Um den grünen Überschussstrom zukünftig effizienter zu nutzen, kooperieren die Stadtwerke mit dem Übertragungsnetzbetreiber. Die Stadtwerke betreiben die PtH-Anlage, 50Hertz übernimmt auf Basis einer Regelung im Energiewirtschaftsgesetz die Investitionskosten in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro und kann die Anlage zur Entschärfung von Netzengpässen anfordern. Die Fachleute sprechen von Redispatch-Maßnahmen, um das Netz vor Überlastung zu schützen und eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten.
Dirk Biermann, Geschäftsführer Märkte und Systembetrieb bei 50Hertz, erklärt: „Power-to-Heat ist eine einfache und effiziente Technologie, mit Strom Wasser zu erhitzen und damit Gebäude zu beheizen oder Wärme für industrielle Prozesse zu erzeugen. Das ist besonders dann effizient, wenn es sich um grünen Strom handelt, der aufgrund von Netzengpässen ansonsten nicht genutzt werden könnte.“
„Mit unserem kommunalen Wärmeplan steht die Strategie bereits, wie wir die Wärmewende bis 2035 in Rostock schaffen können. Damit sind wir deutschlandweit Vorreiter. Die Stadtwerke Rostock spielen eine wichtige Rolle dabei, die Maßnahmen dieses Plans umzusetzen. Nach dem Wärmespeicher reiht sich die neue Power-to-Heat-Anlage als Baustein ein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Stadt“, so die Oberbürgermeisterin der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Eva-Maria Kröger (Die Linke). Im Transformationsplan der Stadtwerke spielen weitere nachhaltige Technologien zur Wärmeerzeugung aus regionalen Energiepotenzialen wie etwa eine Großwärmepumpe im Rostocker Klärwerk oder die Nutzung von Abwärme der Elektrolyse eine bedeutende Rolle.
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