SalzgitterRohstahl mit wenig Emissionen

Am drittgrößten Industriestandort Niedersachsens investieren ansässige Unternehmen gemeinsam mit der Stadt Salzgitter in eine erneuerbare Zukunft.
(Bildquelle: Robert Bosch Elektronik)
Bis 2033 soll das Projekt „Salzgitter Low CO2 Steelmaking“ (SALCOS) durch den Umbau eines integrierten Hüttenwerks im niedersächsischen Salzgitter rund acht Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht in etwa einem Prozent des jährlichen gesamtdeutschen CO2-Ausstoßes. Obwohl die Effizienz der Anlagen, die in Salzgitter Rohstahl produzieren, bereits zur Weltspitze gehören, werden prozessbedingt allein im integrierten Hüttenwerk des SALCOS Projekts acht Millionen Tonnen CO2 jährlich emittiert. Durch die im Projekt anvisierte Umstellung der Produktion auf Direktreduktionsanlagen kann Wasserstoff den bisher zur Stahlherstellung benötigten Kohlenstoff jedoch komplett ersetzen und dadurch die CO2-Emissionen um über 95 Prozent senken. Im Verbund mit weiteren Projekten wie Windwasserstoff Salzgitter – auch WindH2 – wird so die Stahlproduktion immer weiter dekarbonisiert. „Salzgitter zeigt als drittgrößter Industriestandort von Niedersachen, dass die Notwendigkeit eines Umdenkens bei der industriellen Produktion bei Weitem kein Randthema mehr ist“, sagt Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energie (AEE). „Auch hier spielen die Erneuerbaren als Ausgangspunkt einer klimafreundlichen Stahlproduktion eine zentrale Rolle bei der Sicherung des Industriestandorts Deutschland.“
Alle Stakeholder an einen Tisch
Am von der Stadtverwaltung initiierten Wasserstoff Campus treffen Stakeholder aus Wirtschaft, Forschung und Politik aufeinander. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden Projekte im Bereich der Energieerzeugung zur Herstellung von grünem Wasserstoff über die Entwicklung neuer Speichertechnologien bis hin zur Weiterverarbeitung des Wasserstoffs als Basis für CO2-neutrale Fabriken konzipiert. Salzgitter positioniert sich so an vorderster Front im Bereich der Entwicklung und praxisnahen Forschung auf dem Gebiet der Herstellung und Nutzung von grünem Wasserstoff. Die Stadt stellt damit heute die Weichen, um die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts zu sichern. Damit hält sie Wertschöpfung in der Region, sichert Arbeitsplätze und trägt ihren Teil zum Klimaschutz bei.
2023 neues Klimaschutzkonzept
Mit einem neuen Klimaschutzkonzept schreibt die Stadt außerdem das 2014 verabschiedete Konzept 2023 fort. Der städtische Klimaschutz-Manager setzt seit inzwischen über fünf Jahren die Maßnahmen des Konzepts im Bereich der städtischen Wärmeplanung, der energetischen Sanierung kommunaler Gebäude sowie der Bürgerbeteiligung und Akzeptanzförderung um.
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