Montag, 12. Oktober 2026

HamburgFernwärme aus Müll und Bioabfall

[09.01.2018] In Hamburg soll künftig eine bundesweit einmalige Abfallverwertungsanlage eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Hamburger Haushalte mit klimaneutral produzierter Fernwärme spielen.

Einen weiteren Schritt zur Wärmewende in der Freien und Hansestadt Hamburg hat die Hamburger Stadtreinigung (SRH) beschlossen: Am ehemaligen Standort der Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor soll bis Ende 2022 ein Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE) entstehen. Wie die Behörde für Umwelt und Energie der Stadt Hamburg berichtet, handelt es sich dabei um eine in Deutschland bisher einmalige Kombination unterschiedlicher Abfallverwertungs- und Recyclinganlagen, die auch eine zentrale Rolle bei der zukünftigen Versorgung der Hamburger Haushalte mit klimaneutral produzierter Fernwärme spielen. „Das Zentrum für Ressourcen und Energie ist ein Meilenstein beim Übergang von der Abfall- zur Ressourcenwirtschaft“, meint Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan. „Hier sollen Restmüll und Bioabfall zur Erzeugung von Biogas genutzt werden. Mit dem Biogas, der getrockneten Biomasse und den Anlagen zur thermischen Verwertung von Altholz und Ersatzbrennstoff erzeugt das ZRE klimaneutrale Fernwärme und Strom.“ „Abfall wird immer mehr zum Rohstoff und gewinnt durch eine intelligente Nutzung auch an Bedeutung als umweltfreundliche Energiequelle“, ergänzt SRH-Geschäftsführer Rüdiger Siechau. „Mit dem Zentrum für Ressourcen und Energie verschmelzen Biogaserzeugung und energetische Abfallverwertung symbiotisch in einer einzigartigen Anlage. So können wir Abfälle noch wesentlich besser nutzen als in konventionellen Biogas- und Müllverbrennungsanlagen und schaffen gleichzeitig die für Hamburg notwendige Entsorgungssicherheit.“
Das künftige ZRE besteht nach Angaben der Stadtreinigung aus mehreren Teilanlagen, darunter eine Sortieranlage für 140.000 Tonnen Hausmüll zur Trennung von organischen Bestandteilen und heizwerthaltigem Restmüll (Ersatzbrennstoff) sowie zur Abtrennung von recyclingfähigen Wertstoffen, zwei Biogasanlagen, einer Anlage zur Aufbereitung von Biogas, einer Trocknungsanlage für die Aufbereitung feuchter Biomasse aus der Hausmüllsortieranlage, einem Biomasseheizkraftwerk, einem Ersatzbrennstoff (EBS)-Kraftwerk, einer gemeinsamen Abgasnachreinigung für beide Heizkraftwerke sowie Anlagen zur Energieerzeugung (Strom und Fernwärme). Alle Anlagenteile zusammen erzeugen laut SRH bis zu 70 Megawatt Wärme, bis zu 15 Megawatt Strom sowie circa 10 Megawatt Biogas. Die Gesamtkosten für die Errichtung des ZRE betragen rund 235 Millionen Euro. Neben dem ZRE sind nach Senatsplänen die Einbindung industrieller Abwärme aus der Stahl- und Aluminiumproduktion, eine Wärmepumpe und ein Aquifer-Tiefenspeicher an der Dradenau sowie die Müllverwertungsanlage Rugenberger Damm in die klimafreundliche Wärmewende eingebunden.



Stichwörter: Wärmeversorgung, Hamburg


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