Montag, 22. Januar 2018

Fachverband Biogas:
Alle Potenziale ausschöpfen


[23.8.2017] Der Fachverband Biogas hat jetzt einen Treibhausgasrechner auf seiner Homepage veröffentlicht. Insgesamt sparen die rund 9.000 deutschen Biogasanlagen laut dem Verband knapp 20 Millionen Tonnen CO2 ein.

Der Fachverband Biogas hat jetzt einen Treibhausgasrechner sowie ein Infopapier mit Fakten zu den Klimaschutzeffekten von Biogasanlagen online gestellt. Mit dem Rechner lasse sich die CO2-Einsparung einer Biogasanlage in Abhängigkeit von der Strom- und Wärmeerzeugung, dem Wirkungsgrad und dem Substratmix kalkulieren. „Damit kann jeder Betreiber seinen ganz persönlichen Beitrag zum Klimaschutz ausrechnen“, freut sich Stefan Rauh, Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas. „Und dies auch in ganz praxisnahen Vergleichen zum durchschnittlichen CO2-Ausstoß von Flügen oder PKW-Fahrten.“
Darüber hinaus informiert der Verband zum Einsparpotenzial von Biogasanlagen: Die rund 9.000 deutschen Biogasanlagen vermeiden demnach allein im Stromsektor knapp 15 Millionen Tonnen CO2. Hinzu kommen nach Angaben des Fachverbandes gut vier Millionen Tonnen durch die Bereitstellung von Wärme und 100.000 Tonnen im Verkehr. In der Summe entspreche das dem jährlichen Ausstoß von knapp 1,6 Millionen Bundesbürgern. „Unsere Biogasanlagen neutralisieren fast den gesamten CO2-Fußabdruck aller Einwohner von Hamburg“, erklärt Rauh.
Damit spare eine deutsche „Standard-Biogasanlage“ mit knapp 400 Kilowatt Bemessungsleistung 1.800 Tonnen CO2 pro Jahr ein. So emittiere die Biogasanlage jährlich etwa 500 Tonnen CO2, ein gleichgroßes Kraftwerk auf fossiler Basis dagegen fast 2.300 Tonnen. Die Emissionen der Biogasanlage ergeben sich dabei aus der Bereitstellung der Substrate, dem Bau der Anlage sowie den Prozessemissionen.
Doch damit ist das Potenzial nach den Worten von Rauh noch lange nicht ausgeschöpft. Vielmehr könnten durch eine Vergärung der in den deutschen Ställen anfallenden Rindergülle zusätzlich sieben Millionen Tonnen CO2-Äquivalent eingespart werden. Rauh bekräftigt: „Es wäre sinnvoll und begrüßenswert, wenn der Wirtschaftsdünger von jedem größeren viehhaltenden Betrieb in einer Biogasanlage vergoren würde.“
Wie der Verband weiter informiert, konnten in den vergangenen 25 Jahren, also seit der Gründung des Fachverbandes, mehr als 142 Millionen Tonnen CO2-Emissionen durch die Verwertung von Gülle, Energiepflanzen und biogenen Reststoffen vermieden werden. Das entspreche dem Ausstoß von knapp 7,7 Millionen Mittelklasse-Benzinern. „Ein mit Biomethan betanktes CNG (Compressed Natural Gas)-Fahrzeug stößt übrigens 90 Prozent weniger CO2 aus als ein vergleichbarer Benziner“ ergänzt Rauh.
Für die Reduktion der Treibhausgase im Zuge des Pariser Klimaschutzabkommens müssen alle Potenziale ausgeschöpft werden, sagt Rauh. Deshalb plane der Fachverband Biogas im November darüber hinaus eine Tour mit seinem Biogas-Bus zur Klimakonferenz in Bonn. Unter dem Motto Klimaneutral zur Klimakonferenz soll dabei Biomethan als klimafreundlicher Kraftstoff thematisiert werden. (me)

www.biogas.org

Stichwörter: Bioenergie, Fachverband Biogas



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