EUROFORUM

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Serie Kommunales Energie-Management:
Schätze heben im Netzwerk


[14.6.2017] Wie können Städte und Gemeinden sowohl Klimaschutzmaßnahmen umsetzen als auch den Gemeindehaushalt entlasten? stadt+werk begleitet das Energieeffizienz-Netzwerk im Enzkreis auf seinem Weg, die Energieeffizienzpotenziale kommunaler Liegenschaften wirtschaftlich zu erschließen. Teil 1 der Serie.

Treffen des kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk im Enzkreis. Viele Städte, Gemeinden und Landkreise sind bereits heute beim kostensparenden Energie-Management ihrer Liegenschaften erfolgreich. Vor allem kleine Kommunen mit geringen Ressourcen können in Baden-Württemberg jetzt leicht und wirtschaftlich nachhaltige Einsparpotenziale erschließen. Unterstützung dafür erhalten sie in kommunalen Energieeffizienz-Netzwerken (kEEn). Dort profitieren sie von den Erfahrungen anderer Kommunen. Im Südwesten gibt es bislang zwei Pilotprojekte dieser Art. Initiator ist das Kompetenzzentrum Energie-Management der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg.

Energieeffizienzpotenziale heben

Vom Angebot der kommunalen Energieeffizienz-Netzwerke profitieren können Kommunen, die bereits über ein Klimaschutzkonzept verfügen. Voraussetzung ist die Einführung eines kommunalen Energie-Managements. Das gleiche gilt für diejenigen, die am European Energy Award (eea) teilnehmen und im Handlungsfeld kommunale Gebäude noch Potenzial haben. Ein kommunales Energieeffizienz-Netzwerk kann einen Schatz heben: Es erschließt die Energieeffizienzpotenziale aller kommunalen Liegenschaften. Schatzsucher im kEEn sind die Mitarbeiter der Kommunalverwaltungen, die mit Energiefragen beauftragt sind. Unter professioneller Leitung können sie voneinander lernen und ihr Wissen anwenden. Für die Kommune erhöht sich auf diese Weise kontinuierlich die Energieeffizienz ihrer Gebäude.

Energie-Management senkt Kosten

Nur jede dritte Kommune in Baden-Württemberg betreibt bislang kommunales Energie-Management. „Viel zu wenig“, sagt Claus Greiser, Leiter des Kompetenzzentrums Energie-Management der KEA. Aus seiner über 20-jährigen Praxiserfahrung weiß er: Mit Energie-Management lassen sich die Energiekosten in kommunalen Liegenschaften um 15 bis 25 Prozent senken – auch ohne große Investitionen. Das entlastet den Gemeindehaushalt spürbar. Greiser ist überzeugt: „In wenigen Jahren werden alle Kommunen ein professionelles Energie-Management betreiben – die finanziellen Vorteile sind einfach zu überzeugend.“
Vor rund eineinhalb Jahren wurden in Baden-Württemberg die ersten beiden Netzwerke gegründet. Eines mit acht Kommunen befindet sich im Enzkreis, ein weiteres spannt sich über den gesamten Südwesten. Im Enzkreis haben die Kommunen beispielsweise die gemeindeeigenen Gebäude untersucht, Schulungen der Mitarbeiter durchgeführt und Schwachstellen durch ein Energie-Controlling aufgespürt. Das Vorhaben wird noch bis 2018 dauern.

Der Hintergrund
Kommunale Energieeffizienz-Netzwerke sollen einen einfachen und strukturierten Einstieg in das kommunale Energie-Management ermöglichen. Dabei begleitet ein Netzwerk-Manager die Kommune mindestens drei Jahre lang. Jede teilnehmende Kommune zahlt jährlich rund 5.000 Euro für den Netzwerk-Manager und muss rund acht Arbeitstage pro Jahr aufwenden. Im Gegenzug sollen die Energiekosten um ein Mehrfaches sinken. Kommunen können bei der Einführung eines Energie-Management-Systems Landeszuschüsse erhalten. Eine Alternative dazu ist das Bundesprogramm „Förderung von Energieeffizienz-Netzwerken von Kommunen“, das das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abwickelt.
In Baden-Württemberg werden die Kommunen vom Kompetenzzentrum Energie-Management der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg unterstützt. Die KEA-Experten erläutern die Vorteile der Netzwerkarbeit in einer kostenfreien Initialberatung, referieren über das Thema „Kommunale Energieeffizienznetzwerke“ beispielsweise im Rahmen einer Kreistagssitzung und können einen erfahrenen Netzwerkmoderator empfehlen. (al)

www.energiekompetenz-BW.de/kEEn

Stichwörter: Klimaschutz, KEA, Baden-Württemberg

Bildquelle: KEA

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