Freitag, 20. Oktober 2017

enercity:
Fernwärme aus Erneuerbaren


[12.5.2017] Die Stadtwerke Hannover wollen die Energiewende mit grüner Fernwärme vorantreiben. Dazu soll die auf Kohle und Erdgas basierende Fernwärmeproduktion zunehmend diversifiziert werden.

enercity will bis zum Jahr 2035 die Hälfte seiner Fernwärme aus erneuerbaren Energien gewinnen. Das kündigte die Vorstandsvorsitzende Susanna Zapreva an. Bei einem Gespräch mit Vertretern aus Verwaltung und Politik hat das kommunale Energieversorgungsunternehmen enercity aus Hannover jetzt seine neue Fernwärmestrategie vorgestellt. Susanna Zapreva, Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Hannover, sagt: „Mit der neuen Strategie wird die Fernwärme in Hannover grüner. Unser Plan ist, bis zum Jahr 2035 die Hälfte der Fernwärme aus erneuerbarer Energie zu gewinnen.“ Die neue Fernwärmeplanung sei der Startschuss für eine umfassende Wärmewende in Hannover.
So plant enercity, die auf Kohle und Erdgas basierende Fernwärmeproduktion konsequent zu diversifizieren. Künftig sollen stattdessen unter anderem die industriell-gewerbliche Abwärme, Biomassebrennstoffe, Wärmepumpen oder die Solarthermie genutzt werden.
Eine konkrete Option in Hannover sei die Abwärmenutzung aus der bestehenden Müllverbrennungsanlage des Entsorgungsunternehmens EEW Energy from Waste Hannover in Lahe. Für die Einbindung wäre der Bau einer fünf bis sechs Kilometer langen Fernwärmeleitung erforderlich. Bis zu 300 Gigawattstunden Wärmeenergie könnten auf dieser Basis gewonnen werden. Dies entspreche 25 Prozent der in Hannover benötigten Fernwärme.
Für weitere sechs Prozent will das Unternehmen die Abwärme aus einer Monoverbrennungsanlage zur thermischen Behandlung von Klärschlamm nutzen. Aktuell sei man auf der Suche nach einem geeigneten Standort. In Betracht käme etwa der Standort der Deponie des Entsorgungsträgers Abfallwirtschaft Region Hannover (aha), ebenfalls in Lahe. Die Fernwärmeleitung nach Lahe könnte dann von beiden Anlagen genutzt werden. Hintergrund ist, dass die novellierte Dünge- und Klärschlammverordnung die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm zunehmend einschränkt. Zudem schreibt sie ab dem Jahr 2029 die Rückgewinnung für alle Kläranlagen, an die mehr als 100.000 Einwohner angebunden sind, verbindlich vor.
In einem nächsten Schritt will enercity die Vorschläge für eine künftige Fernwärmeversorgung in die Gremien der Stadt und Region Hannover einbringen. Auch den Dialog mit der Öffentlichkeit wie etwa dem örtlichen Beirat des Abfallbehandlungszentrums und der Müllverbrennungsanlage in Lahe wolle das Unternehmen aufnehmen. (me)

www.enercity.de

Stichwörter: Fernwärme, enercity, Hannover

Bildquelle: Stadtwerke Hannover AG

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Fernwärme

Hochschule Kempten: Lastprognosen für Fernwärme
[29.9.2017] Die Hochschule Kempten hat auf Basis künstlicher Intelligenz ein optimiertes Lastprognoseverfahren für Fernwärmenetze entwickelt. mehr...
Der Hochschule Kempten ist es jetzt gelungen, den Betrieb von Fernwärmenetzen zu optimieren.
VSHEW: Windstrom besser nutzen
[28.9.2017] Auf dem zweiten Nahwärmeforum in Neumünster forderte der Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft eine bessere politische Verzahnung der Sektoren. Nur so müsse Windstrom nicht länger abgeregelt, sondern könne stattdessen in der Wärmeversorgung genutzt werden. mehr...
Stadtwerke Bonn: Fernwärmenetz wird erweitert
[27.9.2017] Nach einem Stadtratsbeschluss übernehmen die Stadtwerke Bonn das Fernwärmenetz von STEAG im Stadtteil Duisdorf. mehr...
Stadtwerke Kiel: Mit Farbstoff Leckagen aufspüren
[27.9.2017] Die Stadtwerke Kiel überprüfen ihr Rohrsystem für die Fernwärme mithilfe eines Farbstoffs. Dort, wo das Rohrnetz undicht ist, sollen grüne Pfützen an die Oberfläche gelangen. mehr...
Wärmeversorgung: Adieu kommunale Energiewende? Bericht
[22.9.2017] Bei Windkraft und Photovoltaik ist die Konkurrenz für Stadtwerke groß. Doch beim Ausbau von Fernwärme auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien sind sie anderen überlegen. Erfahrene Partner sorgen dabei für Planungssicherheit. mehr...
Bioerdgas-BHKW sorgt für Fernwärme in Rochlitz.

Suchen...

 Anzeige

Zukunftsforum Energiewende
GWAdriga GmbH & Co. KG
10719 Berlin
GWAdriga GmbH & Co. KG
regio iT GmbH
52070 Aachen
regio iT GmbH
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH
rku.it GmbH
44629 Herne
rku.it GmbH

Aktuelle Meldungen