IQPC2

Sonntag, 24. September 2017

Pumpspeicherkraftwerk Heimbach:
Planungen verlangsamt


[11.4.2017] Die Mainzer Stadtwerke haben die Planungen für das Pumpspeicherkraftwerk Heimbach zurückgestellt. Als Grund nennt das Unternehmen die aktuellen politischen Rahmenbedingungen.

Die Mainzer Stadtwerke haben die Planungen für das Projekt Pumpspeicherkraftwerk Heimbach (PSW Heimbach) bei Bingen deutlich verlangsamt. Wie die Mainzer Stadtwerke mitteilen, hat der Vorstandsvorsitzende Detlev Höhne bereits die Ortsbürgermeister beider Gemeinden und weitere Projektpartner unterrichtet. Als Grund nennen die Stadtwerke die politischen Rahmenbedingungen. Diese seien nicht geeignet, um einen wirtschaftlichen Betrieb solcher Anlagen zu gewährleisten. Höhne verweist auf ähnliche Entscheidungen von Investoren in Pumpspeicherprojekte wie die Stadtwerke Trier oder die Stadtwerke-Kooperation Trianel und sagt: „Die gesamte Energiebranche übt sich zurzeit in Zurückhaltung und wartet ab, wie sich die politische Landschaft in dieser Hinsicht weiter entwickelt.“ Dabei rechne man nicht mit wesentlichen Änderungen vor der kommenden Bundestagswahl.
Immerhin gebe es einen aktuellen Antrag im Bundesrat, der das weitere Vorantreiben von Pumpspeicherkraftwerken unterstützen soll. Auch zielten verschiedene Initiativen aktueller PSW-Projekte gegenüber der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur in diese Richtung.
Vor diesem Hintergrund habe sich der Stadtwerke-Vorstand dazu entschlossen, das bevorstehende Planfeststellungsverfahren und die Sicherung erforderlicher Grundstücke zunächst zurückzustellen. Für die Umsetzung dieser Schritte sei ein zweistelliger Millionenbetrag erforderlich. Laut Höhne kann aber eine Investition in dieser Größenordnung nur dann vertreten werden, wenn ein anschließender Betrieb wirtschaftlich sei.
Grundsätzlich hält Detlev Höhne Pumpspeicherkraftwerke weiterhin für unabdingbar für das Gelingen der Energiewende. Außerdem verweist er auf die positive Resonanz aus der Bevölkerung. Auch der Dialog mit den Umweltverbänden verlaufe äußerst vertrauensvoll.
Höhne sagt: „Wir halten das PSW-Projekt in Niederheimbach und Trechtingshausen für ein sinnvolles Projekt und wollen es daher auch nicht aufgeben.“ Bislang hätten die Stadtwerke drei Millionen Euro in das Vorhaben investiert. Trage man den bestehenden Rahmenbedingungen Rechnung, dann könne das Projekt allerdings nur deutlich langsamer vorangetrieben werden als ursprünglich geplant.
Die bereits laufenden Voruntersuchungen für das Planfeststellungsverfahren würden indessen fortgesetzt. Hierbei handle es sich vor allem um geologische und hydrogeologische Erkundungen für das Oberbecken sowie um naturschutzfachliche Erhebungen, die jahreszeitenabhängig erfolgen. Abschließend weist Höhne daraufhin, dass aus Sicht der Stadtwerke der Standort für das PSW Heimbach zu den besten in Deutschland gehört und auch die technische Machbarkeit sehr positiv eingeschätzt werde. (me)

www.mainzer-stadtwerke.de

Stichwörter: Energiespeicher, Stadtwerke Mainz, Pumpspeicherkraftwerk Heimbach, Bingen



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Energiespeicher

Esquire: Dienstleistungen mit Großbatterien
[8.9.2017] Dienstleistungen rund um Großbatterien in Quartieren werden jetzt im Rahmen des Forschungsprojektes Esquire entwickelt. Dabei sollen Akzeptanz und Datenschutz eine wichtige Rolle spielen. mehr...
Braderup: Hybridbatterie speichert Windstrom
[5.9.2017] Ein Vier-Megawatt-Hybridspeicher aus Lithium-Ionen- und Vanadium-Redoxflow-Batterien speichert in Braderup den Strom aus einem Bürgerwindpark. mehr...
Braderup ist Energiekommune des Monats. Eine Hybridbatterie speichert hier den Windstrom aus einem Bürgerwindpark.
Versorgungsbetriebe Bordesholm: Batteriespeicher erhält Förderung
[24.8.2017] Das Land Schleswig-Holstein hat jetzt die Förderzusage für einen Batteriespeicher in Bordesholm gegeben. Die Batterie soll im Falle eines Netzausfalls Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung stellen. mehr...
Energieminister Robert Habeck überreicht den Förderbescheid an Frank Günther, Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Bordesholm.
VARTA Storage / Lechwerke: Kooperation für Energiespeicher
[23.8.2017] Die Lechwerke vertreiben künftig drei Energiespeicherserien des Produzenten VARTA Storage. Zusätzlich bieten sie einen Energie-Manager, einen Reststromliefervertrag, Beratung und Service. mehr...
WEMAG: Batteriespeicher schafft Schwarzstart
[16.8.2017] Die erste Phase einer Schwarzstarttestreihe hat das WEMAG-Batteriekraftwerk in Schwerin-Lankow erfolgreich abgeschlossen. Perspektivisch wollen die Projektpartner das Schwarzstartkonzept schon bald zur Marktreife bringen. mehr...
Freuen sich im Batteriespeicher über den Erfolg der Phase 1:

Suchen...

 Anzeige

Zukunftsforum Energiewende
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Energiespeicher:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen