Sonntag, 24. September 2017

DIW-Studie:
Batterieunterstützte Eigenversorgung


[29.3.2017] Die batterieunterstützte Eigenversorgung mit Solarstrom birgt Chancen und Risiken. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Die DIW-Studie Batterieunterstützte Eigenversorgung mit Solarstrom kommt zu dem Ergebnis, dass die Eigenversorgung zwar deutlich wächst, momentan aber mit zirka 50.000 installierten Speichern noch einen Nischenmarkt darstellt. Außerdem kann die batterieunterstützte Eigenversorgung einzel- und gesamtwirtschaftliche Vorteile erbringen, wenn sie zum Beispiel systemorientiert betrieben und für weitere Marktinteraktionen genutzt wird. Sie birgt aber auch Risiken.
Ohne Batteriespeicher erreichen Haushalte mit Aufdach-Photovoltaikanlagen einen Eigenversorgungsanteil von rund einem Drittel, mit Batteriespeicher lässt sich dieser deutlich steigern. Dennoch bleiben die Haushalte mit dem Stromnetz verbunden und beziehen Strom oder speisen ihn zurück ins Netz. Chancen ergeben sich laut dem DIW durch eine verbesserte Akzeptanz und Partizipation sowie Entlastungen der Verteilnetze. Auf der anderen Seite resultieren Effizienzverluste aus einer ineffizienten Auslegung und Betriebsweise der Speicher.
Da insgesamt mehr Batteriespeicher gebaut werden als aus Systemsicht erforderlich wären, steigen bei einer Ausweitung der batterieunterstützten Eigenversorgung tendenziell die Gesamtkosten. Die Verbreitung der Technologie berge aber auch weitere Risiken. Dazu zählt beispielsweise, dass die Flexibilitäts- und Kostenvorteile eines großräumigen Stromverbunds weniger genutzt werden. Bei der aktuellen Ausgestaltung der Netzentgelte werden die Netzkosten bei zunehmendem Eigenversorgungsanteil zudem tendenziell stärker auf Verbraucher umgelegt, die keine Eigenversorgung betreiben.
Studienautor Wolf-Peter Schill sagt: „Um die solare Eigenversorgung positiv zu gestalten, muss an verschiedenen Stellschrauben gedreht werden, unter anderem an einer Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik.“ DIW-Energieökonomin Claudia Kemfert ergänzt: „Diese Technologie entspricht dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, sich an der Energiewende zu beteiligen und sie kann durchaus einen wertvollen Beitrag zur Realisierung der Energiewende leisten.“ (me)

www.diw.de

Stichwörter: Energiespeicher, DIW, Claudia Kemfert



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Energiespeicher

Esquire: Dienstleistungen mit Großbatterien
[8.9.2017] Dienstleistungen rund um Großbatterien in Quartieren werden jetzt im Rahmen des Forschungsprojektes Esquire entwickelt. Dabei sollen Akzeptanz und Datenschutz eine wichtige Rolle spielen. mehr...
Braderup: Hybridbatterie speichert Windstrom
[5.9.2017] Ein Vier-Megawatt-Hybridspeicher aus Lithium-Ionen- und Vanadium-Redoxflow-Batterien speichert in Braderup den Strom aus einem Bürgerwindpark. mehr...
Braderup ist Energiekommune des Monats. Eine Hybridbatterie speichert hier den Windstrom aus einem Bürgerwindpark.
Versorgungsbetriebe Bordesholm: Batteriespeicher erhält Förderung
[24.8.2017] Das Land Schleswig-Holstein hat jetzt die Förderzusage für einen Batteriespeicher in Bordesholm gegeben. Die Batterie soll im Falle eines Netzausfalls Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung stellen. mehr...
Energieminister Robert Habeck überreicht den Förderbescheid an Frank Günther, Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Bordesholm.
VARTA Storage / Lechwerke: Kooperation für Energiespeicher
[23.8.2017] Die Lechwerke vertreiben künftig drei Energiespeicherserien des Produzenten VARTA Storage. Zusätzlich bieten sie einen Energie-Manager, einen Reststromliefervertrag, Beratung und Service. mehr...
WEMAG: Batteriespeicher schafft Schwarzstart
[16.8.2017] Die erste Phase einer Schwarzstarttestreihe hat das WEMAG-Batteriekraftwerk in Schwerin-Lankow erfolgreich abgeschlossen. Perspektivisch wollen die Projektpartner das Schwarzstartkonzept schon bald zur Marktreife bringen. mehr...
Freuen sich im Batteriespeicher über den Erfolg der Phase 1:

Suchen...

 Anzeige

Zukunftsforum Energiewende
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Energiespeicher:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen