IQPC

Mittwoch, 23. August 2017

NEMoG:
BET stellt Alternativen vor


[10.3.2017] Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen BET hat jetzt einen alternativen Vorschlag zu dem von der Bundesregierung vorgeschlagenem Netzentgeldmodernisierungsgesetz (NEMoG) veröffentlicht.

Mit der Einführung des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes (NEMoG) will die Bundesregierung die vermiedenen Netzentgelte schrittweise abschaffen. Laut dem Beratungsunternehmen für die Energie- und Wasserwirtschaft BET aus Aachen schafft der Entwurf zwar in einzelnen Bereichen Verbesserungen, in anderen dafür neue und teils massive Verwerfungen. So enthalte das Gesetz insbesondere zwei schwerwiegende Konstruktionsfehler:
– Es wird nicht zwischen steuerbaren dezentralen Einspeisungen, die die Netze entlasten können, und volatilen Einspeisungen, die dies nicht leisten, unterschieden.
– Die so genannte Kostenwälzung , also die Umlage der Kosten vorgelagerter Netze auf die nachgelagerten Spannungsebenen, wird nicht angepasst.
In Folge werden nach Auffassung der BET-Fachkundigen Regionen mit hohen volatilen Einspeisungen weiterhin benachteiligt, da die wegfallenden vermiedenen Netzentgelte die weiterhin hohen Netzkosten nicht ausreichend kompensieren können. Die Netzentgelte in Netzen mit hoher steuerbarer dezentraler Einspeisung würden hingegen stark sinken, obwohl in diesen Netzen vielfach schon in der Vergangenheit keine Netzentgeltsteigerungen durch dezentrale Einspeisungen festzustellen waren. Gleichzeitig würden die steuerbaren dezentralen Anlagen für ihre energiewirtschaftlich notwendige Dienstleistung keine angemessene Vergütung mehr erhalten.
Einfach nur – wie im NEMoG vorgesehen – die vermiedenen Netzentgelte abzuschaffen, beseitige also nicht die aktuellen Verzerrungen. Vielmehr müsste die Netzentgeltsystematik inklusive der Methodik der Kostenwälzung komplett reformiert werden.

BET: Gesetz nur für volatile nicht steuerbare Anlagen anwenden

Deshalb rät BET dazu, bis dahin das Instrument der vermiedenen Netzentgelte für steuerbare dezentrale Einspeisungen zunächst beizubehalten und nur für volatile, nicht steuerbare Anlagen abzuschaffen.
Für eine folgende umfassende Reform der Netzentgeltsystematik schlagen die Experten die so genannte Lastflusszusage als zielgenaueres Anreizinstrument vor. Hierfür müssten folgende Regeln gelten:
– Die netzentlastende Wirkung des Einspeisers kann bei der Netzdimensionierung berücksichtigt werden.
– Betreiber dezentraler Anlagen sichern dem Netzbetreiber zu, auf Anforderung des Netzbetreibers jederzeit im Umfang der Lastflusszusage Energie in das Netz einzuspeisen.
– Die Zusage muss mit einer ausreichenden Verfügbarkeit abgesichert sein, im Falle von Anlagenausfällen muss Reserve bereitgestellt werden können. In aller Regel muss eine Anlage, die eine Lastflusszusage macht, daher aus mehreren Modulen bestehen oder anderweitig eine gleichwertige Reserve bereitstellen.
– Die Lastflusszusage muss sich auf einen für die Netzplanung wirksamen Mindestzeitraum beziehen, also für eine Zeit von mehreren Jahren gegeben werden.
– Die Höhe der Vergütung für die Lastflusszusage kann ähnlich wie bei den vermiedenen Netzentgelten an den vorgelagerten Netzentgelten oder den vermiedenen Netzausbaukosten ausgerichtet werden.
Das neue Instrument sollte idealerweise, so fordern es die Experten, in ein zukünftiges Netzentgeltsystem eingebettet werden, das Netznutzer generell zu einem netzverträglichen und netzdienlichen Verhalten anreizt. Auch könnte das Instrument ebenso für flexible Lasten angewendet werden. (me)

Zur BET-Stellungnahme (PDF; 327 KB) (Deep Link)
www.bet-aachen.de

Stichwörter: Politik, BET, Netze



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik

B.KWK: KWK zum Wahlthema machen
[21.8.2017] Um Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in die politische Diskussion vor der Bundestagswahl einzubringen, hat der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung seine Einschätzung zu acht Aspekten der KWK veröffentlicht – und fragt konkret bei den Parteien nach, wie sich diese für die KWK nach der Wahl stark machen wollen. mehr...
Handlungsleitfaden: Erneuerbare in Naturlandschaften
[18.8.2017] Ein Forschungsvorhaben hat drei Jahre lang die Auswirkungen Erneuerbarer-Energien-Anlagen sowie die Wirkweise von Steuerungsmöglichkeiten in Naturschutzgebieten untersucht. Die Forschungsaktivitäten wurden jetzt in einem Leitfaden zusammengefasst. mehr...
Nationale Naturlandschaften (NNL) und erneuerbare Energie - Ein Handlungsleitfaden.
BDEW-Umfrage: Multiplikatoren bewerten Erdgas gut
[17.8.2017] Erdgas hat grünes Potenzial und spielt auch in Zukunft eine wichtige Rolle sagt die Mehrheit der befragten Meinungsbildner in einer BDEW-Umfrage zum Energieträger Erdgas. mehr...
Erneuerbare Energien: Deutsche wollen Ausbau
[9.8.2017] Eine aktuell von der Agentur für Erneuerbare Energien in Auftrag gegebene Umfrage zeigt: 95 Prozent der Deutschen halten den weiteren Ausbau der Erneuerbaren für wichtig bis außerordentlich wichtig. mehr...
Die Deutschen wollen den schnellen Ausbau der Erneuerbaren.
Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern: Rein rechnerisch mit Ökostrom autark
[4.8.2017] Ein neues Hintergrundpapier zum Stromsektor in den Bundesländern zeigt, dass sich bereits zwei Bundesländer komplett selbst mit Ökostrom versorgen können – zumindest rein rechnerisch. mehr...
Zusammensetzung des Strommixes in den Bundesländern.

Suchen...

SLT Lichtsysteme GmbH
88677 Markdorf
SLT Lichtsysteme GmbH
items GmbH
48155 Münster
items GmbH
Bsys GmbH
99086 Erfurt
Bsys GmbH
rku.it GmbH
44629 Herne
rku.it GmbH

Aktuelle Meldungen