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Hessen:
Hoher Windkraft-Zubau


[16.2.2017] Laut dem Hessischen Wirtschaftsministerium steht der Zubau der Windenergie auf Allzeithoch. So sind im vergangenen Jahr erstmals Anlagen mit einer Leistung von mehr als 300 Megawatt zugebaut worden.

Der Zubau der Windenergie in Hessen in Megawatt. Im Jahr 2016 sind in Hessen so viele Windräder ans Netz gegangen wie nie zuvor. Wie das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung mitteilt, wurden im vergangenen Jahr landesweit 112 Anlagen mit einer Leistung von 316,7 Megawatt neu errichtet. Damit sei die 300-Megawatt-Grenze erstmals übersprungen worden. Die Zahlen habe die Firma Deutsche Windguard im Auftrag des Branchenverbands Windenergie erhoben.

„Hessen kann die Energiewende“

Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) sagte in Wiesbaden: „Das ist eine gute Nachricht für das Klima, für saubere Energieerzeugung und für Wertschöpfung vor allem im ländlichen Raum. Hessen kann die Energiewende.“
Auch im Bundesvergleich habe Hessen damit deutlich Boden gut gemacht. Nachdem in den Jahren 2014 und 2015 erstmals mehr als 200 Megawatt pro Jahr zugebaut wurden, fand im Jahr 2016 nochmals eine Steigerung um 57 Prozent statt. Bundesweit habe die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr bei lediglich 24 Prozent gelegen. Al-Wazir: „Wir haben zum zweiten Mal Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern beim Zubau hinter uns gelassen. Die jetzt veröffentlichten Zahlen zeigen, welches Potenzial in der Windkraft in Hessen steckt.“
Alleine die in den vergangenen drei Jahren zugebauten Windkraftanlagen sollen Strom für knapp 400.000 Haushalte erzeugen. Diese Entwicklung werde im Jahr 2017 weiter gehen, kündigte der Minister an. So wurden laut dem Ministerium im vergangenen Jahr insgesamt 181 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 550 Megawatt genehmigt. Diese Anlagen können in den kommenden Jahren gebaut werden und sind, so Al-Wazir, der atom- und kohlefreie Strom von morgen.

Fast 1.000 Windräder drehen sich in Hessen

Zugleich dankte der Minister den Mitarbeitern in den Regierungspräsidien: „Wahrscheinlich wurden noch nie in einem einzigen Jahr so viele Anträge bearbeitet wie im Jahr 2016.“ Das heiße aber nicht, dass hier Anträge durchgewunken werden. Vielmehr stünden den 181 Genehmigungen auch 35 Ablehnungen gegenüber. Außerdem seien mehr als 50 Anträge teils nach kritischen Fragen der Genehmigungsbehörden zurückgezogen worden. Ziel sei es weiterhin, laufende Anträge zügig zu bearbeiten.
Auch die durchschnittliche Anlagenleistung konnte in den vergangenen Jahren von 2,56 Megawatt im Jahr 2013 auf 2,83 Megawatt im Jahr 2016 gesteigert werden. Insgesamt erzeugen heute 961 Windräder in Hessen erneuerbaren Strom. Dass die Energiewende in Hessen stattfindet, zeigt laut dem Minister auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts dimap. Demnach halten 89 Prozent der Hessen die Energiewende für wichtig oder sehr wichtig. 71 Prozent halten Windenergieanlagen darüber hinaus auch in der Nachbarschaft für zumutbar, bei bereits vorhandenen Winkraftanlagen in der Nachbarschaft steigt die Zustimmung sogar auf 75 Prozent.
Wie sich allerdings die EEG-Reform und die Umstellung von festen Vergütungssätzen auf Ausschreibungen in Hessen bemerkbar machen wird, könne derzeit noch niemand seriös beantworten, so der Minister. „Leichter wird es dadurch sicher nicht. Wir werden sehr genau beobachten, wie sich die Genehmigungsanträge in diesem Jahr entwickeln werden.“ (me)

wirtschaft.hessen.de

Stichwörter: Politik, Windenergie, Hessen, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

Bildquelle: HMWEVL

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