Donnerstag, 27. April 2017

Studie:
Neue Basis für die Netzplanung


[10.2.2017] Laut einer aktuellen Fraunhofer-Studie zur Entwicklung der regionalen Stromnachfrage sinkt der Energieverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2030. Erst danach ist mit einem Anstieg zu rechnen.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat im Auftrag der deutschen Übertragungsnetzbetreiber die Stromnachfrage- und Lastentwicklung für den Zeitraum von 2013 bis 2030 und darüber hinaus analysiert. Das Forschungsteam entwickelte drei Szenarien, die sich hinsichtlich der Ausgestaltung der Energie- und Klimapolitik, dem Einsatz von Energieeffizienz-Technologien und dem Anteil von flexiblen Stromverbrauchern unterscheiden.

Regionale Stromnachfrage bis 2030

Wie das Fraunhofer-Institut mitteilt, ermittelten die Wissenschaftler auf der Basis aktueller Prognosen zur Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung, wie sich die regionale Stromnachfrage bis zum Jahr 2030 und auch darüber hinaus bis 2050 entwickeln könnte. Verglichen mit dem Stromverbrauch im Jahr 2013 in Höhe von 523 Terawattstunden (TWh) gehen die Forscher in allen Szenarien von einem Rückgang oder einem nahezu konstanten Niveau der Stromnachfrage aus: Im ersten Szenario führe eine weniger ambitioniert ausgestaltete Energiepolitik zu einem leichten Rückgang der Stromnachfrage bis 2030 auf etwa 504 TWh. Im zweiten Szenario sinkt die Nachfrage sogar auf etwa 490 TWh, was im Wesentlichen durch den Fortschritt bei Stromspar-Technologien bedingt sei. Den geringsten Rückgang der Stromnachfrage gebe es im dritten Szenario, weil sich die Effizienzsteigerungen und die Verbreitung neuer Technologien im Wesentlichen gegenseitig kompensieren und somit die Stromnachfrage im Jahr 2030 auf demselben Niveau liege wie 2013.

Bessere Netzentwicklungsplanung

Die Untersuchung zeige allerdings, dass sich die Stromnachfrage bis zum Jahr 2050 signifikant erhöhen könne. Der Grund dafür liege in der weiteren Sektorkopplung, etwa durch die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen und Wärmepumpen. Die Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklungen in Metropolen und im ländlichen Raum führten zudem dazu, dass sich die Stromnachfrage regional sehr unterschiedlich entwickeln kann. Rainer Elsland, Leiter der Studie am Fraunhofer ISI, hob die Bedeutung der Studie hervor: „Diese tiefgehende Analyse ist eine bessere Grundlage gegenüber vergangenen Netzentwicklungsplänen, um den Verbrauch und die Last in künftigen Netznutzungssituationen unter den erwarteten Veränderungen zu prognostizieren.“ (al)

www.isi.fraunhofer.de
Fraunhofer-Studie „Netzentwicklungsplan Strom – Entwicklung der regionalen Stromnachfrage und Lastprofile“ (PDF, 6,5 MB) (Deep Link)

Stichwörter: Smart Grid, Netze, Fraunhofer-Institut ISI, Netzentwicklungsplanung



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Netze | Smart Grid

Trafos: Regelbar und mit Pflanzenöl betrieben
[26.4.2017] Ein Projekt der Firma SBG und des Verteilnetzbetreibers Netze BW testet einen regelbaren und mit Pflanzenöl betriebenen Trafo im Kreis Ravensburg. mehr...
Der regelbare Trafo R-ONT der Firma SBG wird im Kreis Ravensburg erstmals mit Pflanzenöl betrieben.
Umfrage: Industrieunternehmen liefern Strom
[24.4.2017] Viele Industriebetriebe können sich vorstellen, künftig selbst Strom zu produzieren und auf dem Strommarkt anzubieten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung des Digitalverbands Bitkom. mehr...
50Hertz: compactLine nimmt neue Hürde
[20.4.2017] Niedrigere Masten, schmalere Trassen: das ist das Ziel des Forschungsvorhabens compactLine, das der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz maßgeblich vorantreibt. mehr...
Das neue Design von compactLine stieß in einer Umfrage auf hohe Zustimmungswerte.
Baden-Württemberg: 1,2 Millionen Euro für Smart-Grids
[6.4.2017] Das baden-württembergische Umweltministerium fördert vier Smart-Grids-Projekte mit insgesamt mehr als einer Million Euro. Die Vorhaben beschäftigen sich beispielsweise mit neuen Energiedienstleistungen oder der optimalen Nutzung des bestehenden Verteilnetzes. mehr...
Statkraft / Tennet: Kooperation für Datenaustausch
[31.3.2017] Das Energieunternehmen Statkraft liefert dem Übertragungsnetzbetreiber Tennet künftig für das Netzgebiet Schleswig-Holstein Echtzeitdaten von sieben Windparks zwecks einer besseren Marktintegration. mehr...

Suchen...

SLT Lichtsysteme GmbH
88677 Markdorf
SLT Lichtsysteme GmbH
Barthauer Software GmbH
38126 Braunschweig
Barthauer Software GmbH
VOLTARIS GmbH
67133 Maxdorf
VOLTARIS GmbH

Aktuelle Meldungen