solarpraxis

Samstag, 22. Juli 2017

N-ERGIE:
Lieber Gaskraftwerke als HGÜ-Ausbau


[3.2.2017] Das Energieversorgungsunternehmen N-Ergie hält den Ausbau der Übertragungsnetze für überflüssig. Vielmehr müsse in die Verteilnetze und in neue Gaskraftwerke investiert werden.

Josef Hasler ist Vorstandsvorsitzender von N-Ergie. Nach seiner Einschätzung ist die Versorgungssicherheit bis 2030 auch ohne HGÜ-Trassen gewährleistet. Der Nürnberger Energieversorger N-ERGIE positioniert sich gegen den im Netzentwicklungsplan geforderten Ausbau der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ).
Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender von N-ERGIE, sagt: „Im Netzentwicklungsplan 2030 wird behauptet, der Einsatz von Gleichstrom-Leitungen verbessere die Versorgungssicherheit. Es gibt aber keinen Grund für die Annahme, dass sich die Stabilität der Verteilnetze, für die vor allem Stadtwerke und Regionalversorger wie wir zuständig sind, verschlechtert.“
So lägen etwa die Ausfallzeiten im N-ERGIE-Netzgebiet mit acht Minuten deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von zwölf Minuten. „Um die Versorgungssicherheit langfristig auf diesem hervorragenden Niveau zu gewährleisten, wäre es eine sinnvolle Option, über den Bau von zwei bis drei Gaskraftwerken als Ergänzung zu den süddeutschen Gaskraftwerken in Irsching nachzudenken. Hier könnte man mit einer Investition von ein bis zwei Milliarden Euro Versorgungs- und Netzsicherheit schaffen“, so Hasler.
Der aktuell geplante HGÜ-Trassenbau wird im Netzentwicklungsplan mit 2.600 Trassenkilometern bis 2030 angegeben, 34 bis 36 Milliarden Euro werden dafür veranschlagt. Nach Einschätzung von Hasler könne dieser Betrag lediglich als eine Schätzung der Minimalkosten betrachtet werden. Der Betrag werde durch Veränderungen in der Umsetzung oder durch zeitlichen Verzug deutlich höher werden. Hasler: „97 Prozent der erneuerbaren Energien werden in die Verteilnetze eingespeist und damit muss vor allem dort in die Netze investiert werden. Es macht also keinen Sinn, eine zentrale Lösung mit den Übertragungsnetzbetreibern anzustreben.“ Deshalb will sich Josef Hasler auch weiterhin für eine dezentrale und regionale Energieversorgung einsetzen: „Wir müssen die erneuerbaren Potenziale in der Region konsequent erschließen, Strom dort erzeugen, wo er auch verbraucht wird, Flexibilität bei Erzeugung und Verbrauch von Energie stärker nutzen und die Umstellung der Mobilität sowie des Wärmemarkts im Blick haben. Denn das, was vor Ort gelöst werden kann, sollte dort auch gelöst werden.“ (me)

www.n-ergie.de

Stichwörter: Smart Grid, Netze, N-ERGIE,

Bildquelle: N-ERGIE Aktiengesellschaft

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Netze | Smart Grid

WAGO: 4. Smart-Grid-Fachtagung
[11.7.2017] Bereits zum vierten Mal lädt WAGO zur Smart-Grid-Fachtagung nach Minden ein. Im Fokus der Veranstaltung steht die Digitalisierung der Energiewirtschaft mit neuen Geschäftsmodellen, Technologien und dem Schwerpunkt IT-Sicherheit. mehr...
Neue Technologien und Geschäftsmodelle im Smart Grid stehen auf der Agenda der vierten Smart-Grid-Tagung von WAGO.
Wendlingen am Neckar: TransnetBW eröffnet Kontrollzentrum
[27.6.2017] Vom neuen Kontrollzentrum in Wendlingen am Neckar aus, überwacht und steuert der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW künftig das baden-württembergische Übertragungsnetz. mehr...
Staatssekretär Rainer Baake sprach zur Eröffnung des neuen Kontrollzentrums von TransnetBW in Wendlingen am Neckar.
VDE|FNN: Planungsgrundsätze für 110-kV-Netze
[26.6.2017] Erneuerbare-Energien-Anlagen speisen vorzugsweise in die Verteilnetze ein. Deshalb müssen die Hochspannungsnetze in vielen Regionen Deutschlands ausgebaut werden. Nun liegen erstmals Planungsgrundsätze für 110-kV-Netze vor. mehr...
Entwurf einer Anwendungsregel Planungsgrundsätze für 110-kV-Netze (E VDE-AR-N 4121)
Grid4EU: Stromnetze intelligent steuern
[14.6.2017] Das Forschungsprojekt Grid4EU zeigt: Eine intelligente Steuerung kann die Aufnahmekapazität von Stromnetzen um 17 Prozent steigern. mehr...
Stadtwerke Bochum: Modernisierung eines Umspannwerks
[12.6.2017] Nach eineinhalb Jahren haben die Stadtwerke Bochum die Modernisierungs- und Erweiterungsarbeiten am Hordeler Umspannwerk abgeschlossen. mehr...
Projektleiter Holger Breuner (l.) und Holger Rost, Chef der Stadtwerke Bochum Netzgesellschaft, freuen sich über den neuen Umspanner.

Suchen...

euroLighting GmbH
72202 Nagold
euroLighting GmbH
KIRCHNER INGENIEURE
31655 Stadthagen
KIRCHNER INGENIEURE
A/V/E GmbH
06112 Halle (Saale)
A/V/E GmbH
IDS GmbH
76275 Ettlingen
IDS GmbH

Aktuelle Meldungen