Dienstag, 17. Oktober 2017

Verbändeanhörung:
Das vereinte Gebäudeenergiegesetz


[1.2.2017] Die EnEV und das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz sollen zu einem Gebäudeenergiegesetz vereint werden. Die Verbände sprechen von vertanen Chancen für die Wärmewende.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) sollen zu einem Gebäudeenergiegesetz zusammengeführt werden. Anlässlich der Anhörung im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) erklären die Bioenergieverbände Bundesverband Bioenergie (BBE), Fachverband Biogas (FvB) und der Fachverband Holzenergie (FVH) sowie der Deutsche Bauernverband, dass der jetzige Gesetzentwurf die Energiewende im Wärmesektor nicht voranbringen wird.
Obwohl die Bioenergie mit einem Anteil von 88 Prozent der wichtigste erneuerbare Energieträger in der deutschen Wärmeversorgung sei, stagniere der Ausbau seit Jahren. Der Entwurf für ein Gebäudeenergiegesetz werde hieran im Großen und Ganzen nichts ändern, so die Verbände.
Zwar sei es zu begrüßen, dass das BMWi bei der Festlegung der Primärenergiefaktoren erstmals die Tatsache anerkenne, dass die Substitution von Erdgas durch Biomethan signifikant fossile Primärenergie einspare, nichtsdestotrotz führe der vorliegende Entwurf die ungerechtfertigte Diskriminierung von Biogas einschließlich Biomethan weitgehend fort. Insbesondere werde die Tatsache ignoriert, dass nicht nur die Substitution von Erdgas in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen Treibhausgase einspare, sondern auch die Substitution von Erdgas, das in Brennwertkesseln verbrannt werde. Das Land Baden-Württemberg habe das in seinem Erneuerbare Wärme Gesetz bereits anerkannt, der Bund müsse nun nachziehen.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lobt indessen, dass ein gemeinsamer Rechtsrahmen geschaffen werden soll. Immerhin liege hier ein immenses Potenzial, um CO2 einzusparen.
Allerdings wird auch laut dem BDEW die Chance vertan, die gesetzlichen Regelungen für den Gebäudesektor systematisch zu vereinheitlichen und dadurch zu vereinfachen. Zudem fehlten Regelungen, um Fernwärme oder erneuerbare Energieträger wie Bio-Erdgas in die Quartiersversorgung zu integrieren. Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, sagt: „Einige Regelungen sind für die künftig wichtiger werdende Sektorkopplung sogar kontraproduktiv, da sie Strom aus Erneuerbaren den Zugang zum Wärmemarkt erschweren. Diese Schwachstellen sollten dringend behoben werden.“ (me)

www.bioenergie.de
www.biogas.org
www.fachverband-holzenergie.de
www.bauernverband.de
www.bdew.de

Stichwörter: Politik, Energieeffizienz, BMWi, BBE, FvB, FVH, Deutscher Bauernverband, BDEW



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik

BSW Solar: „Endlich die Bremsen lösen!“
[17.10.2017] Bei der jüngsten Auktionsrunde für Photovoltaikanlagen im Kraftwerksmaßstab fielen die Preise je Kilowattstunde Solarstrom auf unter fünf Cent. Deshalb fordert der Bundesverband Solarwirtschaft jetzt eine sofortige Aufhebung der Deckelung von Solarstrom. mehr...
In den letzten fünf Jahren haben sich die Preise für die Errichtung von Solarparks halbiert.
Energetische Sanierung: Verbände fordern Steuererleichterungen
[16.10.2017] Vier Verbände fordern eine bessere Steuerförderung für energetische Sanierungen von selbstgenutzten Häusern und Wohnungen. Damit soll der Stillstand bei der energetischen Gebäudesanierung überwunden werden. mehr...
Vier Verbände fordern eine bessere Steuerförderung für energetische Sanierungen von selbstgenutzten Häusern und Wohnungen.
VKU: Positionspapier für die Politik
[13.10.2017] Energie- und Wärmewende, E-Mobilität, Versorgungssicherheit und Preisgestaltung: Die energiepolitischen Herausforderungen für die kommende Legislaturperiode sind groß. Der Verband kommunaler Unternehmen bezieht schon mal Position. mehr...
Studie: Versteckte Kosten für Kohle und Atom
[13.10.2017] Durch ihre versteckten Zusatzkosten in Milliardenhöhe verursachen konventionelle Energieträger wie Kohle und Atomkraft weit höhere Kosten als erneuerbare Energien. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag von Greenpeace Energy. mehr...
Stadtwerke Heidelberg: Gewinner des Deutschen Solarpreises
[5.10.2017] Die Stadtwerke Heidelberg haben mit einem Mieterstrommodell den Deutschen Solarpreis 2017 in der Kategorie Städte, Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke gewonnen. Das Projekt wurde umgesetzt, lange bevor es einen rechtlichen Rahmen für Mieterstrommodelle gab. mehr...
Eine begehrte Auszeichnung: Der Deutsche Solarpreis von Eurosolar und der EnergieAgentur.NRW.

Suchen...

 Anzeige

Zukunftsforum Energiewende
Arvato Systems
33333 Gütersloh
Arvato Systems
SLT Lichtsysteme GmbH
88677 Markdorf
SLT Lichtsysteme GmbH
items GmbH
48155 Münster
items GmbH
IDS GmbH
76275 Ettlingen
IDS GmbH

Aktuelle Meldungen