Samstag, 25. November 2017

TWL:
Patentanmeldung für Kombikraftwerk


[16.1.2017] Der Ludwigshafener Energieversorger TWL baut ein kombiniertes Regelkraftwerk aus Batterie und Gasturbine. Ziel ist es, Schwankungen im Netz auszugleichen.

Das neue Regelkraftwerk soll auf dem TWL-Betriebsgelände in der Nähe des Fernheizkraftwerks (im Hintergrund) entstehen. Die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) bauen im Rahmen des bundesweiten Forschungsprojekts SINTEG (wir berichteten) ein kombiniertes Regelkraftwerk bestehend aus Batterie und Gasturbine. Die Anlage soll auf dem Gelände des Ludwigshafener Fernheizkraftwerks entstehen. Der Hintergrund: Der Anteil erneuerbarer Energien am Erzeugungsmix wächst, wobei Wind- und Sonnenenergie stark witterungsabhängig sind. Das Kraftwerk soll diese Unregelmäßigkeiten ausgleichen. Wie TWL mitteilt, besteht das Regelkraftwerk aus einer Batterie mit einer Leistung von acht Megawatt (MW) und einer Gasturbine mit einer Leistung von fünf MW. Während das Batteriekraftwerk eine sehr kurze Reaktionszeit hat und die geforderte Leistung binnen Sekunden zur Verfügung stellen kann, reagiert die Gasturbine langsamer. Sie hat dafür aber eine unendliche Kapazität und kann dauerhaft Energie bereitstellen. Gleichzeitig übernimmt sie das Aufladen der Batterie. Reiner Lübke, Technischer Vorstand von TWL, erläutert: „Mit Hilfe des kombinierten Regelkraftwerks haben wir die Möglichkeit, Schwankungen im Netz sehr schnell über die Batterie und dauerhaft über die Gasturbine auszugleichen und sorgen so dafür, dass das Netz stabil bleibt.“ Für die Kombination aus Batteriekraftwerk und Gasturbine hat TWL bereits ein Patent angemeldet, das jetzt zur Prüfung zugelassen wurde. TWL wird das Kraftwerk gemeinsam mit der Netzgesellschaft KNS, einer 100-prozentigen Unternehmenstochter, realisieren. Dabei rechnet der Ludwigshafener Energieversorger mit einer Bauzeit von zwölf Monaten und Kosten in Höhe von sechs Millionen Euro. Zusätzlich erhalte das Unternehmen 700.000 Euro aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Mit dem kombinierten Regelkraftwerk beteiligt sich TWL am SINTEG-Projekt Designetz: Baukasten Energiewende – von Einzellösungen zum effizienten System der Zukunft. Ein Schwerpunkt des Vorhabens ist es, die Stadt-Land-Schere von Erzeugung und Bedarf auszugleichen und gleichzeitig sicherzustellen, dass so viel Strom wie möglich lokal erzeugt und verbraucht wird. (me)

www.twl.de

Stichwörter: Smart Grid, Netze, TWL, Ludwigshafen

Bildquelle: TWL Pressebild

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Netze | Smart Grid

Blockchain: Projekt zur Stromnetzstabilisierung
[8.11.2017] Das europaweit erste Pilotprojekt nutzt jetzt über die Blockchain vernetzte, dezentrale Heimspeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes. Übertragungsnetzbetreiber Tennet kooperiert dafür mit dem Betreiber der sonnenCommunity, die dezentrale Heimspeicher umfasst. mehr...
TransnetBW: Antrag auf Konverter-Bau
[3.11.2017] Am Standort Leingarten in Baden-Württemberg will TransnetBW einen Konverter für die Gleichstromverbindung SuedLink bauen. Jetzt hat der Übertragungsnetzbetreiber den Genehmigungsantrag gestellt. mehr...
Baden-Württemberg: Vorreiter bei Smart Grids
[3.11.2017] Drei Projekte aus den Bereichen Smart Grids und Speicher werden vom Land Baden-Württemberg mit über einer Million Euro gefördert. An den Vorhaben sind der Netzbetreiber Fairnetz aus Reutlingen und die Stadtwerke Ludwigsburg beteiligt. mehr...
Duisburg / Düsseldorf / Köln: Netzleitsysteme harmonisieren
[30.10.2017] Duisburg, Düsseldorf und Köln harmonisieren ihre Leitsysteme zur Netzführung. Zunächst ist eine engere Verzahnung des Netzgeschäftes geplant. mehr...
Simris, Schweden: Erneuerbare speisen Inselnetz
[23.10.2017] In der kleinen Ortschaft Simris im Süden von Schweden betreibt E.ON ein Inselnetz, an das ausschließlich Erneuerbare-Energien-Anlagen und Speicher angeschlossen sind. Aber auch die Prosumer tragen durch regelbare Verbrauchsgeräte zur Netzstabilität bei. mehr...
E.ON-Inselnetz: Die Ortschaft Simris in Südschweden wird ausschließlich mit erneuerbaren Energien versorgt.

Suchen...

 Anzeige

Zukunftsforum Energiewende
GISA GmbH
06112 Halle (Saale)
GISA GmbH
KIRCHNER INGENIEURE
31655 Stadthagen
KIRCHNER INGENIEURE
euroLighting GmbH
72202 Nagold
euroLighting GmbH
VOLTARIS GmbH
67133 Maxdorf
VOLTARIS GmbH
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen