EUROFORUM

Freitag, 24. März 2017

Schleswig-Holstein:
Westküstenleitung unter Strom


[15.12.2016] Der erste Bauabschnitt der 380-kV-Westküstenleitung ist fertiggestellt, ab 2017 soll die Leitung Windstrom in Richtung Süden transportieren. Die Bauarbeiten für den zweiten Abschnitt haben bereits begonnen.

Energiewende-Minister Robert Habeck und Tennet-Chef Urban Keussen geben den Startschuss für den ersten Abschnitt der Westküstenleitung. Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat jetzt den ersten Bauabschnitt der 380-Kilovolt-Westküstenleitung betriebsbereit gestellt. Damit konnte für die Windleitung in Schleswig-Holstein ein erstes Etappenziel erreicht werden. Mit einem symbolischen Knopfdruck haben Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) und Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung von Tennet, gemeinsam das rund 14 Kilometer lange und 42 Masten umfassende Teilstück zwischen Brunsbüttel und dem neuen Umspannwerk Süderdonn offiziell unter Spannung gesetzt. Ab Anfang 2017 wird die Leitung Windstrom in Richtung Süden transportieren. Keussen sagte: „Die Bereitstellungen des ersten Abschnitts der Westküstenleitung und des neuen Umspannwerks Süderdonn sind wichtige Schritte, jetzt müssen alle Anstrengungen dahin gehen, die weiteren Abschnitte zügig fertigzustellen. So schaffen wir die Voraussetzungen für den Abtransport der Windenergie nach Süden.“ Deshalb habe Tennet bereits die Bauarbeiten für den zweiten Bauabschnitt von Süderdonn bis Heide gestartet und auch mit den Baumaßnahmen am Umspannwerk Heide/West begonnen. Denn, wie das Unternehmen mitteilt, kommt die Energie nur dorthin, wo sie gebraucht wird, wenn der Windstrom durchgehend von Nord nach Süd transportiert werden kann. „Wir kommen mit dem Netzausbau in Schleswig-Holstein gut voran, denn wir messen dem Ausbau der Stromnetze hohe Priorität bei. Im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden, Kreisen und Kommunen haben wir schwierige Themen frühzeitig aufgegriffen, Alternativen diskutiert und im Ergebnis gemeinsam eine tragfähige Planung erarbeitet“, erklärte Energiewendeminister Robert Habeck. Insgesamt soll die 140 Kilometer lange Westküstenleitung in vier Bauabschnitten zwischen Brunsbüttel und Klixbüll bei Niebüll und von dort in einem geplanten fünften Bauabschnitt bis zur dänischen Grenze realisiert werden. Ziel ist es, den an der Schleswig-Holsteinischen Westküste produzierten Strom in die Verbrauchszentren in der Mitte und im Süden Deutschlands zu transportieren. Außerdem soll das Projekt für die geforderte Erhöhung der Übertragungskapazität zwischen Deutschland und Dänemark sorgen. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2019 vorgesehen, der fünfte Bauabschnitt soll bis 2021 folgen. Nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers befinden sich die Abschnitte drei und vier bereits im Planfeststellungsverfahren. Bis Ende 2018 sollen auf dem 23 Kilometer langen zweiten Bauabschnitt weitere 58 Masten errichtet werden. Auf 20 Kilometern dieses Bauabschnitts soll außerdem die 110-Kilovolt-Leitung von Schleswig-Holstein Netz mitgeführt werden. Die alten 110-Kilovolt-Masten sollen später demontiert werden. Wie Tennet mitteilt, ist die Mitnahme ein Ergebnis des Bürger- und Planungsdialoges und habe, da landschaftsschonend, zu einer größeren Akzeptanz des Projekts beigetragen. Insgesamt sind in Schleswig-Holstein gesetzlich neue Höchstspannungsleitungen mit einer Gesamtlänge von 590 Kilometern vorgesehen. Dazu gehören laut der Landesregierung drei große Leitungsprojekte an Land: die Westküstenleitung, die Mittelachse und die Ostküstenleitung. Die Mittelachse von Hamburg nach Dänemark ist zirka 150 Kilometer lang, wobei die Hälfte bereits gebaut sei, die Ostküstenleitung befinde sich derzeit im Bürgerdialog- und im Planfeststellungsverfahren. Die internationale Seekabelverbindung NordLink, für die der Spatenstich im September 2016 erfolgte (wir berichteten), hat in Schleswig-Holstein eine Länge von 118 Kilometern, insgesamt ist die Leitung rund 620 Kilometer lang. Wie die Landesregierung weiter mitteilt, konnten bislang außerdem drei Leitungen zu Offshore-Windparks mit einer Gesamtlänge von 465 Kilometern gebaut werden. (me)

www.tennet.eu
www.schleswig-holstein.de

Stichwörter: Smart Grid, Netze, Tennet, Schleswig-Holstein, Robert Habeck

Bildquelle: TenneT TSO GmbH

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Netze | Smart Grid

Mainzer Netztagung 2017: Über den Tellerrand geschaut
[14.3.2017] Die Mainzer Netztagung beschäftigt sich mit den aktuellen Themen der Branche und schaut dabei auch durchaus mal über den Tellerrand hinaus. Schwerpunkte wie Blockchain oder E-Mobility und Netzintegration werden in einer eigenen Rubrik aufgegriffen. mehr...
Siemens /AÜW: Joint Venture für Smart Grids
[27.2.2017] Siemens steigt bei der AÜW-Tochter egrid ein. In dem Joint Venture sollen die Ergebnisse aus zwei gemeinsamen Smart-Grid-Forschungsprojekten vermarktet werden. mehr...
Wildpoldsried im Allgäu: Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen ist fünfmal höher als der Eigenbedarf des Dorfes. Ein Smart Grid tariert das Netz aus.
VSE / EVS: Aufbau eines virtuellen Kraftwerks
[20.2.2017] Die Saarbrücker Unternehmen VSE und EVS bündeln 13 Kläranlagen in einem virtuellen Kraftwerk. Den Strom will VSE als Regelleistung vermarkten. mehr...
Stadtwerke Düsseldorf / RheinEnergie: Regelenergie gemeinsam vermarkten
[13.2.2017] Die Stadtwerke Düsseldorf und RheinEnergie kooperieren bei der Vermarktung von Regelleistung. Je zwei Düsseldorfer und zwei Kölner Großkraftwerke werden dazu in das Virtuelle Kraftwerk des Kölner Energieversorgers eingebunden. mehr...
Studie: Neue Basis für die Netzplanung
[10.2.2017] Laut einer aktuellen Fraunhofer-Studie zur Entwicklung der regionalen Stromnachfrage sinkt der Energieverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2030. Erst danach ist mit einem Anstieg zu rechnen. mehr...

Suchen...

Aktuelle Meldungen