Freitag, 24. März 2017

Projekt OpenGridMap:
Weltkarte der Stromnetze


[6.12.2016] Die Technische Universität München hat das Projekt OpenGridMap ins Leben gerufen. Freiwillige sollen mit einer Smartphone-App rund um den Globus Daten über die Energie-Infrastruktur sammeln.

OpenGridMap: Lage einer Solaranlage. Eine Open-Source-Plattform zur Erfassung von Infrastrukturdaten von Stromnetzen hat die TU München (TUM) gestartet. Im Projekt OpenGridMap sammeln Freiwillige – analog zur Straßenkarte OpenStreetMap – mit einer Smartphone-App entsprechende Daten. Jose Rivera, Leiter des Projekts OpenGridMap, erläutert: „Was uns interessiert, ist die elektrische Infrastruktur: Hochspannungs- und Niederspannungsleitungen, Trafohäuschen, Umspannungseinrichtungen, Windräder und Solaranlagen.“ Die Nutzer der App können Fotos und Standortdaten an den Server der Informatik-Fakultät der Hochschule übermitteln. Dort werden die Informationen analysiert, ausgewertet und in OpenStreetMap hochgeladen.
Das Ziel sei eine Weltkarte der Stromnetze. Professor Hans-Arno Jacobsen, Leiter des Lehrstuhls für Energieinformatik und Middleware an der TUM, erklärt: „Diese ist eine Grundvoraussetzung für eine Energiewende – nicht nur bei uns, sondern in allen Ländern der Erde. Man kann einen Umbau der Energieversorgung nur dann planen, wenn man genau weiß, wo Leitungen liegen, an welchen Stellen der Strom aus den Hochspannungsleitungen transformiert und in die Niederspannungsnetze eingespeist wird.“ Auf dieser Basis lasse sich dann beispielsweise simulieren, wie sich die Einspeisung regenerativer Energien auf das Gesamtnetz auswirkt, wo Engpässe oder Überkapazitäten entstehen und wo Speicher gebaut werden könnten.
Für solche Berechnungen fehle bisher eine solide Datenbasis. Projektleiter Rivera sagt: „Natürlich kennt jeder Energieversorger seine Netze, aber es gibt viele Energieversorger und nur wenige machen ihre Daten öffentlich zugänglich.“ In den Schwellenländern komme erschwerend hinzu, dass die Informationen oft nicht einmal digitalisiert seien. Die Daten aus dem Projekt sollen Ingenieuren und Wissenschaftlern auf der ganzen Welt zur Verfügung stehen. „Mögliche Anwendungen für die OpenGridMap gibt es viele,“ betont Professor Jacobsen. „Man könnte untersuchen, ob es möglich ist, ein Bundesland wie Bayern energieautark zu machen.“ Und wer die Infrastruktur in Schwellen- und Entwicklungsländern verbessern wolle, erkenne auf einen Blick, wie weit ein Dorf von der nächsten Stromleitung entfernt ist. (al)

www.opengridmap.com/

Stichwörter: Smart Grid, Netze, OpenGridMap, TU München

Bildquelle: OpenGridMap / TUM

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Netze | Smart Grid

Mainzer Netztagung 2017: Über den Tellerrand geschaut
[14.3.2017] Die Mainzer Netztagung beschäftigt sich mit den aktuellen Themen der Branche und schaut dabei auch durchaus mal über den Tellerrand hinaus. Schwerpunkte wie Blockchain oder E-Mobility und Netzintegration werden in einer eigenen Rubrik aufgegriffen. mehr...
Siemens /AÜW: Joint Venture für Smart Grids
[27.2.2017] Siemens steigt bei der AÜW-Tochter egrid ein. In dem Joint Venture sollen die Ergebnisse aus zwei gemeinsamen Smart-Grid-Forschungsprojekten vermarktet werden. mehr...
Wildpoldsried im Allgäu: Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen ist fünfmal höher als der Eigenbedarf des Dorfes. Ein Smart Grid tariert das Netz aus.
VSE / EVS: Aufbau eines virtuellen Kraftwerks
[20.2.2017] Die Saarbrücker Unternehmen VSE und EVS bündeln 13 Kläranlagen in einem virtuellen Kraftwerk. Den Strom will VSE als Regelleistung vermarkten. mehr...
Stadtwerke Düsseldorf / RheinEnergie: Regelenergie gemeinsam vermarkten
[13.2.2017] Die Stadtwerke Düsseldorf und RheinEnergie kooperieren bei der Vermarktung von Regelleistung. Je zwei Düsseldorfer und zwei Kölner Großkraftwerke werden dazu in das Virtuelle Kraftwerk des Kölner Energieversorgers eingebunden. mehr...
Studie: Neue Basis für die Netzplanung
[10.2.2017] Laut einer aktuellen Fraunhofer-Studie zur Entwicklung der regionalen Stromnachfrage sinkt der Energieverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2030. Erst danach ist mit einem Anstieg zu rechnen. mehr...

Suchen...

VOLTARIS GmbH
67133 Maxdorf
VOLTARIS GmbH
A/V/E GmbH
06112 Halle (Saale)
A/V/E GmbH
items GmbH
48155 Münster
items GmbH
euroLighting GmbH
72202 Nagold
euroLighting GmbH

Aktuelle Meldungen