EUROFORUM

Donnerstag, 23. März 2017

Bioenergie:
Mehr Methan dank Hydrolyse-Container


[11.10.2016] Im Rahmen des Forschungsprojekts Hydrocon konnte ein Hydrolyse-Container entwickelt werden, der den Methanertrag substratabhängig um 6 bis 18 Prozent erhöht. Der Hydrolyseur kann an jede Biogasanlage angeschlossen werden.

Die Firma Steros, die Universität Rostock und das Innovations- und Bildungszentrum (IBZ) Hohen Luckow haben jetzt gemeinsam im Projekt Hydrocon einen Hydrolyse-Container entwickelt, der eine gesteigerte Substratausnutzung und eine flexible Gasproduktion ermöglicht. Hintergrund ist unter anderem, dass Biogasanlagen, die bislang möglichst kontinuierlich bei hoher Auslastung betrieben wurden, künftig als Systemdienstleister fungieren und so Schwankungen des Energiebedarfs ausgleichen können. Wie einer Pressemitteilung des Förderprogramms Energetische Biomasse zu entnehmen ist, lässt sich eine Flexibilisierung von Biogasanlagen sowohl durch die Beeinflussung der Stromproduktion – dies erfordert zusätzliche Gas- und Wärmespeicher – als auch durch die Beeinflussung der Gasproduktion realisieren. Letzteres war das Ziel bei der Entwicklung des Hydrolyse-Containers. Eine weitere Rolle spielten die in den vergangenen Jahren ständig gestiegenen Substratkosten, die heute im Mittel etwa 50 Prozent der variablen Kosten einer Biogasanlage ausmachen. Nach zweieinhalb Jahren Forschungszeit steht auf dem Firmengelände von Steros jetzt die erste Hydrolyse-Container-Pilotanlage. Sie umfasst Reaktoren, Rührwerke, ein Heizungssystem sowie Pumpen und Rohrleitungen. Der Container kann in ein bestehendes Anlagenkonzept integriert werden und trennt dann räumlich die Biogasprozessphasen. Es können entweder alle Substratströme oder nur einzelne Teilströme wie beispielsweise faserreiche Fraktionen behandelt werden. „Die Anlagenkomponente ist flexibel und modular erweiterbar und kann an jede beliebige Bestandsbiogasanlage nachgerüstet werden“, berichtet Steffen Rosenbaum, Projektleiter von Steros. „Sie wird im Werk vorgefertigt und schlüsselfertig für eine schnelle Inbetriebnahme vor Ort angeliefert.“ Der Mehrertrag ist laut der Meldung substratabhängig und erreicht zwischen 6 und 18 Prozent mehr Methan. Eine Bestandsbiogasanlage kann ihre Substratkosten entsprechend reduzieren, Neuanlagen können von Beginn an kleiner dimensioniert werden. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. (me)

www.energetische-biomassenutzung.de
Schlussbericht Hydrocon (PDF; 35,8 MB) (Deep Link)

Stichwörter: Bioenergie, Steros, Universität Rostock, IBZ Hohen Luckow, Hydrocon, Hydrolyse-Container, Methan



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Bioenergie

Brandenburg: Neuer Leitfaden für Biogasanlagen
[27.2.2017] Brandenburg hat einen neuen Leitfaden zur Optimierung von Biogasanlagen. Entwickelt haben diesen das Brandenburgische Agrar- und Umweltministerium und die Brandenburgische Energie Technologie Initiative (ETI). mehr...
Die Broschüre Optimierung von Biogasanlagen richtet sich erstmals verstärkt an Betreiber von Bestandsanlagen.
Bioabfälle: Methanemissionen bei Vergärung gering
[9.2.2017] Die Methanemissionen von Bioabfallbehandlungsanlagen sind gering. Das ist das Ergebnis einer zweijährigen Forschungsarbeit der Universität Stuttgart. mehr...
Ein Radlader setzt Kompost um.
enercity contracting: Biogasanlagen in Lustadt und Kerpen
[22.12.2016] Das Unternehmen enercity Contracting, eine 100-prozentige enercity-Tochter, hat jetzt zwei Biogasanlagen erworben. Mit weiteren enercity-Beteiligungen kommen die Stadtwerke Hannover so auf ein Portfolio von insgesamt 40 Biogasanlagen. mehr...
Die Biogasanlage Kerpen-Sindorf erzeugt nicht nur Biogas, sondern veredelt dieses außerdem zu Biomethan.
Ratgeber: Erfolgreiche Bioenergie-Regionen
[7.12.2016] Eine von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe herausgegebene Broschüre zeigt, welche Ansätze in 46 Bioenergie-Regionen zum Erfolg geführt haben. mehr...
Der Ratgeber Bioenergie-Regionen zeigt, wie die verschiedenen Regionen Deutschlands ihr Bioenergiepotenzial erschließen können.
Metaanalyse : Biomasse im Energiesystem der Zukunft
[6.12.2016] Die Agentur für Erneuerbare Energien hat jetzt eine Metaanalyse zur Rolle der Biomasse im künftigen Energiesystem in Auftrag gegeben. Laut AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer werden vor allem die Ideen hinter den Annahmen beleuchtet. mehr...

Suchen...

Aktuelle Meldungen