Sonntag, 30. April 2017

Stadtwerke Mainz:
Investitionen in die Wasserkraft


[25.1.2016] Die Stadtwerke Mainz übernehmen über ihr Tochterunternehmen enaqua zehn Wasserkraftanlagen von RWE Innogy. Außerdem treiben sie ihre Zukunftsprojekte Geothermie und Pumpspeicher weiter voran.

Das Unternehmen enaqua, eine hundertprozentige Tochter der Stadtwerke Mainz, hat jetzt mit RWE Innogy den Kauf von zehn Wasserkraftanlagen vereinbart. Die EEG-geförderten Kleinwasserkraftwerke liegen größtenteils an der oberen Ruhr und an benachbarten Flüssen in Nordrhein-Westfalen; eine Anlage befindet sich in Rheinland-Pfalz an der Sieg. Wie die Stadtwerke-Gruppe mitteilt, produzieren alle Anlagen zusammen 14 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr mit dem rein rechnerisch 3.500 Vier-Personen-Haushalte versorgt werden können. Damit weite enaqua ihren Anlagenbestand erheblich aus. Bislang verfüge das Unternehmen lediglich über eine Wasserkraftanlage in Plettenburg an der Leine und die Wasserkraftanlage Wiesenburg an der Mulde in Sachsen. Beide Anlagen zusammen sollen etwa vier Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. Die jetzt erworbenen Anlagen seien zwar schon einige Jahrzehnte alt, aber in einem ordentlichen Zustand. Dennoch werde man investieren, um den Anlagenbetrieb zu automatisieren und zu verbessern. Die Stadtwerke-Vorstände Detlev Höhne und Tobias Brosze erklären: „Wir sehen in der Wasserkraft aufgrund ihrer über das Jahr gesehenen hohen zeitlichen Verfügbarkeit ein interessantes und langfristig attraktives Geschäftsfeld.“ Insgesamt habe die Unternehmensgruppe Stadtwerke Mainz in den vergangenen zehn Jahren mehr als 300 Millionen Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert. So betreibe man heute in Eigenverantwortung oder über Beteiligungen rund 200 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 100 Megawatt (MW) und mehr als 85 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 170 MW. Die in der Unternehmensgruppe direkt oder über Beteiligungen erzeugte Strommenge aus erneuerbaren Energien habe im Jahr 2015 mehr als 330 Millionen Kilowattstunden betragen. Dies entspricht laut Angaben des Unternehmens dem Jahresverbrauch von 82.500 Vier-Personen-Haushalten. Zudem treibe man in Groß-Gerau den Bau von Hessens erstem Geothermiekraftwerk voran und betreibe im Energiepark Mainz gemeinsam mit den Partnern Linde Group und Siemens eine Elektrolyseanlage, die umweltfreundlich erzeugten Strom in Wasserstoff umwandle. Außerdem planen die Stadtwerke Mainz bei Niederheimbach und Trechtingshausen am Rhein ein Pumpspeicherwerk mit zwei Becken und einer Leistung zwischen 280 bis 320 MW. (me)

www.stadtwerke-mainz.de

Stichwörter: Wasserkraft, Stadtwerke Mainz, RWE Innogy, Kleine Wasserkraft, Ruhr



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Wasserkraft

Ruhrtal: Ausbau des Wasserkraftwerks Stiepel
[21.4.2017] Das Wasserkraftwerk Stiepel wird aufgerüstet: Künftig werden vier Kaplanturbinen Ökostrom für mindestens 2.000 Haushalte liefern. mehr...
Regensburg: REWAG vermarktet Strom aus der Donau
[31.3.2017] Energieversorger REWAG übernimmt den Ökostrom aus dem Wasserkraftwerk Pfaffenstein für die nächsten fünf Jahre vollständig. mehr...
Freude über den Kooperationsvertrag: Energieversorger REWAG bietet künftig Strom aus Regensburger Wasserkraft an.
erdgas schwaben: Kauf von vier Wasserkraftwerken
[24.3.2017] Der regionale Energiedienstleister erdgas schwaben hat vier Laufwasserkraftwerke an Lech und Wertach erworben. mehr...
Klaus-Peter Dietmayer ist Geschäftsführer des regionalen Energieversorgers erdgas schwaben.
EnBW: Fische wandern die Nagold hinauf
[22.12.2016] Das Wasser der Nagold treibt die Turbinen des Wasserkraftwerks Bad Teinach an, nachdem es vom Wehr Talmühle in Neubulach über einen zwei Kilometer langen Stollen geleitet wird. Das Wehr hat nun einen modernen Fischpass bekommen. mehr...
Über die Becken des neuen Fischpasses am Wehr bei der Talmühle in Neubulach können die Fische die Nagold bergauf wandern.
Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm: Aus für Wasserkraftwerk
[15.11.2016] Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm geben die Pläne für ein Wasserkraftwerk an der Iller auf. Immer höhere Auflagen hätten das Projekt zu sehr verteuert. mehr...

Suchen...

Aktuelle Meldungen